Zurück zur Übersicht
15. Oktober 2013

Pressemitteilung: Konferenz zum 20-jährigen Bestehen “Wege zur Würde“

"Bis heute hat ein Großteil der im Bosnienkrieg traumatisierten Frauen keine Unterstützung von der Regierung erhalten", erklärt Sabiha Husić, Direktorin des Therapiezentrums Medica Zenica. "Im Unterschied dazu leisten wir seit vielen Jahren engagierte Arbeit für die Überlebenden." Am 23. und 24. Oktober laden die beiden Frauenrechtsorganisationen Medica Zenica und medica mondiale nach Zenica ein zu einer Konferenz mit dem Titel: Working Towards Dignity – 20 years of fighting conflict-related sexualised violence.

Wege zu mehr Würde

„Unsere Tagung in Zenica (Bosnien und Herzegowina) soll die bosnische Regierung an ihre Verantwortung erinnern – finanziell, aber auch im Umgang mit Frauen, die in Gerichtsverfahren aussagen", so Husić weiter. Im Mittelpunkt der zweitägigen Veranstaltung steht der Dialog von Fachleuten aus Nichtregierungsorganisationen, Wissenschaft und Politik sowie Überlebenden. Außerdem sollen Herausforderungen in der Arbeit mit kriegstraumatisierten Frauen und Mädchen benannt und zukünftige Aufgaben und Anforderungen diskutiert werden.

„Ich bin vor über 20 Jahren aufgebrochen nach Bosnien, weil ich wütend war über die Gewalt gegen Frauen, ihre skandalisierende Darstellung in den Medien und die Untätigkeit der Hilfsorganisationen", ergänzt Monika Hauser, Gründerin von medica mondiale. „Diesem Wahnsinn wollte ich etwas Konkretes entgegensetzen: Solidarität, professionelle Hilfe und Empathie." Mittlerweile engagiert sich medica mondiale weltweit für die ganzheitliche Unterstützung von Überlebenden sexualisierter Kriegsgewalt. „Die Konferenz soll dazu beitragen, den Anliegen der Frauen in Bosnien Gehör zu verschaffen", betont Hauser, „sie soll ihnen eine gleichberechtigte Teilhabe ermöglichen und vermitteln, was Medica Zenica und medica mondiale in den vergangen Jahren erreicht haben."

TeilnehmerInnen der Konferenz sind unter anderem: Saliha Duderija, stellvertretende Ministerin für Menschenrechte und Flüchtlinge BiH, Vesna Kaknjo, Chefanklägerin der Staatsanwaltschaft im Kanton Zenica Doboj, BiH, Nada Golubovi?, Geschäftsführerin von United Women, Banja Luka, BiH, Anne-Marie Esper Larsen, UN Women, BiH, und Madeleine Rees, Generalsekretärin der Women’s International League for Peace and Freedom (WILPF), Schweiz. Weiter werden Vertreterinnen der Partnerorganisationen von medica mondiale aus Afghanistan, dem Kosovo und Liberia erwartet.

Über Medica Zenica und medica mondiale

Ende 1992 machte sich die Ärztin Monika Hauser, schockiert über die Massenvergewaltigungen an bosnischen Frauen, auf den Weg ins Kriegsgebiet im ehemaligen Jugoslawien. Nur kurze Zeit später, im April 1993, eröffnete sie in der Stadt Zenica mit rund 20 einheimischen Psychologinnen und Ärztinnen das bis dahin einmalige Frauentherapiezentrum Medica Zenica. Damit legte sie den Grundstein für eine Arbeit, die bis heute von Kolleginnen vor Ort erfolgreich fortgeführt wird. In Deutschland akquirierten UnterstützerInnen Spendengelder für Hausers Anliegen, organisierten Versorgungskonvois ins Kriegsgebiet und mobilisierten die Öffentlichkeit. Sie gründen im Juni 1993 in Köln den Verein medica mondiale. Die Organisation setzt sich ein für traumatisierte Frauen und Mädchen in Kriegs- und Krisengebieten. Neben gynäkologischer Versorgung, psychosozialerund rechtlicher Unterstützung bietet medica mondiale Programme zur Existenzsicherungund leistet politische Menschenrechtsarbeit.

Kontakt:

medica mondiale
Mechthild Buchholz
Pressesprecherin
Tel: +49 (0) 221 - 93 18 98 25
E-Mail: mbuchholz(at)medicamondiale.org

Medica Zenica
Sabiha Husić, Leiterin Medica Zenica
Tel: 00387 32 463 930; 00387 61 153 763
E-Mail: medica1(at)bih.net.ba

Foto: © Cornelia Suhan