Spenden

Wir unterstützen Frauen und Mädchen in Kriegs- und Krisengebieten.

Buch- und FilmtippsBuch- und Filmtipps
NAVIGATION

Buch- und Filmtipps

a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z

Zuversicht trotzdem

Die Autorin findet eigene Bilder und ausgefühlte Worte, die Dinge aus ihrem eigenen Erfahrungsfeld als Frau lyrisch zu erzählen. Sie schildert in einer verknappten, starken Sprache, wie Menschen und Ereignisse sie geprägt haben.

Ruth-Irmgard Christiansen-Frettlöh: Zuversicht trotzdem. Projekte-Verlag Cornelius GmbH, Halle (Saale) 2009, 99 Seiten, 10,90 Euro, ISBN 978-3-86634-679-6.

Leseprobe

 

Zuversicht
obwohl mein Vater 1933 arbeitslos wurde, und er mir bald meinen Rufnamen Ruth nahm, weil es ein jüdischer sei, und ihn durch meinen zweiten Namen Irmgard ersetzte.

Zuversicht
obwohl die Rote Armee Ende Januar 1945 in meine Heimatstadt Heilsberg/Ostpr. einmarschierte, im August 1945 zwei Brüder starben, und im Januar 1946 meine Halbschwester verhungerte.

Zuversicht...

Zuversicht trotzdem. Copyright: Projekte-Verlag Cornelius

Ruth-Irmgard Christiansen-Frettlöh: Zuversicht trotzdem. Projekte-Verlag Cornelius GmbH, Halle (Saale) 2009, 99 Seiten, 10,90 Euro, ISBN 978-3-86634-679-6.

Leseprobe

 

Zuversicht
obwohl mein Vater 1933 arbeitslos wurde, und er mir bald meinen Rufnamen Ruth nahm, weil es ein jüdischer sei, und ihn durch meinen zweiten Namen Irmgard ersetzte.

Zuversicht
obwohl die Rote Armee Ende Januar 1945 in meine Heimatstadt Heilsberg/Ostpr. einmarschierte, im August 1945 zwei Brüder starben, und im Januar 1946 meine Halbschwester verhungerte.

Zuversicht
obwohl wir 1946 nur unter vielen Schwierigkeiten in die Englische Besatzungszone übersiedeln durften, wo mein Vater uns ausfindig machte, als ich den 14. Geburtstag feiern und nach 2 Jahren Unterbrechung wieder zur Schule gehen durfte.

Zuversicht
obwohl ich wiederholt als Flüchtling beschimpft wurde, als das Bildungsideal siegte und ich das Abitur macheen durfte, obwohl ich darauf verzichten musste, Schauspielerin zu werden, als ich mich heimlich taufen ließ.

Zuversicht
obwohl meine erste Partnerbeziehung gelöst wurde, weil ich nicht standesgemäß wäre, als ich es wagte, als Werkstudentin nach Dienstschluss mein Studium zu beginnen und 1955 mit meinem ersten Mann eine kleine Wohnung bezog.

Zuversicht
obwohl wir keine Kinder bekamen, als ich weiter studierte in Hamburg, Heidelberg und Kiel.

Zuversicht
obwohl ich als verheiratete Frau die Zulassung zur Pastorin mehrfach erbitten musste und nicht auf das Predigerseminar durfte, als ich zum Ausgleich Tutorin für ausländische Studierende an der Missionsakademie in Hamburg wurde — mir zum Glück und zum Blick für die Nöte in der Welt.

Zuversicht
obwohl ich in meinem Berufsleben damals in einem sehr von Männern dominierten Beruf viele Verletzungen ertragen musste, als ich in der Gemeindearbeit ungewohnte Wege beschritten habe.

Viel Zuversicht
dank der beglückenden Liebe zu meinem 2. Ehemann, dem Gefängnispfarrer Dieter Frettlöh, mit dem ich mich auch für Abrüstung und Frieden einsetzte, als wir jeweils mit Rollentausch in unseren Gemeinden arbeiteten.

Zuversicht
obwohl zuerst ich an Brustkrebs, dann mein Mann an Krebs und Parkinson erkrankte, selbst noch, als mein Mann 2004 verstarb.

Zuversicht
obwohl ich wusste, dass es nicht leicht werden würde, als ich unsere Pflegetochter mit ihren drei Kindern 2006 adoptierte, um meine Stärke in ihr Leben weiterzureichen.

Empfehlenswert

Schätzungsweise zwei Millionen Frauen und Mädchen wurden 1945 am Ende des Zweiten Weltkriegs beim Vormarsch sowjetischer Soldaten vergewaltigt. Dr. Ruth Irmgard Christiansen-Frettlöh war eine von ihnen. Im Alter von 12 Jahren wurde sie von Rotarmisten vergewaltigt und konnte diese traumatisierenden Erlebnisse erst im Alter von 65 Jahren durch eine Gesprächstherapie aufarbeiten. 2009 hat sie ihre Geschichte erstmals mutig in der Öffentlichkeit präsentiert, indem sie zusammen mit Monika Hauser bei der TV-Sendung "Beckmann" offen über die Schrecken sexualisierter Kriegsvergewaltigung spricht. Sie wendet sich aktiv gegen die kollektive Verdrängung dieser Kriegsverbrechen. In ihrem Buch "Zuversicht trotzdem" lässt sie die LeserInnen teilhaben an ihren Gedanken und Gefühlen, indem sie mit Worten eindrückliche Bilder malt. Ihr Ziel: Andere Frauen sollen es einfacher haben als sie, Hilfe zu finden, über ihre Erlebnisse zu sprechen und die Anerkennung der ihnen wiederfahrenen Gewalt einzufordern. 

medica mondiale, 2009

 

 

mehr

Zweihundert Frauen – Was uns bewegt (200 Frauen – Was uns bewegt)

Das Buch zeigt Porträts sowie Antworten von beindruckenden Persönlichkeiten wie Isabel Allende, Whoopie Goldberg, Anne-Sophie Mutter, Chimamanda Ngozi Adichie und Monika Hauser auf je fünf Fragen. Ihre Aussagen erstaunen, ermutigen und gehen unter die Haut.

Das Buch ist 2017 erschienen im Elisabeth Sandmann Verlag und für 35,00 (D) Euro erhältlich.

288 Seiten l gebunden l ISBN 978-3-945543-41-2

Leseprobe des Verlags

"Liebe, Respekt und Zusammenhalt sind mir wichtig. Denn gemeinsam – mit der gebündelten Kraft Gleichgesinnter – können wir Berge versetzen. Wir können die Institutionen loswerden, die das Fortbestehen sexualisierter Gewalt zulassen, und können traumatisierte Frauen bei ihrer Genesung unterstützen und sie ermutigen, sich an unserer Arbeit zu beteiligen. Diese Arbeit geht uns alle...

200 Frauen – Was uns bewegt. Copyright: Elisabeth Sandmann Verlag

Das Buch ist 2017 erschienen im Elisabeth Sandmann Verlag und für 35,00 (D) Euro erhältlich.

288 Seiten l gebunden l ISBN 978-3-945543-41-2

Leseprobe des Verlags

"Liebe, Respekt und Zusammenhalt sind mir wichtig. Denn gemeinsam – mit der gebündelten Kraft Gleichgesinnter – können wir Berge versetzen. Wir können die Institutionen loswerden, die das Fortbestehen sexualisierter Gewalt zulassen, und können traumatisierte Frauen bei ihrer Genesung unterstützen und sie ermutigen, sich an unserer Arbeit zu beteiligen. Diese Arbeit geht uns alle an.
Als ich von dem Trauma, das meine Familie während des Zweiten Weltkriegs erlitten hatte, und der sexualisierten Gewalt, der einige Familienmitglieder ausgesetzt waren, erfuhr, wurde ich mir zum ersten Mal meiner Verantwortung bewusst. Dann zeigte mir die Gewalt gegen Frauen im Bosnienkrieg, dass ich unbedingt etwas unternehmen musste. Solidarität, Verbundenheit und der Wille, mich gemeinsam mit anderen für ein Leben in Würde starkzumachen, waren mein Motor – also gründete ich medica mondiale."

Aus dem Portrait über Monika Hauser: Antwort auf die Frage "Was ist Ihnen wirklich wichtig?"

Video zum Buch mit Monika Hauser

Empfehlenswert

Im Buch "200 Frauen – Was uns bewegt" sprechen Frauen über Gerechtigkeit, Würde, Gleichheit und Frieden. Der Band versammelt beindruckende Persönlichkeiten wie Isabel Allende, Whoopie Goldberg, Anne-Sophie Mutter, Chimamanda Ngozi Adichie und Monika Hauser. Was sie verbindet? Ihr Kampf gegen Ausbeutung, sexuelle Gewalt und Gleichgültigkeit. Und wie sie im Kleinen und im ganz Großen Dinge verändern. Was sie auszeichnet? Ihr Mut, ihr Engagement und die Kraft ihrer Stimme. Das Buch „200 Frauen – Was uns bewegt“ zeigt Porträts sowie Texte oder Zitate der Beteiligten. Ihre Aussagen erstaunen, ermutigen und gehen unter die Haut. „Gerade in Zeiten, in denen Frauenrechte unterdrückt und Minderheiten an den Rand gedrängt werden, möchten wir die Stimmen entschlossener Frauen deutlicher denn je zu Gehör bringen“, so der mit der deutschen Ausgabe betraute Elisabeth Sandmann Verlag.

medica mondiale, Oktober 2017 

Über das Buch

»Vielfältige, bewegende und auch sehr überraschende Interviews über das Menschsein, über die Hoffnung und das Glück.«

Myway

»Gerechtigkeit, Gleichheit und Frieden sind die Themen dieses Buches. Darüber sprechen die 200 Frauen [...] und alle verändern mit ihren klugen Antworten auf die wirklich wichtigen Fragen unseren Blick auf die Welt.«

Brigitte

»Ein bahnbrechendes Buch mit einer Fülle von Inspirationen, um die Welt lebenswerter zu gestalten.«

büchermenschen

»Kämpferinnen für eine bessere Welt.«

Donna

 

 

mehr
spenden
schließen