Medizinische Versorgung

Medizinische Versorgung im Kontext von Krieg und Konflikten

In Kriegs- und Nachkriegsgebieten werden die wenigsten Frauen nach einer Vergewaltigung rechtzeitig und angemessen medizinisch versorgt, wodurch Verletzungen unbehandelt bleiben und auch der Zeitpunkt überschritten wird, um Medikamente zur Vorbeugung einer HIV-Infektion oder Schwangerschaft zu geben.

Dies liegt einerseits an der allgemein schlechten Versorgungslage in Kriegs- und Nachkriegsgebieten. So müssen zum Beispiel Frauen in der Demokratischen Republik Kongo zum Teil mehr als hundert Kilometer zurücklegen, um zur nächsten Gesundheitsstation zu gelangen. Und auch dann kann es sein, dass sie abgewiesen wird, weil sie die Kosten für Medikamente und Behandlung nicht bezahlen können. Andererseits stehen insbesondere Frauen in Ländern mit frauenfeindlichen Traditionen oft kaum ausreichende medizinische oder gynäkologische Angebote zur Verfügung.

Die Stigmatisierung, die in vielen Gesellschaften auf Frauen lastet, die sexualisierte Gewalt erfahren haben, kann zudem verhindern, dass sie überhaupt gynäkologische Hilfe in Anspruch nehmen, geschweige denn sich der Gynäkologin mit ihrem Problem anvertrauen. Um nicht als „unrein“ oder „beschmutzt“ zu gelten, bleiben viele Frauen den medizinischen Angeboten fern. So suchen die Mitarbeiterinnen in den Projekten von medica mondiale in jeder Region immer wieder nach unterschiedlichen Möglichkeiten, um mit den Opfern von Vergewaltigungen und sexualisierter Gewalt in  Kontakt zu kommen und Frauen die Inanspruchnahme gynäkologischer Hilfe zu erleichtern – ohne sie einer Stigmatisierung auszusetzen.

Seit 1993 hat medica mondiale Tausende von Frauen unter anderem im Kosovo, in Bosnien-Herzegowina, Albanien, Liberia und Afghanistan gynäkologisch untersucht und behandelt. Die Gesundheit vieler Frauen hat sich dadurch deutlich verbessert. Allein in Bosnien wurden seit 1993 bis heute insgesamt mehr als 98.000 gynäkologische Untersuchungen im Zentrum von Medica Zenica vorgenommen.

Spendenbetrag:

Mit 50 Euro finanzieren wir einer Frau in Afghanistan eine dreimonatige psychosoziale Betreuung.

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