Therapiezentrum Medica Zenica ein Beispiel für Trauma-Arbeit
Breit angelegte Unterstützung offenes Angebot
In der bosnischen Kriegszeit gründete Monika Hauser im April 1993 zusammen mit bosnischen Fachfrauen das Beratungs- und Therapiezentrum Medica Zenica. Das seinerzeit entwickelte und inzwischen erweiterte Konzept wird heute in Bosnien in drei Projekthäusern in Zenica und Visoko mit etwa 80 Mitarbeiterinnen umgesetzt.
Konkret wird den kriegstraumatisierten Frauen ein niedrigschwelliges
und
interdisziplinäres Hilfsangebot
auf breiter Basis angeboten, das ihnen einerseits medizinische Behandlung
und Beratung sowie psychologische und soziale Hilfe gibt, aber auch Frauen
in Ausbildungslehrgängen und erwerbsfördernden Maßnahmen
zusammen führt und im Selbstbewußtsein stärkt. Für
die Frauen ist die mobile Ambulanz mit den Gynäkologinnen zu einer
ähnlichen Instanz geworden.
Psychosomatische
Ausrichtung
Das Team arbeitet auf medizinischer und psychologischer Basis eng zusammen und behandelt die Erkrankungen der Frauen psychosomatisch, das heisst, den Körper und die Seele gleicher Maßen im Blick habend. Einzelgespräche der Überlebenden mit den Therapeutinnen und Ärztinnen werden durch Gruppengespräche ergänzt, die die innere Kraft der Betroffenen wecken und stärken. Der drohenden Isolation und dem Schweigen wird hiermit behutsam, aber beharrlich entgegen gewirkt.
Die Selbstheilungskräfte wecken
Die Therapeutinnen von medica mondiale arbeiten mit einem ressourcenorientierten Ansatz, der die inneren Selbstheilungskräfte und verborgenen Kraftquellen der Frauen und Mädchen anspricht. Elemente der Gestalttherapie, des Psychodramas, der Körperarbeit und Familientherapie unterstützen den ganzheitlichen Ansatz.
Die Spiritualität und Kultur des Landes einbeziehen
Für viele bosnischen Frauen hat sich die Mitarbeit der islamischen Theologin – der Mualima – als unschätzbar wertvoll erwiesen. Sie wirkt als Mittlerin zwischen den Frauen und dem Hilfangebot, insbesondere in ländlichen Gebieten, und kann durch ihre Stellung und ihr Wissen so manche Barriere lösen.
Von Frau zu Frau: Wissen weiter geben
Wichtig und wertvoll für die Arbeit mit traumatisierten Frauen nicht nur in Zentren und in den Städten ist die Weitergabe des erfahrenen und erworbenen Wissens der Beraterinnen an andere Frauen: So, wie die Psychologinnen – die aus psychosozialen Berufen stammen – selbst in den Kriegszeiten von ausländischen Trainerinnen geschult wurden, um mit dem Phänomen "Psychotrauma" zu arbeiten, teilen sie ihr Wissen in Weiterbildungsmaßnahmen und fachlicher Beratung mit anderen Frauen in Kriegs- und Krisengebieten.
Helfen Sie uns mit Ihrer
Spende bei der Unterstützung von Frauen in Kriegs- und Krisengebieten in aller Welt!
© medica mondiale e.V. · 11.10.2006



Krieg und Trauma