Projekterückblick

Fortbildung von psychosozialen Helferinnen

In Kazimia, einer Gemeinde in der Provinz Süd-Kivu, hat medica mondiale 2009 und 2010 ein Projekt der kongolesischen Frauenorganisation FEPADE (Fédération des Femmes pour la Paix et le Développement) gefördert. Mit Unterstützung von medica mondiale hat FEPADE im Juli 2009 ein fünftägiges Training zum Thema „Kriegstraumatisierung“ durchgeführt. Rund 100 angehende Fachfrauen wurden zu ersten Ansprechpartnerinnen für Überlebende sexualisierter Gewalt ausgebildet, über Ursachen und Folgen von Traumata unterrichtet und im einfühlsamen und kompetenten Umgang mit traumatisierten Frauen geschult.

DR Kongo: Bau einer Küche im Krankenhaus in Goma

In der Krisenprovinz Nord-Kivu betreibt die kongolesische Organisation GESOM (Groupe d'Entraide et de Solidarité Médicale) ein Krankenhaus, in dem Überlebende von Vergewaltigungen medizinisch versorgt werden. Ein Problem stellt die Verpflegung der Patientinnen dar. In der Regel versorgen die Angehörigen die Kranken mit Essen und Lebensmitteln. Doch um die vergewaltigten und oftmals von ihren Familien verstoßenen Frauen kümmert sich meist niemand. Mit Unterstützung von medica mondiale hat GESOM daher 2008 eine Küche auf dem Krankenhausgelände errichtet. 

DR Kongo: Berufskurse und psychosoziale Betreuung für Mädchen und Frauen

In der Provinz Nord-Kivu hat die Frauenorganisation COPERMA (Communauté des Planteurs et Eleveurs de la Région Maraîchère) Ausbildungszentren aufgebaut. Das Ziel: den Menschen ein besseres Auskommen zu verschaffen. Inzwischen betreibt COPERMA rund zehn Zentren mit insgesamt 193 MitarbeiterInnen, in denen sowohl Überlebende sexualisierter Gewalt als auch Kriegswaisen eine Bleibe finden, psychosozial betreut und in Ausbildungskurse geschickt werden. medica mondiale förderte 2008 und 2009 die Teilnahme einer Vielzahl junger Frauen an den Berufskursen. 

DR Kongo: Psychosoziale und ökonomische Stärkung von Frauen

In der Provinz Süd-Kivu unterstützt die Frauenorganisation AID (Appui aux Initiatives de  Développement) Frauen und Mädchen, die vergewaltigt wurden oder andere sexualisierte Gewalt erlebt haben. Mit Unterstützung von medica mondiale hat die Organisation von 2008 bis 2009 zwei Häuser in Uvira und Sange angemietet, um betroffenen Frauen und Mädchen eine Anlaufstelle zu bieten. Darüber hinaus hat medica mondiale die Teilnahme von rund 35 Frauen an Kursen zur Kleintierhaltung. Im Anschluss erhielten sie Starthilfen – Ziegen oder einen Kleinkredit – für den Aufbau eines Kleinhandels.

Guatemala: Fortbildung von psychosozialen Beraterinnen

2009 hat medica mondiale die guatemaltekische Frauenorganisation ECAP (Equipo de Estudios Comunitarios y Acción Psicosocial) unterstützt. ECAP setzt sich für die Überlebenden sexualisierter Gewalt während des Bürgerkrieges in Guatemala (1960 bis 1996) ein, bei dem etwa 200.000 Menschen ermordet wurden. Mit Unterstützung von medica mondiale führte ECAP im Juni ein Training durch für rund 20 psychosoziale Beraterinnen und Psychologinnen. Die guatemaltekischen Fachfrauen wurden vier Tage lang im einfühlsamen und kompetenten Umgang mit traumatisierten Frauen geschult.

Irak: Unterstützung des NAWA-Frauenzentrums

Zwischen 2003 und 2005 förderte medica mondiale das Frauenzentrum NAWA (auf Deutsch: Zuflucht) in der nordirakischen Stadt Suleymaniah. Das Frauenzentrum wurde 1999 von der Frauenrechtsorganisation WADI e.V. gegründet und bietet Überlebenden von sexualisierter, meist innerfamiliärer Gewalt mit ihren Kindern Unterkunft sowie psychologische Unterstützung. Sozialarbeiterinnen vermitteln den Hilfe suchenden Frauen rechtlichen Beistand und suchen gemeinsam mit den Frauen und ihren Familien nach Lösungen für ihre Probleme. Auch die medizinische Erstversorgung ist im NAWA-Zentrum gewährleistet.

Kambodscha: Aufbau von Frauenhäusern im Grenzgebiet

medica mondiale unterstützte 2006 die kambodschanische Frauenorganisation Strey Khmer bei dem Aufbau von insgesamt sieben Frauenschutzhäusern in der Gemeinde Poipet im Grenzgebiet zu Thailand. Die Schutzhäuser bieten Frauen Zuflucht, die von ihren Männern geprügelt oder von Frauenhändlern zur Prostitution gezwungen werden. Rund 260 Frauen konnte Strey Khmer im ersten Jahr des Schutzhausprojektes helfen: Etwa 100 Frauen kamen in den Frauenhäusern unter und wurden medizinisch und psychosozial betreut; 14 Frauen erhielten rechtlichen Beistand.

Südafrika: Fortbildung von psychosozialen Beraterinnen

Diskriminierung und Gewalt gegen Mädchen und Frauen sind weit verbreitet in Südafrika. Im Frühjahr 2006 unterstützte medica mondiale die südafrikanische Organisation Engender bei der Durchführung von Trainings zum Thema Gewalt gegen Frauen in der Region Kapstadt. An den Trainings nahmen rund 530 Frauen teil, die in ihrem Arbeitsfeld mit von Gewalt betroffenen und bedrohten Frauen und Mädchen zu tun haben oder in ihren Gemeinden erste Ansprechpartnerinnen für Hilfe suchende Frauen sind.

Uganda: Studie zu Menschenrechtsverletzungen an Frauen

Von 2007 bis 2009 unterstützte medica mondiale die ugandische Frauenrechtsorganisation Teso Women Peace Activists bei einer Studie, die die Lebenssituation von Frauen in der Teso-Region untersucht und vor allem das Ausmaß an Gewalt und Traumatisierungen dokumentiert, dem ein Großteil ugandischer Frauen in den letzen Jahren schutzlos ausgesetzt war. Darüber hinaus finanzierte medica mondiale einen Workshop für Überlebende sexualisierter Gewalt und eine Fortbildung zu sexualisierter Gewalt und Trauma für Mitarbeiterinnen von TEWPA.

Spendenbetrag:

Mit 50 Euro finanzieren wir einer Frau in Afghanistan eine dreimonatige psychosoziale Betreuung.

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