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03. April 2013

Pressemitteilung: Am Anfang war die Wut

Köln, 3. April 2013. Schockiert von den Massenvergewaltigungen an bosnischen Frauen machte sich Monika Hauser Ende 1992 auf den Weg ins Kriegsgebiet im ehemaligen Jugoslawien. Nur kurze Zeit später, im April 1993, eröffnete sie in der Stadt Zenica mit rund 20 einheimischen Psychologinnen und Ärztinnen das bis dahin einmalige Frauentherapiezentrum Medica Zenica. "Ich war wütend über die Gewalt gegen Frauen, die unsensible Darstellung in den Medien und die Untätigkeit von Politikern und Hilfsorganisationen", erklärt Monika Hauser, Gründerin von medica mondiale, zum 20-jährigen Bestehen ihrer Organisation.

Mittlerweile hat medica mondiale im Kosovo, in Albanien, Afghanistan und Liberia weitere Projekte für Frauen und Mädchen aufgebaut, die sexualisierte Gewalt in Kriegs- und Krisengebieten überlebt haben. Mit ihren Projekteförderungen leistet die Frauenrechtsorganisation zusätzlich in Konfliktländern wie der DR Kongo, Burundi, Ruanda und Uganda unverzichtbare Arbeit für von Gewalt betroffene Frauen. Mehr als 100.000 Frauen und Mädchen hat medica mondiale bis heute unterstützt – medizinisch, psychosozial, rechtlich, durch Alphabetisierungskurse, Fortbildungen oder berufliche Perspektiven.

Mit Kampagnen, Protestaktionen, Fotoausstellungen und Vorträgen informiert medica mondiale über sexualisierte Gewalt im Krieg, ihre Hintergründe und Auswirkungen. Außerdem hat die Organisation immer wieder Studien und Dokumentationen veröffentlicht und sich so als Expertin auf dem Gebiet der Geschlechtergerechtigkeit etabliert. Handlungsfelder der Aufklärungsarbeit von medica mondiale sind: mehr juristische Gerechtigkeit für Frauen, Sensibilität im Umgang mit Traumatisierungen und ein entschiedeneres Eintreten politischer Entscheidungsträger im Kampf gegen Gewalt.

2008 wurde die Gründerin der Organisation, Monika Hauser, mit dem Right Livelihood Award, dem Alternativen Nobelpreis, ausgezeichnet. Für ihren herausragenden Einsatz erhielt sie in November 2012 den Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen.

Wie geht es den Frauen in Bosnien-Herzegowina heute? Was haben medica mondiale und Medica Zenica für sie erreicht? Wie hat sich medica mondiale entwickelt? Bei einem Podiumsgespräch am 9. April 2013 blicken Gründungsfrauen aus Köln und Bosnien zurück auf die Anfangszeit und berichten über Erfolge und Herausforderungen ihrer Arbeit.

Abends lädt medica mondiale herzlich ein zum Podiumsgespräch ins Forum der Volkshochschule Köln:

Titel: „Am Anfang war die Wut – 20 Jahre im Einsatz für traumatisierte Frauen"
Termin: Dienstag, 9. April 2013 von 19 bis 21 Uhr, Einlass ist ab 18.30 Uhr
Ort: Forum Volkshochschule des Rautenstrauch-Joest-Museum, Cäcilienstr. 29-33, 50667 Köln

Teilnehmerinnnen des Gesprächs sind: 
  • Monika Hauser, Gründerin und geschäftsführendes Vorstandsmitglied von medica mondiale 
  • Sabiha Husi, Leiterin von Medica Zenica 
  • Gabi Mischkowski, Historikerin und Mitbegründerin von medica mondiale 
  • Moderation: Helga Kirchner, Journalistin 
  • Im Anschluss findet ein Getränkeempfang statt.

Monika Hauser, Gründerin und geschäftsführendes Vorstandsmitglied von medica mondiale, und Sabiha Husi, Leiterin von Medica Zenica, stehen am 9. April 2013 in der Zeit von 13 bis 16 Uhr für Interviews zur Verfügung.

Foto: © Cornelia Suhan

Kontakt:

Mechthild Buchholz
Pressesprecherin
E-Mail: mbuchholz(at)medicamondiale.org
Phone: +49 (0) 221 - 93 18 98 25