
Menschenrechte
Vergewaltigungen und andere Formen von sexualisierter Gewalt von Frauen im Krieg sind schwere Menschenrechtsverletzungen. Mit der UN-Menschenrechtskonvention von 1996 wurde auch international anerkannt, dass Vergewaltigungen und andere Formen sexualisierter Kriegsgewalt gegen Frauen extreme Formen der Gewalt und Folter und damit schwere Verstoße gegen die Menschenrechte sind. Erst kürzlich hat der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in der Resolution 1820 den Einsatz von sexualisierter Gewalt erstmals als Kriegstaktik bezeichnet und festgestellt, dass sexualisierte Gewalt eine Bedrohung für den Weltfrieden und die internationale Sicherheit bedeuten kann.
Geschlechtsspezifische Gewalt – in der Regel gegen Frauen gerichtet – ist jedoch kein ausschließliches Phänomen kriegerischer Auseinandersetzung. Auch in Friedenszeiten gehören Gewalt und Rechtlosigkeit in Familie und Gesellschaft in vielen Ländern zum Alltag von Frauen. Der Krieg zeigt nur mit radikaler Deutlichkeit, wohin frauenfeindliche Haltungen in letzter Konsequenz führen.
Im Einsatz für die Rechte von Frauen
medica mondiale setzt sich dafür ein, dass die Rechte von Frauen eingehalten und geschützt werden und die Menschenrechtsverletzungen an Frauen öffentlich wahrgenommen werden und ein Ende finden.
Sicherheit für Frauen vor sexualisierter Kriegsgewalt
Wir fordern von PolitikerInnen, dass sie sich gegen die Menschenrechtsverletzungen an Frauen und Mädchen einsetzen, indem sie die strafrechtliche Verfolgung der Täter vorantreiben und sich für den Schutz der Rechte von Frauen einsetzen. Wir fordern eine öffentliche Ächtung der Verbrechen, damit Terror und Gewalt gegen Frauen ein Ende gesetzt wird. Die gesellschaftliche Anerkennung sexualisierter Gewalt trägt überdies zur Wiederherstellung von Gerechtigkeit für die Opfer bei und unterstützt so die Aufarbeitung und Integration traumatischer Erfahrungen.
Null-Toleranz gegenüber sexueller Ausbeutung von Frauen
Wir sorgen dafür, dass bekannt wird, dass in Nachkriegsländern wie Bosnien, Kosova und in der Demokratischen Republik Kongo Frauenhandel und Zwangsprostitution blühen, und prangern die sexuelle Ausbeutung von Frauen und Mädchen durch Soldaten internationaler Friedenstruppen und Mitarbeiter humanitärer Organisationen an. Wir setzen uns dafür ein, dass Verordnungen zum Verbot von Frauenhandel umgesetzt werden und fordern von Regierungen, Institutionen und Organisationen präventive Maßnahmen bei Militär- und Friedenseinsätzen, um Frauen vor Gewalt und sexueller Ausbeutung zu schützen, und die Täter strafrechtlich zu verfolgen.
Gegen Gewalt und Rechtlosigkeit von Frauen in Afghanistan
In Afghanistan, einem Schwerpunktland unserer politischen Arbeit, zielt unser Engagement auf ein Ende von unrechtmäßigen Inhaftierungen, der Zwangsverheiratung von Frauen und Mädchen und der sich verschärfenden Militarisierung auf allen Seiten. Dazu richten wir uns mit konkreten Handlungsaufforderungen und Vorschlägen an PolitikerInnen, wie Gewalt zukünftig verhindert und Frauen besser geschützt werden können, und führen Untersuchungen und Aufklärungskampagnen zu Gewalt gegen Frauen durch.
Enttabuisierung von sexualisierter Kriegsgewalt
Mit Aktionen und Kampagnen machen wir auf den weltweiten Skandal von sexualisierter Gewalt im Krieg und ihre Folgen für die Betroffenen aufmerksam – gegen das Schweigen und das Verdrängen in der Gesellschaft. Gemeinsam mit unseren Kolleginnen in den Projektländern dokumentieren und erforschen wir die Ursachen und Hintergründe sexualisierter Kriegsgewalt und fordern eine öffentliche Auseinandersetzung mit den Vergewaltigungen im Krieg und während Konflikten.
Beteiligung von Frauen an Friedensverhandlungen
Wir drängen Regierungen weltweit auf die Einhaltung der UN-Resolution 1325 aus dem Jahr 2000, die als erstes internationales Abkommen konkrete Maßnahmen zum präventiven Schutz von Frauen vor sexualisierter Gewalt und eine stärkere Beteiligung von Frauen an Friedensverhandlungen vorsieht. Ebenso fordern wir eine rasche Umsetzung der UN-Resolution 1820, die alle Parteien bewaffneter Konflikte dazu auffordert, alle sexualisierten Gewalthandlungen gegen Zivilpersonen umgehend einzustellen und der strafrechtlichen Verfolgung der Täter nachzukommen.
Politische Teilhabe von Frauen in der Gesellschaft
Gemeinsam mit Frauenorganisationen vor Ort fordern und fördern wir in unseren Projektländern die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen an allen gesellschaftspolitischen Prozessen und verteidigen die Rechte der Frauen gegen frauenfeindliche Haltungen in der Gesellschaft und Gesetzgebungen.
Gemeinsam mit anderen
Menschenrechtsarbeit braucht Verbündete. Wir vernetzen uns mit Organisationen in gesundheits- und entwicklungspolitischen Zusammenhängen, der humanitären Hilfe, der friedenspolitischen Arbeit und der Flüchtlings- und Menschenrechtsarbeit, um in strategischen Kooperationen auf nationaler und internationaler Ebene Einfluss zu nehmen. So arbeiten wir unter anderem mit dem Forum Menschenrechte, der Plattform für zivile Konfliktbearbeitung, Terres des Femmes, amnesty international, dem Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V., der Heinrich-Böll-Stiftung, Human Rights Watch, dem Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen, dem Entwicklungsfonds der Vereinten Nationen für Frauen, UNIFEM, dem Amt des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte, medico international und International Security Information Service, Europa zusammen.

