Selbstständigkeit für kongolesische Frauen
1. Projektförderung in Kalungu, Demokratische Republik Kongo
Der Projektefonds von medica mondiale förderte im Jahr 2004 ein Projekt der Frauenabteilung der Baptistischen Gemeinde in Zentralafrika, das Frauen und Mädchen im seit Jahren wütenden Bürgerkrieg unterstützt. Das Projekt in Kalungu richtet sich an Witwen, unverheiratete Mütter oder aufgrund von Vergewaltigung verstoßene Mädchen und Frauen. Ziele des Projektes sind Alphabetisierung und Bildung für die Frauen, einkommensschaffende Tätigkeiten und Integration der Frauen in die Gesellschaft. medica mondiale fördert in diesem Rahmen ein Kreditprogramm, das den Frauen finanzielle Zuwendungen gewährt. Mit den Krediten können die Frauen ein Tier oder Getreidesamen kaufen, als Rückzahlung geben sie einen Teil ihrer Erträge an die Organisation zurück. Das Kreditprojekt ist eine überzeugende Maßnahme, den Frauen ein Gefühl der Selbständigkeit und des Selbstvertrauens zu geben. Mit Hilfe des Kredits sind sie finanziell abgesichert und versorgen sich selbst. Dadurch gewinnen die Frauen die Bestätigung, etwas Eigenes geschaffen zu haben und das Gefühl unabhängig zu sein.
Medizinische Hilfe und soziale Unterstützung für Überlebende von sexualisierter Gewalt und Folter
2. Projektförderung in Goma, Demokratische Republik Kongo
2004 förderte medica mondiale ein Projekt der Frauenorganisation PAIF (Promotion et appui aux initiatives feminines) in Goma/DR Kongo. PAIF hat zum Ziel, die Frauenrechte im Land zu fördern und eine gerechte Gesellschaft für Frauen aufbauen.
Schwerpunkt ist die Unterstützung von Frauen auf dem Land. Diese haben in dem Krisen geschüttelten Land noch weniger Zugang zu Bildung und weit entfernt liegenden medizinischen Versorgungsstationen als Frauen aus den Städten. Daher können sie kaum etwas über ihre wirtschaftlichen, politischen, sozialen und kulturellen Rechte in Erfahrung bringen. Eine extrem hohe Anzahl an Vergewaltigungen verschärft die Situationen dieser Frauen.
Aufgrund nicht erfolgter medizinischer Behandlung leiden die Frauen nach den brutalen Vergewaltigungen an schwerwiegenden Infektionen, Vernarbungen, Fisteln und häufig auch an Inkontinenz. Die dadurch teilweise entstehenden Gerüche stigmatisieren die traumatisierten Frauen zusätzlich. So werden sie oft aus Familie oder Gemeinde völlig ausgeschlossen.
Hier setzt das von medica mondiale geförderte Projekt an. Zunächst werden die Frauen operiert und medizinisch betreut. Zudem werden sie durch Kleinkredite unterstützt, so dass sie finanziell unabhängig sind. Parallel erfolgt eine Betreuung durch PAIF, die in direktem Kontakt zu den Frauen stehen. Insgesamt sollen so im ersten Schritt 87 Frauen und Mädchen unterstützt werden. Die Botschaft lautet: Wir lassen die vergewaltigten Frauen nicht allein mit dem Erlebten. Denn Vergewaltigung ist nicht Sache der individuellen Frau, sondern eine Menschenrechtsverletzung und damit ein gesellschaftliches Problem.
medica mondiale setzt sich
in der Demokratischen Republik Kongo direkt vor Ort für Frauen und Mädchen ein.
Länderinformation
Demokratische Repubik Kongo

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© medica mondiale e.V. · 10.10.2007



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