Medizinische Versorgung

Traumasensible gynäkologische Behandlung und Gesundheitsaufklärung

Die Arbeit mit gewaltbetroffenen und zum Teil traumatisierten Frauen erfordert spezifische Kenntnisse und eine besondere Sensibilität für die Patientinnen. In allen Projekten arbeiten daher Ärztinnen, Hebammen und Krankenschwestern, die zuvor im Umgang mit Gewalt gegen Frauen, Traumatisierung und Psychosomatik geschult wurden.

Die Anforderungen an die Fachfrauen vor Ort sind vielfältig: Sie sind oft die ersten Ansprechpersonen für Frauen und Mädchen, die vergewaltigt worden sind. Deshalb benötigen sie nicht nur fachärztliches Wissen, sondern auch psychosoziale Kompetenz und eine große Flexibilität, sich auf die individuelle Situation der betroffenen Frauen einzulassen. Oberstes Ziel ist es, den Frauen respekt- und verständnisvoll zu begegnen, um eine erneute Traumatisierung und Gewalterfahrung zu verhindern. Daher müssen die Ärztinnen, Hebammen und Krankenschwestern Vertrauen aufbauen und einen Rahmen schaffen, der es den Frauen ermöglicht, sich zu öffnen und über ihre Gewalterlebnisse zu sprechen. Dann ist es auch möglich, ihnen weitere Hilfsangebote wie psychosoziale Beratung oder Rechtsberatung zu vermitteln.

 

Beispiel Afghanistan

Zwischen 2002 und 2007 unterstützte medica mondiale die Entwicklung frauenorientierter Behandlungsansätze in Kabuler Krankenhäusern durch den Einsatz afghanischer Ärztinnen – Exilafghaninnen, die in Deutschland von medica mondiale in trauma-orientierter und psychosomatischer Intervention mit gewaltbetroffenen Frauen weitergebildet wurden. 28 in Deutschland lebende afghanische Ärztinnen waren bis 2007 in insgesamt elf Krankenhäusern in Kabul und Umgebung, Herat, Pol-e Khomri und Kandahar tätig. In über 60 Kurzzeiteinsätzen behandelten die exilafghanischen Ärztinnen aus Deutschland mehr als 10.000 Patientinnen. Wichtigstes Ergebnis der Einsätze: die Sensibilisierung des medizinischen Fachpersonals für die Folgen und Auswirkungen von sexualisierter Gewalt und die Weitergabe der Kenntnisse in Trauma und Psychosomatik an die afghanischen Kolleginnen und Kollegen vor Ort. 

 

Spendenbetrag:

Mit 50 Euro finanzieren wir einer Frau in Afghanistan eine dreimonatige psychosoziale Betreuung.

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