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09. Oktober 2012

Pressemitteilung: Auf dem Prüfstand - Frauenrechte und der Friedensprozess in Afghanistan

Bonn, 9.10.2012. Die Situation der Frauen im Zusammenhang mit dem Friedensprozess in Afghanistan nimmt im November eine Tagung in Bonn in den Blick: "Hoffnung auf Frieden und Angst um die Frauenrechte in Afghanistan:Gefährdet Gewalt gegen Frauen den Friedensprozess?" (Freitag, 30. November 2012, bis Samstag, 1. Dezember 2012)

Obwohl in die 2004 in Kraft getretene Verfassung die Gleichberechtigung von Frauen und Männernaufgenommen wurde, ist der Alltag der afghanischen Frauen weiterhin von Gewalt und Rechtlosigkeitin Familie und Gesellschaft geprägt. Der Druck auf Frauen, die sich für ihre Rechte einsetzen, wächst. Auch in die Friedensverhandlungen wurden Frauen bislang kaum einbezogen. Zentrale Fragen der Tagungmit Blick auf den geplanten Abzug der internationalen Schutztruppen 2014 lauten: Welche Chance hat ein nachhaltiger Frieden in Afghanistan, wenn Frauen und Mädchen weiter unterdrückt und ihrerRechte beraubt werden? Ist eine Befriedung Afghanistans überhaupt möglich, wenn die Hälfte der Bevölkerung aus friedensrelevanten Prozessen ausgeschlossen wird?

Geplant sind dazu Beiträge von Thomas Ruttig, Direktor Afghanistan Analysts Network aus Kabul/Afghanistan, Erik Kurzweil, stellvertretender Referatsleiter des des Arbeitsstabs Afghanistan/Pakistan beim Auswärtigen Amt (angefragt), der Journalistin und Frauenrechtsaktivistin UteScheub sowie von Dr. Monika Hauser, Gründerin und geschäftsführendes Vorstandmitglied von medica mondiale e.V.

Insbesondere bietet sich die Gelegenheit, mit drei afghanischen Vertreterinnen ins Gespräch zu kommen. Die Frauen, die sich in der Politik und in Hilfsorganisationen in ihrem Heimatland engagieren,berichten über ihre persönlichen Erfahrungen und Einschätzungen:

Fawzia Koofi, Frauenrechtlerin und Politikerin aus Afghanistan. Seit 2005 ist sie Abgeordnete imafghanischen Parlament für ihre Heimatprovinz Badakhshan. 2005 wurde sie zur ersten weiblichen Vize-Sprecherin des Parlaments gewählt. 2014 will Koofi für die Präsidentschaft kandidieren.

Zarghona Ahmadzai, Psychologin aus Afghanistan. Seit 2002 ist sie für die afghanische Frauenrechtsorganisation Medica Afghanistan als psychosoziale Beraterin tätig. Nach ihrem Studium an der Kabuler Universität arbeitete sie zunächst als Dozentin für Hochschulen der Stadt, dann mehrere Jahre im Kabuler Psychiatrischen Krankenhaus.

Sajia Begham, Juristin und Genderexpertin aus Afghanistan. Von 2003 bis 2007 war sie für Medica Afghanistan als Referentin für Politik und Frauenrechte tätig. Zur Zeit der Taliban-Herrschaft eröffnetesie in einer Wohnung eine versteckte Schule für Mädchen. Derzeit studiert sie in Deutschland.

Die Tagung wird ausgerichtet von der Evangelischen Akademie im Rheinland und der Frauenrechtsorganisation medica mondiale.

Journalistinnen und Journalisten sind zur Teilnahme und Berichterstattung herzlich willkommen. Die Teilnahme ist für sie kostenlos. Um vorhergehende Anmeldung wird gebeten.

Vor Beginn der Tagung findet um 13.00 Uhr ein Pressegespräch mit Fawzia Koofi, Zarghona Ahmad-zai und Dr. Monika Hauser statt. Dazu wird noch gesondert eingeladen.

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Tagungsbericht