Fortbildungen bei medica mondiale
Kompetente Unterstützung für die Helferinnen
In Kriegs-, Krisen- und Nachkriegsgebieten stehen Menschen, die in helfenden Berufen arbeiten, vor großen Herausforderungen. Sie selbst haben kaum Möglichkeiten, die schrecklichen Erlebnisse zu verarbeiten und eigene Verluste zu betrauern. Oft sind die psychischen und gesundheitlichen Folgen von Kriegstraumatisierungen in der Gesamtbevölkerung und auch bei den Mitarbeiterinnen des Gesundheitssystems unbekannt, von den Auswirkungen sexualisierter Gewalt ganz zu schweigen.
So führt der Umgang mit traumatisierten KlientInnen zu großen Verunsicherungen, die Helferinnen fühlen sich überfordert und können keine angemessene Hilfestellung mehr bieten oft überschreiten sie ihre persönlichen Grenzen, um den Bedürfnissen der Klientinnen gerecht zu werden. Nicht selten kommt es im Zusammenhang mit Humanitärer Hilfe, medizinischer Versorgung oder im Kontakt mit Behörden und Institutionen zu erneuten Traumatisierungen. Auch in Deutschland ist die Vermittlung von fundiertem Fachwissen zum Thema sexualisierte Gewalt und Trauma immer noch nicht Teil der standardisierten Ausbildung für die Berufsgruppen, die fast täglich mit betroffenen Frauen zu tun haben.
Qualifizierungsmaßnahmen
von medica mondiale
Für die Verarbeitung von Gewalterfahrungen ist es existenziell, dass die Betroffenen in der Zeit nach dem Trauma adäquate Unterstützungsangebote erhalten. Aufgrund der gesellschaftlichen Tabuisierung sexualisierter Gewalt sind Mitarbeiterinnen aus Gesundheits- und psychosozialen Arbeitsfeldern oft erste potenzielle Ansprechpersonen für betroffene Frauen.
medica mondiale bietet deshalb teilweise mehrjährige Fortbildungsprogramme und Trainings für Multiplikatorinnen in Krisen- und Nachkriegsregionen an. Zielsetzung ist die Erweiterung der Handlungskompetenz von Berufsgruppen, die in ihrem Arbeitsfeld mit traumatisierten Frauen und Mädchen zu tun haben. Darüber hinaus soll die Vernetzung unter den verschiedenen Einrichtungen und Berufsgruppen gefördert werden. Die Teilnehmerinnen kommen aus Gesundheits- und Sozialberufen, aus dem therapeutischen Bereich, aus juristischen und anderen verwandten Arbeitsfeldern. Ab 2004 sind auch Fortbildungsprogrammen für Mitarbeiterinnen verschiedener Berufsgruppen in Deutschland geplant.
Inhalte der Fortbildungsmodule
- Sexualisierte Kriegsgewalt und ihre Auswirkung auf Frauen und Mädchen im kulturellen Kontext
- Entstehung von Traumata, Symptome, mögliche Auswirkungen auf das Verhalten von Klientinnen
- Aufklärung über Gefahren der Retraumatisierung; Strategien zur Vermeidung; Möglichkeiten zur Krisenintervention
- Gestaltung eines trauma- und geschlechtssensiblen Arbeitssettings unter der Berücksichtung von Grundprinzipien im Umgang mit Menschen, die traumatische Verletzungen erlebt haben
- Aufklärung der Auswirkung des Umgangs mit Psychotrauma und Gewalt auf die eigene Person, Umgang mit
stellvertretender Traumatisierung,
Burn-Out- Prophylaxe - Frauen- und Menschenrechte; Juristische Aufarbeitung von Menschenrechtsverletzungen an Frauen; Dokumentation, Zeuginnenschutz
- Aufenthaltsstatus von kriegstraumatisierten Frauen bei Flucht und Migration
Aus der Praxis von medica mondiale
Seit 2001 leitet Medica Zenica ein sehr erfolgreiches Multiplikatorinnentraining für Mitarbeiterinnen aus staatlichen Institutionen in Bosnien wie Polizei, Sozialamt, Gerichts- und Gesundheitswesen. Seit 2002 führt medica mondiale in Kabul ein Qualifizierungsprogramm für Multiplikatorinnen aus dem Gesundheits- und psychosozialen Bereich durch. Seit Ende 2002 werden Teilnehmerinnen des Expertinnenpools von medica mondiale Fortbildungsmodule angeboten, um das Fachwissen zu frauenspezifischem Kriegstrauma zu vertiefen und auf Einsätze als Trainerinnen im In- und Ausland vorzubereiten.
Helfen Sie uns mit Ihrer
Spende bei der Unterstützung von Frauen in Kriegs- und Krisengebieten in aller Welt!
© medica mondiale e.V. · 11.10.2006



Krieg und Trauma