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08. Dezember 2008

Alternativer Nobelpreis für Monika Hauser – Preisverleihung in Stockholm

Nun ist es offiziell: Am heutigen Tage wird Monika Hauser, Gründerin und Geschäftsführerin von medica mondiale, in Stockholm mit dem Right Livelihood Award ausgezeichnet. In feierlichem Rahmen wird ihr im schwedischen Parlament – gemeinsam mit den anderen PreisträgerInnen – der renommierte Preis zugesprochen.„Mit großer Freude nehme ich heute diese Auszeichnung entgegen. für mich ist sie Anerkennung für fünfzehn Jahre Unbeirrbarkeit, ohne die wir von medica mondiale unsere Arbeit nicht hätten tun können – angesichts der täglichen und zahllosen Widerstände.“

"Für diese Ehrung danke ich der Jury des Awards. Und ich danke meiner Familie und meinen Kolleginnen auf der ganzen Welt, dass sie unsere gemeinsame Vision mittragen, um eine bessere Welt für Mädchen und Frauen zu realisieren“, so Hauser in ihrer Dankesrede.  

Begleitet wird Hauser von vielen ihrer damaligen und heutigen Mitstreiterinnen – Frauen der ersten Stunde, Kolleginnen aus der Geschäftsstelle in Köln und aus den Projekten in Afghanistan, Liberia, Kosova, Albanien und Bosnien-Herzegowina. „Ich freue mich besonders, dass eine meiner Begleiterinnen, die Begründerin unserer Partnerinnen-Organisation PAIF aus Goma, hier ist: Immaculée Birhaheka. Sie ist, wie viele andere Aktivistinnen in Konfliktgebieten, ständig bedroht. Jeden Tag steht sie an der Seite der Frauen und muss selbst um ihr Leben fürchten, denn sie gehört zu den Mutigen, die kompromisslos für Frauenrechte eintreten und Täter und ihre Taten furchtlos beim Namen benennen.“  

Angesichts der aktuellen Gewalt im Kongo macht medica mondiale derzeit verstärkt auf das Schicksal kongolesischer Frauen aufmerksam. Im Osten des Landes wütet erneut ein Krieg, bei dem Frauen das bevorzugte Ziel der marodierenden Soldaten und Rebellen sind. Monika Hauser fordert schnelle, unbürokratische Hilfe für die Opfer sexualisierter Gewalt und ein entschlossenes Eingreifen der Europäer. "Dazu gehört, dass die Vertreter der deutschen Bundesregierung, die mit Kinshasa verhandeln, Vergewaltigungen und Gewalt gegen Frauen als Verhandlungsthema ganz oben auf ihre Agenda setzen. Es ist ganz wichtig, dass endlich kongolesische Fachfrauen mit an den Verhandlungstisch nach Nairobi kommen“, sagte Hauser in einem Interview mit der ARD am Vortag der Preisverleihung.  

Der „Right Livelihood Award“, oft als Alternativer Nobelpreis bezeichnet, wurde 1980 von Jakob von Uexküll ins Leben gerufen, um jene zu unterstützen, die beispielhafte Antworten auf die dringendsten Fragen unserer Zeit anbieten. Frau Hauser wird ausgezeichnet „für ihren unermüdlichen Einsatz für Frauen, die in Krisenregionen schrecklichste sexualisierte Gewalt erfahren haben, und für ihren Kampf, ihnen gesellschaftliche Anerkennung und Entschädigung zu verschaffen“, so die Jury in ihrer Begründung.

Dankesrede von Monika Hauser (dt.)
Acceptance spreech of Monika Hauser (engl.)

Laudatio von Jokob von Uexküll, Gründer der Stiftung "The Right Livelihood Award"

Website des Right Livelihood Award

Pressemitteilung vom 25. November 2008 zum Kongo