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Das Geheimnis unserer Großmütter

Eine empirische Studie von Svenja Eichhorn und Philipp Kuwert über sexualisierte Kriegsgewalt um 1945 – mit einem Geleitwort von Dr. Monika HauserMillionen Frauen wurden am Ende des Zweiten Weltkriegs in Deutschland vergewaltigt. Bis heute ist das Thema ein Tabu – gesellschaftlich wie privat. Das vorliegende Buch leistet einen wichtigen Beitrag zur fachlichen Auseinandersetzung mit den Folgen der Kriegsvergewaltigungen jener Zeit. In ihrem Geleitwort würdigt Monika Hauser das Werk als eine mögliche Form der Bewältigung für uns als Nachfahren sowie eine lang ausgebliebene Form der Würdigung für die Leiden der Frauen.

Das Buch ist 2011 erschienen im Psychosozial-Verlag und für 16,90 Euro erhältlich.

112 Seiten l Broschiert l ISBN-13: 9783837921311

Leseprobe

Viele berührende Briefe alter deutscher Frauen gingen bei medica mondiale seit unserem Bestehen 1993 ein. Eine Frau, die als Jugendliche auf der Flucht mehrfach von russischen Soldaten vergewaltigt wurde, gewann als 16-Jährige einen Schreibwettbewerb zum Thema: „Mein schlimmstes Erlebnis". Gleichzeitig mit der Überreichung des Preises, einem Füller, bekundete ihr die Lehrerin, „sie solle sich nie...

Das Geheimnis unserer Großmütter. Copyright: Psychosozial Verlag

Das Buch ist 2011 erschienen im Psychosozial-Verlag und für 16,90 Euro erhältlich.

112 Seiten l Broschiert l ISBN-13: 9783837921311

Leseprobe

Viele berührende Briefe alter deutscher Frauen gingen bei medica mondiale seit unserem Bestehen 1993 ein. Eine Frau, die als Jugendliche auf der Flucht mehrfach von russischen Soldaten vergewaltigt wurde, gewann als 16-Jährige einen Schreibwettbewerb zum Thema: „Mein schlimmstes Erlebnis". Gleichzeitig mit der Überreichung des Preises, einem Füller, bekundete ihr die Lehrerin, „sie solle sich nie mehr über das äußern!" Dieses Schweigegebot zog sich wie ein roter Faden durch ihr späteres privates und berufliches Leben – viele Frauen berichten davon, dass sie instinktiv wussten, wie existenziell es ist, zu schweigen. „Wie konntest du mir das antun?", war eine oft gehörte Frage ihrer aus Gefangenschaft zurückgekehrten Männer.

Aus dem Geleitwort von Monika Hauser

 

Durch die Notwendigkeit des bloßen „Funktionierens" zur Kriegszeit und auch nach Kriegsende war eine private Auseinandersetzung mit den Erlebnissen für viele nur schwer möglich. Die öffentliche Tabuisierung dieses Teils der Geschichte trug weiter dazu bei, dass Tausende traumatisierte Frauen bei der Bewältigung des Erlebten bis heute alleine sind.

Traumatisierung hat viele Gesichter. Vergewaltigung als interpersonelle Form der Traumatisierung gilt als besonders schweres Schicksal, denn die Wahrscheinlichkeit einer psychischen Folgestörung ist groß. Etwa die Hälfte aller Vergewaltigungsopfer bildet eine Posttraumatische Belastungsstörung aus. Neben der individuellen Herausforderung, die oftmals unbeeinflussbar wiederkehrende Erinnerung an die teils mehrfach erlebten Vergewaltigungen zu verarbeiten, galt es für die betroffenen Frauen des Jahres 1945, weitere resultierende psychische Störungen wie beispielsweise Angst oder Depression zu bewältigen.

Aus dem Vorwort

Über das Buch

„In ihrer Diplomarbeit 'Das Geheimnis unserer Großmutter' widmet sich Svenja Eichhorn unter der Betreuung von PD Dr. Philipp Kuwert den Vergewaltigungen an deutschen Frauen Ende des Zweiten Weltkrieges. Dabei lässt sie ihren Blick schweifen, erstellt eine globale Chronologie sexueller Kriegsverbrechen, erklärt Traumatisierung und Posttraumatische Belastungsstörung an sich und in der Folge von Sexualverbrechen. Sie sucht nicht nur nach dem Warum, sondern fragt vor allem 'Wie danach? Wie jetzt?'."

Basler Zeitung. Sonntag, 26. Februar 2012

„Innerhalb der Psychotraumatologie gehört die sexuelle Gewalt in Zusammenhang mit Kriegshandlungen zu den eher noch nicht ausreichend bearbeiteten Themen. Monika Hauser, Gründerin und geschäftsführendes Vorstandsmitglied von medica mondiale e. V. weist in ihrem Geleitwort darauf hin, dass sowohl in der ost- als auch der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft hierzu ein Schweigegebot für die betroffenen Frauen geherrscht hat."

„Dem Ergebnisteil und der Diskussion liegen umfassende Interviews und Untersuchungen von 27 betroffenen Frauen zugrunde. Die Ergebnisse zeigen, dass bei jeder zweiten Frau eine voll oder partiell ausgeprägte posttraumatische Belastungsstörungssymptomatik vorliegt, wobei die erlebte subjektive Belastung innerhalb der Situation der Kriegsvergewaltigung einen positiven Zusammenhang zur Symptomstärke der posttraumatischen Belastung zeigt."

Trauma & Gewalt. Forschung und Praxisfelder (1/2012)

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Die Trostfrauen

Die Hauptfigur in Ruth Hallos Roman, die Chinesin Meian Ling, steht für über hunderttausende Frauen, die während des zweiten Weltkrieges vom japanischen Militär zur Prostitution gezwungen wurden. Sie kamen meist aus Korea, China und Taiwan. Diese "Trostfrauen" – wie zynischerweise von ihren Peinigern genannt – lebten als Gefangene in "Trostfrauenstationen", wo sie täglich misshandelt, vergewaltigt und gefoltert wurden. Zu Kriegsende wurden die überlebenden Frauen in ihren Heimatländern stigmatisiert und an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Die Täter hingegen wurden als Nationalhelden gefeiert und von der japanischen Regierung mit hohen Renten belohnt. Bei den sogenannten Trostrauen hat sich die japanische Regierung bis heute weder entschuldigt, geschweige denn ihnen eine Entschädigung bezahlt.Ruth Hallo möchte mit ihrem Roman ein Erinnerungsstück für die Überlebenden schaffen. Sie möchte verhindern, dass das Schicksal der "Trostfrauen" ungesühnt in Vergessenheit gerät, damit diese vielleicht doch noch – wenn auch reichlich spät – Gerechtigkeit erfahren.

Das Buch ist 2012 erschienen im LangenMüller Verlag und für 19,99 Euro erhältlich.

280 Seiten l ISBN: 978-3-7844-3302-8

 

Leseprobe

Der Eingang unseres Gefängnisses wurde von mehreren japanischen Soldaten bewacht. Immer wenn sie uns sahen, lachten sie laut auf, ein Lachen, das in den kahlen Mauergängen wie ein Donner widerhallte. Ich ahnte an diesem grauenvollen ersten Tag noch nicht, wie viel dieser Widerhall von dem erzählte, was sie mit mir vorhaben. Ich war jung, ich war naiv. Ich kam aus einem kleinen Dorf, aus einer gut behüteten...

Die Trostfrauen von Ruth Hallo. Copyright: LangenMüller Verlag

Das Buch ist 2012 erschienen im LangenMüller Verlag und für 19,99 Euro erhältlich.

280 Seiten l ISBN: 978-3-7844-3302-8

 

Leseprobe

Der Eingang unseres Gefängnisses wurde von mehreren japanischen Soldaten bewacht. Immer wenn sie uns sahen, lachten sie laut auf, ein Lachen, das in den kahlen Mauergängen wie ein Donner widerhallte. Ich ahnte an diesem grauenvollen ersten Tag noch nicht, wie viel dieser Widerhall von dem erzählte, was sie mit mir vorhaben. Ich war jung, ich war naiv. Ich kam aus einem kleinen Dorf, aus einer gut behüteten Familie. In dem Moment dachte ich zum ersten Mal wieder an meine armen Eltern. Die pure Angst ums Überleben hatte mich jäh in die Gegenwart gerissen und im Augenblick gefangen gehalten. Ich hatte meine Familie für Stunden vergessen gehabt. Als ich dann allein in meiner kleinen Kammer lag, weinte ich und schrie, aber niemand kam. In diesem kleinen Loch von einem Zimmer saß ich da, kümmerlich auf dem Bett, und wusste nicht, was ich tun sollte. Ich wollte nur weg, weit weg von hier.
Die anderen Frauen und Mädchen waren auch alle in einzelne Zimmer gesperrt worden. Ich konnte durch die Wände hören, wie sie schluchzten und schrien. Von der Tür drangen die Schritte und das Gemurmel und Lachen der Soldaten zu uns herein. Warum lachten sie während wir weinten? Was wollen sie von uns? Ich dachte, ich soll hier putzen? Ich bin doch hier, um Geld zu verdienen, ich wollte hier doch arbeiten. Ich bin noch ein Kind, schrie ich in Gedanken. Was wollen diese Männer von mir?

Empfehlenswert

Ruth Hallo gibt den hunderttausenden Trostfrauen eine Stimme und eröffnet ihr Schicksal einem breiten Publikum. Stellvertretend für sie alle beschreibt die Autorin den Leidensweg der Chinesin Meian. Gerade diese Vermischung von Realität und Fiktion machen das Buch so fesselnd und erschütternd.

medica mondiale 2013

Über das Buch

"Ruth Hallos 'Trostfrauen' ist keine erbauliche, sondern eine schmerzhafte Lektüre, aber eine unbedingt notwendige. Dieser Roman ist aufklärerisch im besten Sinne und nicht nur eine thematische, sondern auch eine sprachliche Leistung. Denn Ruth Hallo, die erst als 23-Jährige in Nürnberg Deutsch lernte, hat diesen erschütternden Roman auf Deutsch verfasst."

Bayrischer Rundfunk, Januar 2013

"Aus wechselnder Perspektive erzählt der Tatsachen-Roman vom frustrierenden Kampf ehemaliger Trostfrauen um Gerechtigkeit. Im erschütternden Schicksal der Hauptfigur Meian, die als Kind armer Reisbauern in ein Militärbordell entführt wird, spiegeln sich mehrere authentische Lebensgeschichten. Und es gehört nicht viel Phantasie dazu, um in der engagierten Europäerin Lisa, die sich für Meian einsetzt, die Autorin selbst zu erkennen."

Nürnberger Nachrichten, Juli 2012.

 

 

 

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