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Wir unterstützen Frauen und Mädchen in Kriegs- und Krisengebieten.

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
das vergangene Jahr fing mit schlechten Nachrichten an: Den Übergriffen auf Frauen und Mädchen an Silvester in Köln. Sexualisierte Gewalt war plötzlich Thema. Doch statt einer aufgeklärten Debatte über die schon lang beklagten Strafbarkeitslücken folgte hektischer Aktionismus im Hinblick auf das Asylrecht. Eilig wurde das Asylpaket II verabschiedet, das unter anderem Abschiebungen erleichtern soll, im Sommer dann die längst überfällige Reform des Sexualstrafrechts (§ 177).
Derweil nutzten populistische Kräfte die Vorfälle, um Stimmung gegen Geflüchtete und Migranten zu machen. Die Betroffenen selbst waren dagegen bald schon vergessen.
Zugleich ging 2016 der Krieg in Syrien und im Irak mit unverminderter Härte weiter. In Afghanistan stieg die Zahl der zivilen Opfer, die bei Kämpfen und Anschlägen getötet oder verletzt wurden, mit 11.500 auf einen neuen Höchststand. Auch im Südsudan, in der Ukraine und im Ostkongo hielten die bewaffneten Auseinandersetzungen an.
In all diesen Konflikten sind Frauen sexualisierter Gewalt ausgesetzt – ob durch Milizen, Regierungssoldaten oder andere Akteure. Doch trotz zahlreicher internationaler Abkommen tun die politisch Verantwortlichen wenig, um sexualisierte Kriegsgewalt zu verhindern und deren Ursachen anzugehen.
Statt etwa den Aufbau adäquater Gesundheitsversorgung oder Organisationen zu fördern, die Überlebende langfristig und wirksam unterstützen, wird weiter in Waffen investiert.
Statt Fluchtursachen tatsächlich zu begegnen, zielt die gemeinsame Migrationspolitik Europas in erster Linie darauf ab, Geflüchtete fernzuhalten.
Und statt den hier Schutzsuchenden durch traumasensible Unterstützung das Ankommen zu erleichtern, dreht sich die Debatte eher darum, welche Länder zu „sicheren“ Herkunftsländern erklärt werden können, um eine Abschiebung zu ermöglichen.
Tatenlosigkeit und Resignation sind jedoch fehl am Platz! Gerade angesichts dieser Herausforderungen gilt es, widerständig zu bleiben und solidarisch denen zur Seite zu stehen, auf deren Rücken die Konflikte ausgetragen werden. Ermutigende Vorbilder sind da unsere Partnerorganisationen, die Überlebende vor Ort unterstützen und sich für Frauenrechte einsetzen.
Die Frauen von Medica Afghanistan etwa, die sich neben ihrer Beratungsarbeit unermüdlich für Gesetze zum Schutz von Frauen vor Gewalt stark machen. Oder die psychosozialen Beraterinnen in Liberia, Uganda und im Süd-Kivu, die als erste Anlaufstelle für gewaltbetroffene Frauen und Mädchen tagtäglich mit deren leidvollen Geschichten konfrontiert sind.
Oder die vielen Menschen, die sich hierzulande für Geflüchtete engagieren. Dass unser politischer Einsatz wirkt, zeigt auch das jüngst verabschiedete Gewaltschutzkonzept für Flüchtlingsunterkünfte in Nordrhein-Westfalen, das unsere Forderungen nach bedarfsgerechter Unterbringung und Schutzräumen für Frauen und Mädchen aufgreift. Das alles macht Mut und zeigt, dass wir gemeinsam viel bewirken können, damit Frauen und Mädchen in Würde und Gerechtigkeit leben können!

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Die Redakteurin Claudia Kock Marti der Zeitung "Südostschweiz am Wochenende" schildert ihre Eindrücke von der Frauenrechtekonferenz "Jetzt Frauen stärken! – Für eine Kultur der Anerkennung und Versöhnung im Kosovo“ , die im Mai 2017 in Gjakova im Südwesten des Landes stattfand. Eingeladen haben die beiden Frauenrechtsorganisationen Medica Gjakova und medica mondiale. Mit ihrer Tagung wollten sie dazu beitragen, dass Überlebende sexualisierter Gewalt endlich von dem 2014 verabschiedeten Gesetz über den Status der zivilen Opfer des Krieges profitieren und die damit verbundene Rente beantragen können.

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Ein Drittel aller nach Deutschland geflüchteten Menschen sind Frauen und Mädchen. In ihren Herkunftsländern und auf der Flucht haben sie Krieg, Folter und Todesangst erlebt. Doch selbst in den Aufnahmeländern sind sie häufig nicht sicher. Zum Internationalen Tag für die Beseitigung von sexualisierter Gewalt in Konflikten am 19. Juni und zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni haben wir Infografiken dazu erstellt.

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Die Zahl der zwischenstaatlichen Kriege hat sich zwar in den letzten Jahren verringert, aber die Gesamtzahl der Kriege steigt wieder. Insbesondere die Art der Kriege und die Zusammensetzung der Akteure haben sich in den letzten zwei Jahrzehnten verändert. Krisen und Gewaltkonflikte werden zunehmend komplexer. Die Konfliktgründe liegen laut Heidelberger Konfliktbarometer vornehmlich in dem Streit um das politische System, aber vielfach auch begründet im (ungleichen) Zugang zu Ressourcen – in Zeiten der Globalisierung Gründe, die stark internationaler, geostrategischer Einflussnahme und Interessen ausgesetzt sind. Bedingungen fragiler Staatlichkeit fördern das Entstehen neuer oder verstärken die gewaltsame Eskalation bereits bestehender Konflikte.

Information zur Mitwirkung von medica mondiale an diesem Dokument:
medica mondiale ist Mitglied im  Forum Menschenrechte (FRM) und nimmt an dessen Sitzungen der AG Frieden und Menschenrechte teil. Die Referentin für Politik und Menschenrechte von medica mondiale, Jeannette Böhme, hat sich konkret für die Berücksichtigung von Überlebenden sexualisierter Kriegsgewalt im Hintergrundpapier eingesetzt: „Die Prävention sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt sowie die ganzheitliche Unterstützung von Überlebenden wirken ebenfalls in hohem Maße friedensbildend und verhindern Traumatisierung, die oft über mehrere Generationen andauert.“ 

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Es gibt derzeit in Deutschland unterschiedliche psychosoziale Angebote für geflüchtete Menschen, die in einer anhaltend psychisch belastenden Situation im Ankunftsland Deutschland Unterstützung suchen. Eines dieser Angebote besteht in Gruppen von, mit und für geflüchtete Menschen, oft auch Selbsthilfegruppen oder Peer Groups genannt. Das Besondere an solchen Gruppen ist, dass sich alle gleichberechtigt mit gleichen oder doch sehr ähnlichen Themen und Problemen begegnen und als „Expertinnen durch eigene Erfahrungen“ (experts by experience) verstehen.1

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Der Film soll eine Orientierung für geflüchtete Frauen sein, die neu in Deutschland angekommen sind. Die Szenen geben niedrigschwellig grundlegende Tipps für geflüchtete Frauen.
Darstellerinnen und Produzentinnen des Filmes sind Frauen mit Fluchterfahrung, die schon seit einigen Jahren in Deutschland sind. Sie setzten sich mit ihren eigenen Erfahrungen, die sie seit ihrer Ankunft in Deutschland gemacht haben auseinander. Auftauchenden Schwierigkeiten und Hindernisse auf dem Weg zur Integration werden reflektiert. Darüber hinaus werden „Handlungsvorschläge“ gegeben und Empowerment vorgelebt.
Die zentralen Aspekte sind:

  • 1. Umgib dich mit Menschen die dir gut tun und dich empowern


  • 2. Respektiere und liebe Dich selbst


  • 3. Bilde Dich weiter


  • 4. Entwickel eine Vision für Dein Leben und kenne deine Ziele


  • 5. Kenne deine Rechte


Die Gruppe möchte anderen geflüchteten Frauen in ähnlichen Lagen durch die Erkenntnisse, die sie selbst in ihrer Zeit in Deutschland gesammelt haben, den Weg zu einer erfolgreichen Integration erleichtern. Und mit Hinweisen, Reflexionen und konkreten Informationen praktische Hilfestellungen bieten.
Der Film eignet sich daher zum Einsatz in der Arbeit mit geflüchteten Frauen, z.B. in Selbsthilfe-Gruppen.
Bei diesem Projekt handelt es sich um eine partizipatorischen Filmarbeit (Participatory Video). Die Frauen erarbeiten gemeinsam das Drehkonzept, nehmen selbst die Kamera in die Hand und lernen wie ein Film geschnitten wird. Die Frauen sind nicht nur Protagonistinnen des Films, sondern auch zu den Macherinnen.
Der Film entstand mit der Förderung des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen. Workshop Leitung Lisa Glahn von „myView“.

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Die Geschäftsführerin von medica mondiale, Sybille Fezer, erläutert im Interview mit Radio Lora wie sexualisierte Gewalt entsteht und dass diese Form der Gewalt gegen Frauen auch in Europa und Deutschland häufig ist:
"Alle Studien sagen, dass Gewalt gegen Frauen keine Frage der sozialen Schicht ist. Bei sexualisierter Gewalt geht es um Macht, um Kontrolle um Machtausübung. In vielen Kulturen ist die Frau der Besitz des Mannes oder der Begriff der Ehre ist mit der Frau verknüpft."


Das Interview mit Sybille Fezer wurde am 17. März 2017 bei Radio Lora ausgestrahlt, Redaktion Andrasch Neunert.

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