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16. Juli 2010

Aktivistinnen bringen sich in afghanischen Friedensprozess ein

In einer gemeinsamen Presseerklärung im Nachgang zur Friedens-Dschirga im Juni in Kabul haben sich afghanische Frauenrechtsaktivistinnen kritisch zu deren Ausgang geäußert. Die VertreterInnen von zehn Nichtregierungs-Organisationen begrüßten in ihrer Erklärung die aktive Teilnahme von Frauen an der nationalen Friedensversammlung. Gleichzeitig sprachen sie sich vehement gegen jede Form von Friedensverhandlung aus, die die Errungenschaften der letzten zehn Jahre auf dem Gebiet der Frauenrechte in Afghanistan gefährden könnten.

Die Aktivistinnen hatten sich im April auf Initiative von medica mondiale Afghanistan und dem Afghan Women’s Network (Netzwerk afghanischer Frauen) zu einem Friedensbündnis zusammengeschlossen. Ziel ist es, sich stärker als bisher in den afghanischen Friedensprozessen und in die Planung von Sicherheitspolitik in ihrem Land einzubringen.

Zu den Bündnispartnerinnen gehören Vertreterinnen der afghanischen Nichtregierungsorganisationen All Afghan Women Union (AAWU), National Democratic Institute (NDI), Training Human Rights Association (THRA), Education Center for Women (ECW), Windows for Life (WfL), Afghan Women Skills Development Center (AWSDC), Afghan Women’s Education Center (AWEC), Supportive Organization for Poor Women and Children (SOPWC), Afghan Women Resource Center (AWRC), and Women and Children Legal Research Foundation (WCLRF). Drei von ihnen hatten an der Friedens-Dschirga teilgenommen. 

Die Bildung des Friedensnetzwerkes ist Ergebnis eines im März 2009 von medica mondiale gestarteten Projektes im Bereich der Friedensarbeit: Frauen in Afghanistan, Liberia und in der Demokratischen Republik Kongo werden darin unterstützt, sich in ihren Ländern aktiv an politischen Entscheidungen zu beteiligen und sich als Akteurinnen auf kommunaler und nationaler Ebene für ihre Interessen einzusetzen. Im Rahmen des dreijährigen Projektes werden Frauenaktivistinnen aus den drei Ländern in politischer Lobbyarbeit und Konfliktlösung fortgebildet. Durch internationale Vernetzungstreffen wird außerdem der Austausch und die Zusammenarbeit zwischen den Aktivistinnen aus Afrika und Afghanistan sowie aus anderen Projektländern von medica mondiale wie dem Balkan gefördert. Ein erstes Treffen fand bereits im Juli 2009 bei der kosovarischen Frauenrechtsorganisation Medica Kosova statt.

Das Projekt zur Förderung der politischen Teilhabe von Frauen und Mädchen wird größtenteils von der Europäischen Kommission finanziert.