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30. Juli 2014

Burundi: ASPE bildet freiwillige Rechtsberaterinnen für Frauen und Mädchen aus

2013 wurden 19 Projekte mit Summen zwischen 10.000 und 30.000 Euro gefördert. Die Mehrzahl arbeitet in der afrikanischen Region der Großen Seen: im Osten der DR Kongo, Uganda und Ruanda – seit Mitte der 1990er Jahre eine der schlimmsten Konfliktregionen der Gegenwart. Auch in Burundi ist es für Überlebende sexualisierter Gewalt oft schwer, angemessene Unterstützung zu erhalten. ASPE (Association pour la Sauvegarde du Patrimoine Environnemental) bildet daher freiwillige Rechtsberaterinnen aus, die in den Dörfern tätig sind und als Ansprechpartnerinnen zwischen den Frauen und dem Justizsektor vermitteln.

Die Rechtsberaterinnen beraten Frauen und Mädchen zu ihren Rechten und begleiten sie, wenn sie gerichtlich gegen die Täter vorgehen wollen. ASPE übernimmt dabei Transport-, Verpflegungs- und Gerichtskosten.

Um die Überlebenden angemessen unterstützen zu können, werden die Beraterinnen zunächst in rechtliche Grundlagen eingeführt und lernen den trauma-sensiblen Umgang mit ihren Klientinnen. Selbst den angehenden Expertinnen ist oft unbekannt, dass nationale Gesetze zu Gewalt gegen Frauen existieren. Jeannine beispielsweise, die selbst von ihrem Mann misshandelt wurde, betont, dass sie dank der Ausbildung nun keine Angst mehr habe und wisse, dass sie durch das Gesetz geschützt ist. Diese Erkenntnis gibt den Frauen Mut und ihrerseits die Möglichkeit, ihre Rechte einzufordern.

Um gegen strukturelle Gewalt vorzugehen, werden auch Dorfgemeinschaften über Frauenrechte aufgeklärt. Wie Jeannine weiter erzählt: „Manche Männer betrachten nun sexuelle Gewalt als Vergehen und nicht mehr als eine Sitte oder Tradition. Einige Frauen wagen es heute, die ihnen bekannte oder von ihnen erlittene sexuelle Gewalt anzuprangern und anzuzeigen.“

medica mondiale hat ASPE im Jahr 2013 mit 10.000 € unterstützt.