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Wir unterstützen Frauen und Mädchen in Kriegs- und Krisengebieten.

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Die Geschäftsführerin von medica mondiale, Sybille Fezer, erläutert im Interview mit Radio Lora wie sexualisierte Gewalt entsteht und dass diese Form der Gewalt gegen Frauen auch in Europa und Deutschland häufig ist:
"Alle Studien sagen, dass Gewalt gegen Frauen keine Frage der sozialen Schicht ist. Bei sexualisierter Gewalt geht es um Macht, um Kontrolle um Machtausübung. In vielen Kulturen ist die Frau der Besitz des Mannes oder der Begriff der Ehre ist mit der Frau verknüpft."


Das Interview mit Sybille Fezer wurde am 17. März 2017 bei Radio Lora ausgestrahlt, Redaktion Andrasch Neunert.

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Die Bundestagswahl 2017 fällt in eine Zeit, die geprägt ist durch bewaffnete Konflikte, gewaltsamen Extremismus sowie zunehmende staatliche Fragilität am Rande Europas und weltweit. Schwere Menschenrechtsverletzungen gegenüber der Zivilbevölkerung sind die Folge.
Für Frauen und Mädchen bedeuten Kriege immer auch massive sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt. Nicht zuletzt angesichts dieser Entwicklungen befinden sich gegenwärtig rund 60 Millionen Menschen auf der Flucht. Die zukünftige Bundesregierung steht vor der Aufgabe, gemeinsam mit europäischen und internationalen PartnerInnen tragfähige Lösungen für diese Herausforderungen zu entwickeln. Diese dürfen nicht allein einer pragmatischen Logik folgen, sondern müssen menschenrechtlichen Anforderungen genügen.
Der Schutz von Frauen und Mädchen in bewaffneten Konflikten sowie ihre volle Mitwirkung an Friedensprozessen tragen dabei erheblich zur Wahrung und Förderung des Friedens und der internationalen Sicherheit bei. Zu diesem Schluss kam auch der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (VN) und verabschiedete am 31. Oktober 2000 die Resolution 1325 „Frauen, Frieden und Sicherheit“.
Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen sind verpflichtet, die Resolution umzusetzen. Sowohl die zukünftige Bundesregierung als auch die Abgeordneten des neu gewählten Deutschen Bundestags sind aufgefordert, den Prinzipien der Resolution 1325 im Rahmen deutscher Außen-, Sicherheits- und Entwicklungspolitik Rechnung zu tragen und in ihrem Sinne zu handeln.

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Im November 2016 übernimmt Sybille Fezer den Posten als Geschäftsführerin für Programmarbeit und inhaltliche Entwicklung bei medica mondiale. An ihrer Arbeit schätzt sie besonders, dass für jedes Projektland neue Strategien entwickelt werden müssen. Dabei stehen diese Fragen im Mittelpunkt: Wie erreichen wir die Frauen, die sexualisierte Gewalt erlebt haben? Welche Zugangsstrategien müssen wir entwickeln? Wie gestalten wir die Zusammenarbeit mit unseren Partnerinnen vor Ort?

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Bedrohung der Zivilgesellschaft nimmt zu
Viele Staaten verletzen die Menschenrechtspakte, zu deren Einhaltung sie sich verpflichtet haben. Zivilgesellschaftliche Organisationen weisen immer wieder auf solche Missstände hin und werden in der Folge in vielen Ländern selbst Opfer von Repressionen und Gewalt durch den Staat oder auch nichtstaatliche Gruppen, von Einschränkungen durch Gesetzesinitiativen und Verwaltungshandeln. Dies hat sich inzwischen zu einem weltweiten Trend manifestiert. Die Weltallianz für Bürgerbeteiligung Civicus stellte 2016 fest, dass global sechs von sieben Personen in Ländern leben, in denen Bürgerinnen und Bürger, Aktivistinnen und Aktivisten und Organisationen in ihren grundlegenden Menschenrechten (vor allem in ihren Rechten auf Meinungs-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit) in unterschiedlicher Weise eingeschränkt werden.

Öffentliche Diffamierung, Bedrohung und Kriminalisierung
Soziale Bewegungen, Gemeinden und zivilgesellschaftliche Organisationen erfahren häufig öffentliche Diffamierung, Bedrohung und Kriminalisierung, wenn sie sich in politischen, wirtschafts- oder umweltpolitischen Belangen zu Wort melden. In einigen Ländern ist die Zivilgesellschaft durch staatlichen Druck bereits so stark eingeschränkt, dass sie sich vor der Verlautbarung ihrer Positionen oder vor Aktionen quasi selbst zensiert, um Mitarbeitende und ihre Familien nicht zu gefährden. Organisationen der Zivilgesellschaft, Aktivistinnen und Aktivisten zum Schutz von bestimmten Gruppen und Minderheiten wird die Existenzberechtigung abgesprochen und sie werden psychisch wie physisch bedroht.

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Wann haben Sie zuletzt die Solidarität eines anderen Menschen gespürt? Was haben Sie wahrgenommen? Manche beschreiben das Gefühl wie einen Schulterschluss, eine gereichte Hand oder eine Stütze im Rücken. Ein anderer Mensch steht an Ihrer Seite, zeigt sich verbunden mit Ihnen. Genau dieses Gefühl schenken Sie als UnterstützerIn von medica mondiale vielen Frauen und Mädchen, die sexualisierte Gewalt erlebt haben. Überlebenden wird innerhalb ihrer Gemeinschaft oft der Rücken zugekehrt. Sie erleben Stigmatisierung, werden als Schande ausgegrenzt oder gar als Verbrecherin eingesperrt. Unsere Beraterinnen stehen ihnen solidarisch zur Seite, kämpfen gemeinsam für Gerechtigkeit. Diese Beraterinnen und die oftmals angefeindeten Menschenrechtsaktivistinnen in unseren Einsatzgebieten brauchen die stärkende Antriebskraft der Solidarität ebenso. Wie sehr sie sich Tag für Tag darüber freuen, sehen Sie in unserem Video zum Jahresende mit vielen hoffnungsvollen Grüßen aus unseren Projektländern.
Ihr Team von medica mondiale

"Für mich bedeutet Solidarität in erster Linie, Frauen in schwierigen Lebenslagen Gehör zu schenken, sie zu verstehen, zu respektieren und sie zu unterstützen. Wir sind solidarisch mit Frauen, indem wir die Öffentlichkeit über Frauenrechte aufklären und auf Mängel in der Umsetzung hinweisen. Ist man solidarisch gegenüber Frauen, will man sie schützen und verhindern, dass ihnen Gewalt angetan wird oder sie traumatische Erlebnisse durchmachen. Gemeinsam schaffen wir für Frauen auf der ganzen Welt geschützte Räume, in denen sie Kraft schöpfen. Solidarität ermutigt sie, an der Gesellschaft teilzuhaben und für die eigenen Interessen einzustehen."
Sabiha Husić, Direktorin von Medica Zenica

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In Polizeimeldungen, Zeitungsberichten oder Kinofilmen treffen wir immer wieder auf Vergewaltigungsmythen. In ihnen reproduzieren PolitikerInnen, MedienvertreterInnen und andere AkteurInnen Darstellungen, in denen Vergewaltigungen in dunklen, einsamen Straßen oder Parkanlagen ausgeübt werden.
Meist sind die Täter in diesen Darstellungen männlich und unbekannt, während die Betroffenen eine stereotype Vorstellung von Weiblichkeit repräsentieren. Diese Zuschreibungen vermitteln ein verzerrtes, falsches Bild von den tatsächlichen Umständen, Ursachen und Folgen einer Vergewaltigung. Sie spiegeln nicht die Realität wider: 25 Prozent der Vergewaltigungen werden von einem (Ex-)Partner begangen und geschehen somit in intimen sozialen Beziehungen, das heißt also nicht auf der einsamen Straße und nicht durch einen Fremden.

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Der Film ist 2016 im Rahmen eines einjährigen Projekts entstanden, das die Unterstützung für gewaltbetroffene Frauen und Mädchen in Afghanistan verbessern soll. Das Projekt wurde vom Auswärtigen Amt gefördert.

Frauenrechte in Afghanistan
Medica Afghanistan ist eine der wenigen unabhängigen Organisationen von Frauen für Frauen in Afghanistan. Jedes Jahr unterstützt Medica Afghanistan mehr als 2.000 von Gewalt betroffene Frauen und Mädchen durch psychosoziale Beratung und rechtliche Hilfe. Traumatisierte Frauen und Mädchen bekommen bei Medica Afghanistan direkte Unterstützung.
Außerdem setzt sich die afghanische Frauenrechtsorganisation politisch für ein Ende der Gewalt und einen besseren Schutz von Frauen und Mädchen ein.

Unterstützung für Frauen, die Gewalt erlebt haben
Der Film spiegelt in Ausschnitten die Unterstützung von Medica Afghanistan wider, die sie gewaltbetroffenen Frauen anbieten. Die zentrale Arbeit der afghanischen Nichtregierungsorganisation ist der Einsatz für Frauenrechte durch psychosoziale Gesundheitsarbeit, Rechtshilfe und politische Arbeit.

Langfristige Unterstützung in Selbsthilfegruppen für Frauen
Ein wichtiges Element des aktuellen Projekts ist zudem die Förderung von Selbsthilfegruppen, in denen sich ehemalige Klientinnen nach Beratung durch Medica Afghanistan weiter treffen, um sich auszutauschen und gegenseitig zu unterstützen.

Die Organisation Medica Afghanistan
Medica Afghanistan arbeitet in den drei Projektregionen Kabul, Mazar-i-Sharif und Herat. Hauptsitz ist in Kabul. Aktuell besteht das Team aus 78 Mitarbeiterinnen, darunter Psychologinnen, Sozialarbeiterinnen, Rechtsanwältinnen, Mediatorinnen und Menschenrechtlerinnen. Medica Afghanistan ist aus dem Länderprojekt von medica mondiale hervorgegangen. Die internationale NGO engagiert sich seit 2002 für Frauen und Mädchen in Afghanistan. Seit 2010 ist Medica Afghanistan als eigenständige Nichtregierungsorganisation registriert.

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