Lobbyaktivitäten

In jedem Land wird eine Reihe von Lobbyaktionen stattfinden, die sich jeweils auf die Schwerpunktthemen im Bereich Frauen, Frieden und Sicherheit beziehen und die vor Ort am dringendsten sind.

Die so genannte 16-Tage-Kampagne gegen Gewalt an Frauen und Mädchen ist eine internationale Kampagne, die seit 1991 jedes Jahr auf dieses Themenfeld aufmerksam macht. Sie schlägt die thematische Brücke zwischen dem 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, und dem 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, um zu unterstreichen, dass Gewalt gegen Frauen auch eine Menschenrechtsverletzung darstellt.

Im Rahmen des Projekts werden unsere Projektpartnerinnen und die Partner-Netzwerke an der 16-Tage-Kampagne in ihrem Land teilnehmen. Dabei fließen die auf den Trainings vermittelten Kenntnisse über Lobbyinstrumente und politische Ansatzpunkte in die Strategieplanung für die Kampagnenaktivitäten ein; die Erfahrungen und erreichten Ergebnisse sollen in jeweils einem Bericht aus jedem Land dokumentiert und ausgewertet werden.
Doch auch außerhalb dieser Kampagne soll das Thema Frauen, Frieden und Sicherheit – speziell die Umsetzung der Sicherheitsratsresolutionen 1325 und 1820 – begleitet und diskutiert werden. Die Aktivistinnen werden in ihren Ländern Runde Tische mit Politikern veranstalten und in Hearings und Gesprächsterminen mit wichtigen Institutionen und Führungspersonen aus ihren Regionen immer wieder die tatsächliche Umsetzung der Gesetze und Resolutionen vom Papier in die Realität einfordern. Um das Thema nicht nur auf die Agenda der Entscheidungsträger zu setzen, sondern auch auf eine Änderung des sozialen Klimas und der Einstellung der Menschen hinzuwirken, werden die Kampagnen von Radiosendungen, TV-Spots und anderen öffentlich-keitswirksamen Aktivitäten begleitet.

Den Höhepunkt stellt eine gemeinsame Reise nach Brüssel und Berlin dar. Jeweils zwei Vertreterinnen aus Afghanistan, der DR Kongo und Liberia werden im Europäischen Parlament und dem Bundestag über ihre Situation sprechen und auch von den europäischen Ländern mehr Unterstützung für den Schutz ihrer Rechte einfordern.

 

Mit mutigem Beispiel voran: Aktivistinnen bringen sich in den afghanischen Friedensprozess ein

In einer gemeinsamen Presseerklärung im Nachgang der Friedens-Dschirga im Juni in Kabul haben sich afghanische Frauenrechtsaktivistinnen kritisch zu deren Ausgang geäußert. Die VertreterInnen von zehn Nichtregierungsorganisationen begrüßten in ihrer Erklärung die aktive Teilnahme von Frauen an der nationalen Friedensversammlung. Gleichzeitig sprachen sie sich vehement gegen jede Form von Friedensverhandlung aus, die die Errungenschaften der letzten zehn Jahre auf dem Gebiet der Frauenrechte in Afghanistan gefährden könnten.

Die Aktivistinnen hatten sich im April auf Initiative von medica mondiale Afghanistan und dem Afghan Women’s Network (Netzwerk afghanischer Frauen) zu einem Friedensbündnis zusammengeschlossen. Ziel ist es, sich stärker als bisher in den afghanischen Friedensprozessen und in die Planung von Sicherheitspolitik in ihrem Land einzubringen. Drei der Frauenrechtsverteidigerinnen hatten an der Friedens-Dschirga teilgenommen.  

Die Bildung des Friedensnetzwerkes ist Ergebnis des im März 2009 von medica mondiale gestarteten Projektes im Bereich Friedensarbeit. Im Rahmen des dreijährigen Projektes werden die afghanischen Frauenrechtsaktivistinnen kontinuierlich in politischer Lobbyarbeit und Konfliktlösung fortgebildet.

Pressemitteilung auf Englisch und Dari