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08. März 2013

Pressemitteilung zum Weltfrauentag: Endlich handeln!

Köln, 7. März 2013. medica mondiale fordert zum Weltfrauentag politischen Willen, Mut und finanzielle Unterstützung im Kampf für Frauenrechte: "Sexualisierte Gewalt gegen Frauen und Mädchen in Krieg und Krisen zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte. Sie erfolgt jeden Tag, überall auf der Welt: in Ägypten, in Afghanistan, in der Demokratischen Republik Kongo." Zum Internationalen Frauentag am 8. März fordert Monika Hauser, Gründerin von medica mondiale, die politisch Verantwortlichen auf, Vergewaltigung als Mittel des Krieges endlich wirksam zu ächten.

„Es ist ein Skandal, dass Frauen nach wie vor durch Gewalt eingeschüchtert, zerstört und so aus dem politischen Leben vertrieben werden." Die deutsche Regierung müsse es als politische und moralische Verpflichtung betrachten, Überlebende sexualisierter Gewalt und von Gewalt betroffene Frauen nachhaltig zu unterstützen. Das bedeute auch, sich für Frauenrechte und ihre Einhaltung stark zu machen und der Straflosigkeit der Täter ein Ende zu setzen. Hier nicht tätig zu werden, erklärt Hauser, komme einer Verhöhnung der Opfer gleich – das gelte innen- wie außenpolitisch.

Hauser vermisst den politischen Willen, gegen sexualisierte Gewalt konsequent vorzugehen: „Was kann eine UN-Resolution 1325 über die Rechte von Frauen und ihre gleichberechtigte Beteiligung an Friedensprozessen bewirken, wenn der nationale Aktionsplan der Bundesregierung zur Umsetzung der Resolution so mager ausfällt?" Dass es auch anders gehe, zeige die groß angelegte Kampagne „Preventing Sexual Violence" zur Vermeidung von sexualisierter Gewalt in Konfliktsituationen des britischen Außenministers William Jefferson Hague. Als Gastgeber des G8-Gipfels im April in London wird er um Unterstützung seiner Kampagne und für ein internationales Abkommen zur Erforschung und Dokumentation von sexualisierter Gewalt in Krisengebieten werben. „Ich fordere die deutsche Regierung auf, diese Initiative massiv zu unterstützen", so Hauser.

Es ist über 20 Jahre her, dass die Gründerin von medica mondiale, Monika Hauser, nach Bosnien reiste, um während des Krieges vergewaltigten Frauen zu helfen. In der Stadt Zenica eröffnete sie im April 1993 mit über 20 bosnischen Psychologinnen und Ärztinnen das Frauentherapiezentrum Medica Zenica. Am 9. April findet zum 20-jährigen Bestehen von medica mondiale in Köln ein Podiumsgespräch statt unter dem Titel „Am Anfang war die Wut – 20 Jahre im Einsatz für traumatisierte Frauen".

Mehr dazu finden Sie in der Terminübersicht.