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07. Oktober 2011

Wichtiges Signal für Frauenaktivistinnen weltweit!

Pressemitteilung: Die Frauenrechts- und Hilfsorganisation medica mondiale freut sich über die Entscheidung des Friedensnobelpreis-Komitees, in diesem Jahr drei Persönlichkeiten auszuzeichnen, die sich für Frauenrechte einsetzen. Die Organisation wertet die Vergabe des Friedensnobelpreises an Liberias Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf, die liberianische Aktivistin Leymah Gbowee und die Bürgerrechtlerin Tawakkul Karman aus dem Jemen als bedeutsamen Schritt und würdigt das Signal des Komitees, dass Frauen in Friedens- und Demokratieprozessen gestärkt werden müssen.

medica mondiale ist bereits seit 2006 mit einem groß angelegten Projekt in Liberia aktiv und ist daher aus eigener Erfahrung von den Verdiensten der liberianischen Präsidentin für die Befriedung und Demokratisierung des Landes überzeugt, insbesondere von ihrem unermüdlichen Engagement für die Rechte liberianischer Frauen.

Die Geschäftsführerin der Organisation, Monika Hauser, hebt hervor: „Alle drei Preisträgerinnen setzen sich unter großem persönlichen Einsatz gegen die Unterdrückung von Frauen im afrikanisch-arabischen Raum ein – ein Einsatz, der gar nicht genug gewürdigt werden kann angesichts der Unterdrückung von zig Millionen Frauen und des himmelschreienden Unrechts, das ihnen widerfährt.“ Viele Frauenaktivistinnen riskierten ihr Leben, daher sei die Entscheidung über die diesjährige Verleihung des Friedensnobelpreises ungeheuer wichtig für Frauen weltweit. Diese Auszeichnung stärke auch sie und gebe ihnen Mut, wo immer sie tätig seien.

„In allen Ländern der Welt gibt es derart engagierte und mutige Frauen, denen die internationale Politik endlich einen gewichtigen Platz an den Verhandlungstischen zuweisen müsste, damit sie ihre Meinung und ihr Wissen in die Sicherheitspolitik einbringen können. Das bedeutet nicht, dass Frauen per se die friedfertigeren Menschen sind, sondern es geht schlicht darum, dass sie die Hälfte der Menschheit ausmachen und es gegen die Menschenrechte verstößt, sie von der Gestaltung von Prozessen auszuschließen, die über ihre Sicherheit entscheiden“, so Hauser.

Schon die UN-Sicherheitsresolution 1820 hebe hervor, dass die Einbeziehung von Frauen die Voraussetzung dafür ist, dass Frieden in der Welt überhaupt möglich sei und Gewalt gegen Frauen den Weltfrieden gefährde.

„Jetzt muss es sich darum drehen, endlich anzuerkennen, dass Frauen die treibende Kraft bei gesellschaftlichen Veränderungen hin zu einem zivilen Umgang mit Konflikten sind. Hier sollte auch die Bundesregierung mit Taten zeigen, dass sie dies ernst nimmt und deren Sachverstand in die deutsche Außen- und Sicherheitspolitik integriert,“ erklärt Hauser. „Einen großen Dank an die drei Preisträgerinnen, dass sie mit ihrem Engagement ein beeindruckendes Beispiel für viele andere Frauen geben – ich schicke ihnen unsere Glückwünsche und wünsche ihnen von Herzen alles Gute sowie viel Kraft für ihren weiteren Einsatz zu Gunsten von Frauenrechten!“