Albanien ist eines der ärmsten Länder Europas, fast vergessen ist seine lange Geschichte der Konflikte. Infolge der Balkankriege, der kommunistischen Diktatur unter Enver Hoxha und der Jugoslawienkriege, leidet Albanien noch heute unter einem fragilen Staat, Korruption, Kriminalität, Arbeitslosigkeit und Landflucht. Trotz seiner zunehmenden Orientierung hin zur Europäischen Union, bleibt die Situation vieler Frauen und Mädchen weiterhin prekär. Während das Land ökonomische Fortschritte verzeichnet, kehren gerade in den Armenvierteln, in ländlichen Regionen und in den Vorstädten patriarchale Traditionen und Blutrache zurück. Der Alltag vieler Albanerinnen ist nicht nur von Armut und hoher Arbeitslosigkeit geprägt, sondern auch von Frauenhandel, Gewalt und Bevormundung durch männliche Familienmitglieder.
Seit 1999 unterstützt Medica Tirana Frauen und Mädchen in Albanien, die Gewalt in der Familie und Unterdrückung erlebt haben. Die albanische Frauenorganisation setzt sich gegen die zunehmende Verarmung und gesellschaftliche Isolierung albanischer Frauen und gegen den grausamen Handel mit Frauen und die Zwangsprostitution ein.
Medica Tirana wurde Ende der 90er Jahre im Zusammenhang mit der Unterstützung kosovarischer Flüchtlinge von medica mondiale Köln ins Leben gerufen. 2004 hat sich die kleine albanische Frauenorganisation als drittes Projekt von medica mondiale auf dem Balkan selbstständig gemacht. Seitdem steht medica mondiale Köln mit Beratung zur Seite und fördert einen Teil der Arbeit von Medica Tirana mit Spendengeldern.