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Länderinformation

Mexiko

Menschenrechtsverletzungen, einschließlich Vergewaltigungen, im Zusammenhang politischer Unterdrückung reichen in Mexiko bis in die 1970er Jahre zurück. Seit Januar 1994 aberscheint sexualisierte Gewalt zu einem weit verbreiteten Instrument der Unterdrückung vor allem der indigenen Bevölkerung zu gehören. In diesem Januar gab es in Chiapas, dem südlichsten Bundesstaat Mexikos, einen zwölftägigen bewaffneten Aufstand der „Nationalen Zapatistischen Befreiungsarmee“. Die Regierung beantwortet seither den weitestgehend gewaltlosen Kampf um Selbstbestimmung mit einem Zermürbungskrieg, der sich immer wieder gezielt gegen Frauen richtet. Frauen bilden einen gleichberechtigten Teil der Zapatistenbewegung, die sowohl die Rechte der indigenen Bevölkerung als auch die der Frauen einklagt. Seit 1994 ist Chiapas faktisch militärisch besetzt; Soldaten tauchen häufig dort auf, wo sich typischerweise Frauen aufhalten, z.B. an den Wasch- und Badestellen von Flüssen. Mindestens 300 Fälle von Vergewaltigung sind für 1994-98 dokumentiert, die Schätzungen liegen bedeutend höher.

Der Fall dreier Schwestern im Alter von 16, 18 und 20 Jahren, die 1994 als vermeintliche „Zapatistinnen“ verhaftet und von mehreren Soldaten vergewaltigt worden waren, wurde 1996 vor die Interamerikanische Menschenrechtskommission gebracht. 2001 definierte die Kommission die Vergewaltigung der Frauen als Folter und warf dem mexikanischen Staat schwere Verletzungen der Menschenrechtskonvention vor, weil er sich geweigert hatte, diesen Fall.juristisch untersuchen zu lassen.

medica mondiale fördert in Chiapas das Projekt -> "Casa de la Mujer“ – Hilfe für traumatisierte Frauen.

 

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© medica mondiale e.V. ·  24.07.2007