Aufklärung und Prävention

Gewalttätige Übergriffe gehören auch in der Nachkriegszeit zum Alltag von Frauen. Deshalb gilt es, Mädchen und Frauen jetzt und in Zukunft wirksam vor Gewalt und Übergriffen zu schützen. Die direkte Unterstützung von Frauen und Mädchen wird daher kombiniert mit Präventionsarbeit und gesellschaftlicher Aufklärung. Die Bevölkerung muss Gewalt gegen Frauen als Verbrechen erkennen und beim Schutz mitmachen.

Zahlreiche Aufklärungskampagnen hat medica mondiale bereits durchgeführt – in Gemeinden, Schulen und auf Markplätzen. Die Mitarbeiterinnen zeigen Frauen und Männern Zeichnungen von geschlagenen Frauen und von Vergewaltigungen und versuchen damit die ZuhörerInnen in ein Gespräch über die gegen Frauen verübte Gewalt zu verwickeln, die überwiegend als normal hingenommen wird. Sie gehen von Tür zu Tür und erzählen, dass es jetzt Gesetze gibt, die für Vergewaltigungen bis zu lebenslange Haftstrafen vorsehen. 2007 erreichten sie so rund 700 Frauen und Männer; etwa 200 T-Shirts und 300 Broschüren zu Gewalt gegen Frauen wurden verteilt. Radios strahlten Berichte und Interviews über Gewalt gegen Frauen und Menschenrechte aus. Auch in den örtlichen Krankenhäusern werden wöchentlich bis zu 500 PatientInnen und MitarbeiterInnen über Trauma, Reproduktive Gesundheit und HIV/AIDS umfassend informiert.

Marsch gegen Gewalt

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt gegen Frauen wurde am 25. November 2007 eine Parade organisiert. Rund 150 Frauen und Mädchen liefen durch Fishtown, sie trugen Banner und Hüte mit der Aufschrift “Stoppt Vergewaltigungen!“ und verteilten Informationsbroschüren.

Aktiver Schutz für Frauen

Um Frauen schnell zu helfen, wenn sie vergewaltigt oder zusammengeschlagen wurden, hat das Team von medica mondiale in Fishtown außerdem eine Arbeitsgruppe gegründet. In monatlichen Treffen beraten über 70 VertreterInnen von Hilfsorganisationen, lokalen Frauengruppen, der UN-Friedensmission, von Polizei, Gerichten und Lokalregierung gemeinsam, was sie tun können, wenn einer Frau Gewalt widerfährt und wie sie ein sinnvolles Schutznetz aufbauen können. Neben direkten Schutzmaßnahmen für die betroffenen Frauen drängen sie vor allem auf eine rasche Anwendung der neuen Gesetze, die Vergewaltigung erstmals unter Strafe stellen. Nur wenn es wirksame Strafen für die Täter gibt, können Frauen Gerechtigkeit erfahren und langfristig Frieden finden.

Fachwissen für lokale NGOs und Institutionen

Gleichzeitig kooperiert medica mondiale eng mit Gesundheitseinrichtungen, lokalen Hilfsorganisationen und der Polizei bei der Weiterbildung ihres Personals zum Thema Gewalt gegen Frauen. Auf lokaler und nationaler Ebene werden Fachkräfte geschult, die in ihrem Arbeitsfeld mit traumatisierten Frauen und Mädchen zu tun haben. Bereits über 200 MitarbeiterInnen verschiedener Organisationen haben an den Seminaren teilgenommen. In den Gemeinden und staatlichen Einrichtungen versucht medica mondiale darüber hinaus, eine offizielle Dokumentation von Fällen sexualisierter Gewalt durchzusetzen.

Spendenbetrag:

Mit 50 Euro finanzieren wir einer Frau in Afghanistan eine dreimonatige psychosoziale Betreuung.

Projektinformation

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