Gesundheit

Vergewaltigungen und andere Formen von Gewalt gegen Frauen führen meist zu erheblichen gesundheitlichen Schädigungen der betroffenen Frauen. Lebenslange gesundheitliche Beeinträchtigungen sind die Folge, die das Leben der Frauen auf Dauer erheblich einschränken. Bei der Hilfe für die Überlebenden sexualisierter Kriegsgewalt steht daher die medizinische Versorgung der Opfer von Vergewaltigungen an erster Stelle.

medica mondiale bietet Frauen und Mädchen, die in Kriegs- und Konfliktgebieten sexualisierte Gewalt erleben, umfassende gynäkologische und allgemeinmedizinische Grundversorgung an - speziell ausgerichtet auf die Bedürfnisse und die Situation von durch Krieg und Gewalt traumatisierten Frauen. In Bosnien-Herzegowina, Albanien und Kosova hat medica mondiale gynäkologische Behandlungsräume in den Beratungszentren eingerichtet, in denen auch psychosoziale und juristische Unterstützung angeboten wird. In Afghanistan, Liberia oder in der Demokratischen Republik Kongo arbeiten die Projektmitarbeiterinnen eng mit den dortigen Gesundheitsstationen und Krankenhäusern zusammen und vermitteln Frauen zu medizinischen Einrichtungen.

Sexualisierte Gewalt und ihre gesundheitlichen Folgen

Vergewaltigungen im Krieg sind oft von besonderer Grausamkeit. Viele Frauen erleiden schwere innere und äußere Verletzungen, Risse in der Vagina und im Darm bis hin zu Becken­brüchen. An den Geschlechtsorganen bilden sich Fisteln, die oft jahrelang chronische Schmerzen im Unterleib verursachen und häufig zur Inkontinenz führen.

Medizinische Versorgung im Kontext von Krieg und Konflikten

In Kriegs- und Nachkriegsgebieten werden die wenigsten Frauen nach einer Vergewaltigung rechtzeitig und angemessen medizinisch versorgt, wodurch Verletzungen unbehandelt bleiben und auch der Zeitpunkt überschritten wird, um Medikamente zur Vorbeugung einer HIV-Infektion oder Schwangerschaft zu geben. 

Seit 1993 hat medica mondiale Tausende von Frauen unter anderem im Kosovo, in Bosnien-Herzegowina, Albanien, Liberia und Afghanistan gynäkologisch untersucht und behandelt. Die Gesundheit vieler Frauen hat sich dadurch deutlich verbessert. Allein in Bosnien wurden seit 1993 bis heute insgesamt mehr als 98.000 gynäkologische Untersuchungen im Zentrum von Medica Zenica vorgenommen.

Traumasensible gynäkologische Behandlung und Gesundheitsaufklärung

Die Arbeit mit gewaltbetroffenen und zum Teil traumatisierten Frauen erfordert spezifische Kenntnisse und eine besondere Sensibilität für die Patientinnen. In allen Projekten arbeiten daher Ärztinnen, Hebammen und Krankenschwestern, die zuvor im Umgang mit Gewalt gegen Frauen, Traumatisierung und Psychosomatik geschult wurden.

Mobile gynäkologische Ambulanz

In Bosnien und in Kosova unterhält medica mondiale zusätzlich zur gynäkologischen Praxis mobile Ambulanzen – Kleinbusse, die wie kleine gynäkologische Behandlungsräume eingerichtet sind. Damit werden Frauen und Mädchen in entlegenen und teilweise schwer zugänglichen Dörfern und Regionen erreicht.

Gesundheitswesen und Vorsorge

In vielen Ländern finden Frauen – insbesondere Patientinnen mit Gewalterfahrung – keine angemessene medizinische Versorgung in den Gesundheitseinrichtungen. medica mondiale engagiert sich in den Projektländern daher auch für die Verbesserung der öffentlichen Gesundheitsfürsorge. Gemeinsam mit den medizinischen Teams vor Ort setzt sich medica mondiale dafür ein, dass die medizinischen Angebote in staatlichen Krankenhäusern stärker auf die Bedürfnisse von gewaltbetroffenen Frauen ausgerichtet werden und ein traumasensitiver Behandlungsansatz eingeführt wird.

Spendenbetrag:

Mit 50 Euro finanzieren wir einer Frau in Afghanistan eine dreimonatige psychosoziale Betreuung.

120