Sexualisierte Gewalt & Krieg

Sexualisierte Gewalt und Folter an Frauen und Mädchen sind Bestandteil jeden Krieges. Vergewaltigungen im Krieg beschränken sich nicht auf die Geschehnisse während und nach dem II. Weltkrieg, und auch die Massenvergewaltigungen im Bosnienkrieg Anfang der 90er Jahre waren kein unerklärlicher Ausreißer. Sexualisierte Gewalt ist nicht nur eine besonders perverse Form der Kriegführung, sondern eine erschreckende, traumatisierende Alltagserfahrung von Frauen und Kindern in vielen Ländern weltweit.

Erschreckendes Ausmaß von Vergewaltigungen im Krieg

  • In Liberia wurden während des Bürgerkrieges von 1989 bis 2003 schätzungsweise zwei von drei Frauen vergewaltigt.
  • In der Demokratischen Republik Kongo wird von hunderttausenden vergewaltigten Frauen ausgegangen; auch nach dem offiziellen Ende des Krieges 2002 geht die brutale Gewalt gegen Frauen in einigen Teilen des Landes ungehindert weiter. Dort vergewaltigen viele Täter in Banden, benutzen Waffen oder Glasscherben zur Vergewaltigung und lassen die Frauen schwer verletzt zurück.
  • Studien aus Ruanda gehen davon aus, dass rund 90 Prozent aller Frauen und Mädchen im Krieg 1994 vergewaltigt wurden, zigtausende wurden grauenvoll verstümmelt und umgebracht.
  • Während des Kosovo-Krieges 1998/99 haben zwischen 23.000 und 45.000 Frauen sexualisierte Gewalt erlebt.
  • In Afghanistan wird weiterhin – auch nach dem Fall der Taliban – ein regelrechter Krieg gegen die weibliche Bevölkerung geführt: Frauen gelten geradezu als Menschen zweiter Klasse, Gewalt und Misshandlungen in der Ehe sind weit verbreitet.
  • Die Reihe ließe sich noch lange fortsetzen, wenn auch oft nur mit geschätzten Zahlen, denn das Thema Kriegsvergewaltigungen ist  immer noch keines, das genügend Aufmerksamkeit auf sich zieht: die Datenlage ist verheerend. Auch dies ein Ausdruck dessen, dass sexualisierte Gewalt in Kriegen und Konflikten lange als „Kollateralschaden“ von Kriegen angesehen wurden.

Spendenbetrag:

Mit 50 Euro finanzieren wir einer Frau in Afghanistan eine dreimonatige psychosoziale Betreuung.

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