„Esmas Geheimnis“ –
Berlinale-Gewinnerfilm zu Gunsten bosnischer Frauen
Der diesjährige Berlinale- Gewinnerfilm ESMAS GEHEIMNIS der bosnischen Regisseurin Jasmila Zbanic startet bundesweit Anfang Juli. Der Film, den der Verleiher VENTURA Film deutschlandweit vertreibt, wird in Zusammenarbeit mit medica mondiale dem Kinopublikum präsentiert. Aus der Sicht von medica mondiale-Gründerin Monika Hauser bedeutet dies: „Eine große Chance für die bosnischen Frauen!“ Denn die Hälfte des Erlöses jeder Kinokarte aus den Previews und der NRW-Premiere geht an das durch Finanznot bedrohte Frauentherapiezentrum Medica Zenica in Bosnien.
Bei der Premiere in Berlin am 6. Juli sowie bei ausgewählten
Previews werden medica mondiale-Vetreterinnen über die Arbeit
in Bosnien und andernorts mit kriegsvergewaltigten Frauen berichten und die Kinobesucherinnen um
ihre Unterstützung bitten. Auch prominente Unterstützerinnen werden für kriegstraumatisierte Frauen dabei
Flagge zeigen. Das eingenommene Spendengeld fließt in die Arbeit von Medica Zenica in Zentralbosnien
und kommt somit den bosnischen Frauen zugute.
Medica Zenica – hier begann alles...

1992, mitten im Granatenhagel des Bosnien-Krieges, entschied
die Kölner Gynäkologin
Dr. Monika
Hauser den grausamen Verbrechen an Frauen nicht länger zusehen
zu wollen. Kurzerhand fuhr sie ins zentralbosnische Zenica, um dort
kriegsvergewaltigte und gefolterte Frauen und Mädchen zu unterstützen.
Sie traf dort auf bosnische Ärztinnen und Psychologinnen – Frauen,
die ebenfalls zusammen etwas gegen den nationalistischen Kriegswahnsinn
tun wollten.
Gemeinsam stellten sie mitten im Krieg das multiethnische Therapiezentrum Medica Zenica auf die Beine. Psychosoziale Unterstützung und medizinische Behandlung waren von Anfang an die zentralen Aufgaben. Zusammen mit ihren Kindern werden die kriegstraumatisierten Frauen von dafür ausgebildeten bosnischen Fachfrauen kurz- und langfristig begleitet.
Die langfristige Unterstützung ist immens wichtig, denn die
traumatischen
Folgen des Erlittenen während des Krieges bestimmen auch heute
noch das Leben der Frauen. Hinzu kommt, dass die Situation im heutigen
Nachkriegs-Bosnien noch keine positiven Lebensperspektiven bietet. Im
Land herrscht drückende Arbeitslosigkeit und die alltäglichen
Gewalttaten gegen Frauen nehmen zu. So wird das Therapiezentrum immer
häufiger Anlaufstelle für Frauen und Mädchen, die innerhalb
ihrer Familien und in der Öffentlichkeit Gewalt erfahren.
"Marta 1", die mobile gynäkologische Ambulanz
von Medica Zenica im Einsatz.
Über 80 bosnische Fachfrauen arbeiten heute bei Medica Zenica, zu dem mittlerweile zwei Häuser in Zenica gehören und eine Beratungsstelle im 40 km entfernten Visoko. Ärztinnen, Krankenschwestern und Therapeutinnen leisten ambulante und stationäre Hilfe. Weiter gibt es ein Ausbildungsprogramm, ein Dokumentations- und Informationszentrum, die "infoteka", die gynäkologische Ambulanz Marta I, das Wohnprojekt Medica II und aufgrund der Zunahme von Inzestfällen sowie inner- und außerfamiliärer Gewalt ein SOS-Telefon zum Erstkontakt für betroffene Frauen und Mädchen.
Medica Zenica ist auch mit einer
eigenen Seite
im Netz.
Die
Louis Leitz Stiftung hat sich – unmittelbar nach ihrer Gründung – im Jahr 2001 zur Förderung des Ausbildungszentrums Medica2 in Zenica entschlossen, um dieses beispielhafte Projekt zu sichern. Sie ist eine gemeinnützige Stiftung im Bereich "Bildung, Ausbildung und Arbeit" für Menschen, die von Benachteiligungen betroffen sind.
Helfen Sie uns mit Ihrer
Spende bei der Unterstützung von Frauen in Kriegs- und Krisengebieten in aller Welt!
© medica mondiale e.V. · 05.07.2006



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