
Medizinische Versorgung
Sexualisierte Gewalt und ihre gesundheitlichen Folgen
Vergewaltigungen im Krieg sind oft von besonderer Grausamkeit. Viele Frauen erleiden schwere innere und äußere Verletzungen, Risse in der Vagina und im Darm bis hin zu Beckenbrüchen. An den Geschlechtsorganen bilden sich Fisteln, die oft jahrelang chronische Schmerzen im Unterleib verursachen und häufig zur Inkontinenz führen. Manche Frauen können infolge ihrer Verletzungen keine Kinder mehr bekommen. Andere erleben Komplikationen während der Schwangerschaft oder bei der Geburt. Das Risiko, sich bei einer Vergewaltigung mit Geschlechtskrankheiten, insbesondere HIV/AIDS, zu infizieren, ist ebenfalls hoch.
Viele der massiven Beschwerden – anhaltende Kopfschmerzen- oder Unterleibsschmerzen, Herzbeschwerden und Panikattacken – sind psychosomatischen Ursprungs. Sie entstehen unter anderem durch die Verdrängung der erlebten Gewalt, zu der sich Frauen in vielen Ländern gezwungen sehen. In Ländern wie Kosova, Afghanistan oder auch in der Demokratischen Republik Kongo, wo traditionell orientierte Familien Vergewaltigung als Angriff auf die Ehre der Familie beziehungsweise des Ehemanns werten, stehen Frauen massiv unter Druck, dass niemand von ihrer Vergewaltigung erfahren darf.
