Zurück zur Übersicht
10. Dezember 2013

Pressemitteilung: Gerechtigkeit, Entwicklung und Frieden für die Frauen dieser Welt

Köln, 10. Dezember 2013. Die 17-jährige Shakila aus Kabul wird von ihrem Mann mit einem Schuss ins Gesicht getötet, zwei Frauen in der Provinz Faryab werden von ihren Söhnen ermordet, ein Mann tötet seine Schwiegertochter und seine acht und zehn Jahre alten Enkel – die Liste aktueller Fälle von Gewalt gegen Frauen in Afghanistan ist erschreckend lang. „Trotz des unermüdlichen Einsatzes unserer Kolleginnen von Medica Afghanistan und anderer Frauenorganisationen zum Schutz und zur Stärkung von Frauen und Mädchen verschlechtert sich deren Situation dramatisch“, erklärt Monika Hauser, Gründerin von medica mondiale, am Tag der Menschenrechte.

„65 Jahre Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, das bedeutet für mich 65 Jahre Kampf für die Durchsetzung der gleichen und unveräußerlichen Rechte von Frauen und Mädchen weltweit", so Hauser weiter. Im Mittelpunkt dieser Anstrengung stünden die Achtung ihrer Würde und ihrer körperlichen Unversehrtheit als Grundlagen für Gerechtigkeit, Entwicklung und Frieden in der Welt. „Ich möchte daran erinnern, dass es laut Menschenrechtserklärung Pflicht aller Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen – also auch Afghanistans – ist, die Menschenrechte in ihren nationalen Rechtssystemen zur vollen Geltung zu bringen", mahnt Hauser. Die deutsche Bundesregierung müsse die Gleichstellung von Frauen und Männern und die Durchsetzung von Frauenrechten nicht nur, wie im aktuellen Koalitionsvertrag festgeschrieben, zur Querschnittsaufgabe in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit machen. Genauso wichtig sei es, die Verletzung dieser Menschenrechte immer wieder beim Namen zu nennen und im Rahmen der Außen- und Sicherheitspolitik die Umsetzung der UN-Resolution 1325 einzuklagen.

Seit 2002 hat medica mondiale in Afghanistan mehr als 7.000 von sexualisierter Gewalt betroffene Frauen mit Beratungsprogrammen, Rechtshilfe und Menschenrechtsarbeit unterstützt. Die derzeitige Situation von Frauen und Mädchen in Afghanistan erfüllt die Frauenrechtsorganisation mit großer Sorge. Fundamentalistische Kräfte, aber auch die afghanische Regierung selbst, stellten seit Monaten gesetzlich festgeschriebene Frauenrechte in Frage. Dadurch gerieten afghanische Frauenrechtsverteidigerinnen massiv unter Druck: Anfeindungen, Einschüchterungsversuche und Mordanschläge seien keine Einzelfälle. Hier bedarf es, so Hauser, eines entschiedeneren Eingreifens der internationalen Gemeinschaft für die Sicherung und Verwirklichung von Frauenrechten in Afghanistan.


medica mondiale setzt sich seit 1993 ein für traumatisierte Frauen und Mädchen in Kriegs- und Krisengebieten. Dabei versteht sich die Organisation als Anwältin für die Rechte und Interessen von Frauen, die sexualisierte Kriegsgewalt überlebt haben. Neben gynäkologischer Versorgung, psychosozialer und rechtlicher Unterstützung bietet medica mondiale Programme zur Existenzsicherung und leistet politische Menschenrechtsarbeit.

Kontakt:

medica mondiale
Mechthild Buchholz
Pressesprecherin
Tel: +49 (0) 221 - 93 18 98 25
E-Mail: mbuchholz(at)medicamondiale.org