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Wir unterstützen Frauen und Mädchen in Kriegs- und Krisengebieten.

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Am 11. Oktober veranstaltete die Sozialdemokratische Partei Deutschland (SPD) in Mainz ihren Perspektivkongress 2015. Rund 500 TeilnehmerInnen berieten über die künftige programmatische Ausrichtung der Partei. Auch Monika Hauser, Gründerin von medica mondiale, nahm als unabhängige Expertin an der Veranstaltung teil und diskutierte unter anderem mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier über deutsche Außenpolitik. "Frieden braucht Gerechtigkeit für Männer und für Frauen!" - so die Kernaussage von Monika Hauser.

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Seit über 20 Jahren unterstützt medica mondiale Frauen und Mädchen in Kriegs- und Krisengebieten, die sexualisierte Gewalt überlebt haben. Auch nach Ende der Konflikte und kriegerischen Auseinandersetzungen endet die Gewalt für Frauen und Mädchen meist nicht - im Nachkriegskontext erleiden sie oft vermehrt häusliche Gewalt. Dies stellt für Frauen im schlimmsten Fall eine Art Kriegssituation in den eigenen vier Wänden dar.

Unterstützung bei der Bewältigung traumatischer Erfahrungen

Mit einer trauma-sensiblen Grundhaltung nehmen wir die Situation von Frauen ganzheitlich in den Blick und suchen nach individuellen und gesamtgesellschaftlichen Lösungsansätzen. Wir wollen Frauen und Mädchen dazu befähigen, ihre stark belastenden und zum Teil traumatischen Gewalterfahrungen zu bewältigen und sie darin unterstützen, Strategien zu entwickeln, die erneute Gewalt verhindern.

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Auf der Flucht erleben viele Frauen und Mädchen sexualisierte
Gewalt durch Schlepper, Mitflüchtende oder lokale Ordnungskräfte.
Angekommen in den überfüllten Flüchtlingsunterkünften setzt sich die Gewalt oft
fort in Form von Übergriffen oder Zwangsprostitution.


Ein Gefühl der Sicherheit (zurück-)gewinnen

Das Erlebte kann für die Frauen lang anhaltende soziale, psychische und körperliche Folgen haben. Um die traumatischen Erfahrungen
verarbeiten zu können, ist es für die Überlebenden essentiell, dass sie
sich stabilisieren und ein Gefühl der Sicherheit (zurück-)gewinnen
können. Hierzu können auch engagierte HelferInnen im Kontakt mit
Geflohenen beitragen, beispielsweise indem Sie auf die Kraft ihres
Gegenübers vertrauen. Wichtig ist auch, dass Sie als Ehrenamtliche sich
nicht überfordern.

Gemeinsam Stärken und Grenzen erkennen

Mit den folgenden 11 Tipps – die auch im Umgang mit geflohenen
Männern gelten – möchten wir Menschen in der Arbeit mit
Zufluchtsuchenden unterstützen und dazu beitragen, dass Stärken und
Grenzen – auf beiden Seiten – erkannt und gewahrt werden.

  1. Vertrauen Sie der Stärke Ihres Gegenübers. Auch wenn die Frauen traumatische Erfahrungen gemacht haben: Die meisten werden die Folgen des Erlebten aus eigener Kraft überwinden können.

  2. Unterstützen Sie Ihr Gegenüber, diese Stärke auch wahrzunehmen. Fragen Sie die Frau, was ihr in der Vergangenheit gut getan hat. Fragen Sie nach positiven Erinnerungen, nach Zielen und Träumen. Auch wenn die Frau jetzt mit Gefühlen der Hilflosigkeit konfrontiert ist, verfügt sie über viele Kompetenzen.

  3. Vertrauen Sie auf das Bauchgefühl, das Sie auch im Umgang mit anderen Mitmenschen nutzen. Ihre natürliche Empathie ist Ihr Kompass.

  4. Fragen Sie nach, sobald Sie sich unsicher sind, ob Ihr Verhalten angemessen ist. Wenn nicht mit Worten, dann mit einem fragenden Blick oder einer kleinen Skizze.

  5. Für Männer: Suchen Sie keinen Körperkontakt. Für Frauen: Bieten Sie Körperkontakt, zum Beispiel eine Berührung am Arm, nur sehr zurückhaltend an. Achten Sie auf Signale Ihres Gegenübers wie Gesten, um abzuschätzen, ob die Berührung erwünscht ist.

  6. Erklären Sie Ihre Rolle innerhalb des Helfersystems sowie Möglichkeiten und Grenzen der Unterstützung, zum Beispiel, wann Sie wie erreichbar sind und wer Sie vertritt.

  7. Fragen Sie nicht neugierig nach vergangenen Erlebnissen wie Flucht oder dem Krieg. Wenn die Frau signalisiert, erzählen zu wollen, hören Sie aufmerksam zu, aber wahren Sie Grenzen (siehe 8).

  8. Suchen Sie einen Weg das Gespräch umzuleiten, wenn Sie oder Ihr Gegenüber Reaktionen zeigen wie Schwitzen, Zittern, Atembeschwerden, Taubheitsgefühle oder eingeschränkte Wahrnehmung von Zeit und Umgebung. Bieten Sie ein Glas Wasser an, fragen Sie die Frau, ob sie gerne frische Luft hätte und sagen Sie ihr, wie stark es ist, dass sie so schwere Dinge überlebt hat.

  9. Seien Sie geduldig. Stress- und Traumareaktionen können sich in Konzentrationsschwäche äußern. Ärgern Sie sich nicht, wenn Ihre Erklärungen oder Hinweise nicht umgesetzt oder vergessen wurden.

  10. Wahren Sie vor (männlichen) Familienmitgliedern die Intimsphäre der Frau und stellen Sie keine Fragen, die ihre Würde als Frau verletzen oder Schamgefühle berühren könnten.

  11. Überfordern Sie sich nicht. Achten Sie auf die Signale ihres Körpers, machen Sie Pause vom Helfen und sorgen Sie für Abwechslung in Ihrem Leben - denn Ihre Hilfe wird langfristig gebraucht.

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Top-Thema

Fünf Jahre Krieg in Syrien und der Terror des IS haben rund 14 Millionen Menschen zur Flucht gezwungen. Die Heimat und die soziale Ordnung sind zerstört, viele Familien zerrissen. Krieg, Vertreibung und Flucht begünstigen Übergriffe gegen Frauen. Vor allem die Islamisten des IS setzen geschlechtsspezifische Gewalt als Waffe ein.

Reichen Sie Flüchtlingsfrauen Ihre Hand, damit neue Stärke wachsen kann!

Reichen Sie gemeinsam mit medica mondiale den Überlebenden Ihre Hand. In Dohuk soll ein Frauenzentrum entstehen, in dem Mädchen und Frauen praktische Hilfe finden und sich austauschen können.

Jetzt Solidaritäts-Postkarte ausfüllen, absenden & spenden!

Aus hunderten Postkarten aus Deutschland wächst ein Baum der Hoffnung, der den Frauen Mut macht.
Machen Sie mit und schicken Sie Ihre Spende und die beiliegende Postkarte noch heute auf die Reise: Wir leiten Ihre Botschaft nach Dohuk weiter und lassen den Worten Taten folgen!

Jede Spende ist ein Zeichen Ihrer Verbundenheit mit Frauen weltweit. Danke!

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Im September 2015 erhielt Monika Hauser die Ehrennadel „Mutige Löwin“
des Deutschen Ärztinnenbundes e.V. als „Anerkennung für ihr Engagement,
ihren Mut, ihre Durchsetzungskraft, ihre Zähigkeit und ihre Ausdauer
bei ihrem unermüdlichen Einsatz für Frauen in Krisengebieten“. Die Preisverleihung fand im Rahmen der Eröffnungsfeier des 34.
Kongresses des Deutschen Ärztinnenbundes am 18. September 2015 in
Düsseldorf statt. Die Ehrennadel „Mutige Löwin“ wird seit 2001 alle zwei
Jahre vom Deutschen Ärztinnenbund verliehen. Die Stifterin der Auszeichnung, Psychotherapeutin Elke Burghard, zum
Symbol der Löwin: „Etwas Biss muss sein, auch in unserer heutigen
Gesellschaft.“

Frauen, die vor Krieg und Gewalt fliehen, erleben erneut sexualisierte Gewalt in Deutschland

In ihrer Dankesrede bezieht sich Monika Hauser mit deutlichen Worten auf die aktuelle Flüchtlingslage. Es müsse endlich erkannt und bekämpft werden, dass der größte Teil aller fliehenden Frauen und Mädchen auf ihrer Flucht erneut sexualisierte Gewalt erlebt. "Unerträglich ist, dass sich sexualisierte Gewalt auch in Deutschland fortsetzt" so Monika Hauser. Für eine friedensfördernde Ausrichtung der Entwicklungs- und Außenpolitik sei eine Analyse frauenspezifischer Flucht-Ursachen ist nicht nur dringend nötig, sondern maßgeblich. Jene, die zu uns nach Deutschland kommen, sollen eine Perspektive erhalten durch einen Ausblick auf eine existenzsichernde Arbeit sowie durch traumasensible Beratung und Versorgung, betont Monika Hauser. "Die medizinische Versorgung fu?r Asylsuchende darf nicht länger eingeschränkt sein" betont die Gynäkologin und weist auf die schweren gesundheitlichen und psychischen Folgen bei den Überlebenden hin.

Hausers Aufruf zeigte bereits Wirkung:
Die DÄB-Mitgliederversammlung hat beschlossen, einen Ärztinnen-Pool
einzurichten. Dort können sich Ärztinnen melden, die Flüchtlingsfrauen
und ihre Familien medizinisch versorgen wollen.

Weitere Auszeichnungen von Monika Hauser und medica mondiale

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Im Interview spricht Alena Mehlau, Psychologin bei medica mondiale, über ihre Arbeit mit traumatisierten Frauen und über trauma-sensible Unterstützungsangebote:
„Ich erlebe immer wieder, wie Frauen, die mehrfach sexualisierte Gewalt erfahren haben, heute sagen: Ja, ich wurde massiv verletzt, aber ich lebe und ich gestalte mein Leben. Menschen können durch soziale Unterstützung und mithilfe neuer Lebensperspektiven so viel Kraft und Mut schöpfen, dass sie sich trotz andauernder traumatischer Erfahrungen stabilisieren. Diese Erfolge machen unsere Arbeit aus – und geben auch uns selbst neuen Mut.“

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