Medizinische Versorgung
Gesundheitswesen und Vorsorge
In vielen Ländern finden Frauen – insbesondere Patientinnen mit Gewalterfahrung – keine angemessene medizinische Versorgung in den Gesundheitseinrichtungen. So werden psychosomatische Symptome wie Schlaflosigkeit, chronische Schmerzen und Panikattacken oft nicht als solche erkannt und mit Medikamenten behandelt, die längerfristig in eine Abhängigkeit führen. Symptome werden chronisch und die betroffenen Frauen entwickeln Folgeerkrankungen wie massive Herz-Kreislauf-Probleme. Ganzheitlichere frauenspezifische und traumaorientierte Angebote gibt es so gut wie nicht. Auch gehören frauenspezifische Vorsorgeuntersuchungen zum Beispiel zur Vorbeugung von Brust- oder Gebärmutterhalskrebs in vielen Nachkriegsregionen noch nicht zum Standard der medizinischen Versorgung.
medica mondiale engagiert sich in den Projektländern daher auch für die Verbesserung der öffentlichen Gesundheitsfürsorge. Gemeinsam mit den medizinischen Teams vor Ort setzt sich medica mondiale dafür ein, dass die medizinischen Angebote in staatlichen Krankenhäusern stärker auf die Bedürfnisse von gewaltbetroffenen Frauen ausgerichtet werden und ein traumasensitiver Behandlungsansatz eingeführt wird. Dafür unterstützt medica mondiale insbesondere die Aus- und Weiterbildung von staatlichem Gesundheitspersonal im Umgang mit gewaltbetroffenen und traumatisierten Frauen und Mädchen. Gleichzeitig betreibt medica mondiale Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit, um auf die unzureichende gesundheitliche Versorgung für Frauen aufmerksam zu machen und die jeweiligen Gemeinden und Regierungen auf entsprechende Veränderungen zu drängen. In Afghanistan konnten dadurch Verbesserungen für Frauen erreicht werden: So gibt es seit 2008 in zunächst drei Kabuler Krankenhäusern Beratungsräume, in denen die von medica mondiale geschulten Gesundheitsfachkräfte Frauen und Mädchen erstmals in geschütztem Rahmen beraten und behandeln werden können.
