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Am 30. November 2015 veranstaltete medica mondiale einen Fachtag in Berlin. Knapp 100 Frauen und wenige Männer diskutierten über die Langzeitfolgen von Kriegsvergewaltigungen und die daraus resultierenden Herausforderungen für Gesellschaft,
Politik und Fachwelt. 

Im Mittelpunkt des Fachtages stand die Studie „We are still alive. Wir wurden verletzt, doch wir sind mutig und stark.“ Die von medica mondiale und ihrer bosnischen Partnerorganisation Medica Zenica durchgeführte Untersuchung mit Überlebenden sexualisierter Kriegsgewalt in Bosnien und Herzegowina zeigt: Die während des Krieges erlebte Gewalt wirkt auch nach 20 Jahren fort.

In diesem Zusammenhang wurde auch über die Vergewaltigungen des Zweiten Weltkriegs gesprochen. Über die Hälfte der heute alten Frauen leidet noch immer unter den Folgen der erlebten Gewalt, wie Ergebnisse einer Studie der Universität Greifswald belegen.

In Workshops stellten die Referentinnen theoretische Hintergründe der Trauma-Arbeit vor und erarbeiteten gemeinsam mit den TeilnehmerInnen Unterstützungsansätze für Überlebende von Kriegsvergewaltigungen.

Der Fachtag wurde gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

Videoproduktion: fuchsblau film

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Hintergrund


Medica Zenica und medica mondiale führten 2014 gemeinsam eine Studie mit 51 Überlebenden von Kriegsvergewaltigungen und sexueller Gewalt in Bosnien und Herzegowina durch. Die Frauen haben die Unterstützungsangebote von Medica Zenica während und nach dem Krieg in Anspruch genommen. Dies ist eine Zusammenfassung der Studie.


Vollständiger Titel der englischen Studie: "We are still alive. We have been harmed but we are brave and strong.” Second revised edition. (November 2014). © Medica Zenica & medica mondiale


Video über die wichtigsten Ergebnisse und Empfehlungen


Die Forschungsergebnisse dieser Studie weisen auf ein äußerst komplexes Bild hin: Die meisten Überlebenden leiden nach wie vor deutlich unter den Folgen ihrer Erfahrungen. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Die mittlerweile chronifizierte posttraumatische Dynamik, die Einschränkungen, die mit einer dauerhaft belasteten psychischen und physischen Gesundheit einhergehen, der wahrgenommene Mangel an sozialer Anerkennung und an Schutz, und schließlich die anhaltenden Belastungen im gegenwärtigen Leben spielen eine Rolle und interagieren miteinander. Gleichzeitig zeigen die Teilnehmerinnen unserer Studie aber auch beachtliche Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Bewältigung. Sie versuchen, ihr Leben aktiv zu meistern und aus ihren Beziehungen Kraft zu schöpfen.


Mit Blick auf diese Komplexität formulieren wir Empfehlungen, die sowohl die Bedürfnisse der Überlebenden selbst reflektieren als auch den größeren gesellschaftlichen Kontext von Leid thematisieren, den wir in unseren Studienergebnissen aufzeigen konnten:Unsere Forschung hat deutliche Hinweise auf transgenerationale Folgen gefunden, also darauf, dass sich die Traumata der Überlebenden auch auf deren Kinder auswirken.

Deshalb müssen die folgenden Empfehlungen auch konzeptionell verbunden werden mit den internationalen Verpflichtungen, die der Staat und die Entitäten Bosnien und Herzegowinas haben und bei denen es insbesondere um den garantierten Zugang zu Gerechtigkeit und Wiedergutmachung geht; sie müssen ebenfalls im Kontext der nationalen Friedensschaffungs- und Versöhnungsagenda verstanden werden.

Forscherinnen: Sabiha Husic, M.Sc., Irma Šiljak, Emina Osmanovic, Ferida Ðekic, Lejla Heremic


Consultants: Dr. Simone Lindorfer, Dr. Elvira Durakovic-Belko, Andreja Dugandžic, Nejra Cengic

Videoproduktion: Basti Hansen und Gil Nissan

Die deutsche Zusammenfassung der Studie und die englische Originalversion finden Sie in unserer Mediathek.

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