Irak
Seit 1969 wurde die kurdische Bevölkerung im Norden Iraks in mehreren Wellen sowohl mit konventionellen Waffen als auch mit Giftgas von der irakischen Armee angegriffen. Hunderttausende Menschen wurden vertrieben, die Zahl der Ermordeten ist nicht bekannt. Während und nach der so genannten „Anfal“-Operationen 1988 (Anfal = legitime Beute) wurden zahlreiche kurdische Frauen in Internierungs- und Umsiedlungslagern vergewaltigt. Vergewaltigung oder die Androhung von Vergewaltigung wurde auch als Instrument politischer Repression gegenüber der Opposition im Irak eingesetzt.
Nach dem Einmarsch der US-geführten Truppen in den Irak im März 2002 wurden die Städte zum Sicherheitsrisiko für Frauen und Mädchen: Über 400 Frauen und Mädchen wurden allein in den ersten vier Monaten auf offener Straße entführt, teilweise wochenlang vergewaltigt, teilweise verkauft. Dies führte u.a. dazu, dass die Bewegungsfreiheit aller Frauen und Mädchen aus Angst vor Vergewaltigungen entscheidend eingeschränkt wurde.
In US-Gefängnissen in Bagdad, einschließlich Abu Ghraib, wurden mindestens bis Mai 2004 auch weibliche Gefangene vergewaltigt und sexuell gedemütigt, z.B. indem sie nackt fotografiert oder gefilmt wurden.
- Karin Mlodoch (2003):
Die ANFAL-Operationen 1988 und ihre Folgen - International Federation for Human Rights, Alliance Internationale pour la Justice (2003): Iraq: continuous and silent ethnic cleansing (report).
- Human Rights Watch (2003): Climate of Fear: Sexual Violence and Abduction of Women and Girls in Baghdad.
- U.S. Army report on Iraqi prisoner abuse. Executive summary of Article 15-6 investigation of the 800 th Military Police Brigade by Maj. Gen. Antonio M. Taguba (Taguba Report).
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© medica mondiale e.V. · 24.07.2007



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