Unsere Arbeitsweise

Durch jahrelange Erfahrung hat medica mondiale Konzepte und Methoden zur Unterstützung von kriegstraumatisierten Frauen entwickelt und dadurch Standards in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit und Menschenrechtsarbeit gesetzt: Dazu gehört zum einen die unmittelbare und umfassende Unterstützung von Frauen in Kriegs- und Krisengebieten, die von medizinischer Versorgung über psychosoziale Beratung und rechtlichen Beistand bis hin zu beruflicher Existenzsicherung reicht. Zum anderen betreibt medica mondiale Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit zum Thema sexualisierte Kriegsgewalt und setzt sich politisch für die Rechte von Frauen ein.

 

Schaffung nachhaltiger Unterstützungsstrukturen

Gemeinsam mit einheimischen Frauen unterstützt medica mondiale den Aufbau von Beratungs- und Therapiezentren für Frauen, die während oder nach dem Krieg sexualisierte Gewalt erlebt haben. Die Überlebenden brauchen vor allem einen Ort, an dem sie vor erneuter Gewalt geschützt sind, an dem sie sich stabilisieren und ihre traumatischen Erlebnisse verarbeiten können.

Hilfe zur Selbsthilfe

Ziel unserer Arbeit ist die Schaffung nachhaltiger Strukturen zur Unterstützung von Frauen in Kriegs- und Krisengebieten – besonders dort, wo den Verbrechen tatenlos zugesehen wird, wo Frauen und Mädchen keine Unterstützung erfahren und auf sich selbst gestellt sind. Die Auslandsprojekte von medica mondiale sind prinzipiell so angelegt, dass sie mittel- und langfristig von lokalen Projektpartnerinnen übernommen und eigenständig weitergeführt werden.

Aufbau von Kompetenzen

Die Unterstützung von im Krieg traumatisierten Frauen erfordert spezifisches Fachwissen und eine besondere Sensibilität und Kompetenz im Umgang mit den Betroffenen von sexualisierter Gewalt. Zu den Kernaufgaben von medica mondiale gehört es daher, Fachkräften aus sozialen, medizinischen, therapeutischen und juristischen Berufen in Kriegs- und Konfliktregionen Kenntnisse und Fachwissen zum Umgang mit Gewalt gegen Frauen und Trauma im eigenen Arbeitsfeld zu vermitteln.

Projektförderungen und -kooperationen

Seit 2004 unterstützt medica mondiale Hilfsprojekte weltweit, die einheimische Frauenorganisationen ins Leben gerufen haben. Mit vergleichsweise kleinen Summen – von 5.000 Euro aufwärts – fördert medica mondiale gemeinsam mit den Partnerorganisationen Projekte zu Gunsten von kriegstraumatisierten Frauen und Mädchen.

Informieren und aufklären

medica mondiale macht öffentlich auf den weltweiten Skandal von sexualisierter Gewalt im Krieg und ihre Folgen aufmerksam, klärt über die Ursachen und Hintergründe auf und fordert eine öffentliche Auseinandersetzung mit den Kriegsvergewaltigungen.

Menschenrechtsarbeit

medica mondiale macht sich auf politischer Ebene für Frauen stark, übt Druck auf PolitikerInnen und Organisationen aus, damit sie sich für die Rechte von Frauen einsetzen. Weltweit drängt medica mondiale Politik und Regierungen darauf, die internationalen Abkommen zum präventiven Schutz von Frauen vor sexualisierter Gewalt einzuhalten.

Gerechtigkeit

Kriegsvergewaltigungen sind schwere Menschenrechtsverletzungen. medica mondiale prangert diese Menschenrechtsverletzungen öffentlich an und fordert die strafrechtliche Verfolgung sexualisierter Kriegsgewalt. In den letzten Jahren hat medica mondiale insbesondere die Arbeit der internationalen Gerichtshöfe kritisch begleitet und sich beharrlich für den Schutz der traumatisierten Zeuginnen und eine angemessene Prozessführung eingesetzt.

Dokumentation und Studien

medica mondiale beobachtet und dokumentiert die Verbrechen gegen Frauen und Mädchen und verfolgt die internationalen Strafprozesse, in denen Menschenrechtsverletzungen an Frauen verhandelt werden. Nur wenn Kriegsverbrechen belegt, bezeugt und dokumentiert werden, können sie auch vor einem internationalen Kriegsverbrecher-Tribunal geahndet werden.

Austausch und Vernetzung

medica mondiale fördert den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen den Projekten und den inzwischen selbständigen Frauenorganisationen. Frauen aus verschiedenen Ländern, Kulturen und sozialen Schichten tauschen sich so über nachhaltige Konzepte der Arbeit mit traumatisierten Frauen in Kriegsgebieten aus und unterstützen sich gegenseitig.

Spendenbetrag:

Mit 50 Euro finanzieren wir einer Frau in Afghanistan eine dreimonatige psychosoziale Betreuung.

Charta

Unsere Arbeitsprinzipien haben wir in einer Charta verbindlich festgelegt.

Satzung

Die Satzung von medica mondiale vom 26.01.2005

18 Jahre medica mondiale

Die Chronik bietet einen Rückblick auf 18 Jahre kompromißlosen Einsatz für Mädchen und Frauen in Kriegs- und Krisengebieten seit 1993. 

Wo wir arbeiten

Derzeit ist medica mondiale in neun Ländern tätig – in Afghanistan, Kosova und Liberia mit eigenen Frauentherapiezentren, in anderen Regionen in Kooperation mit Frauenorganisationen vor Ort.

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