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22. April 2010

Presse-Einladung: Sexualisierte Kriegsgewalt vor Internationalen Gerichtshöfen

Köln, 22. April 2010. Im Rahmen der Veranstaltung „Sexualisierte Kriegsgewalt vor Internationalen Gerichtshöfen“ stellt die Frauenrechts- und Hilfsorganisation medica mondiale in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung erstmalig ihre Studie vor mit dem Titel: „’… damit es niemandem in der Welt widerfährt’ – Das Problem mit Vergewaltigungsprozessen: Ansichten von Zeuginnen, AnklägerInnen und RichterInnen über die Strafverfolgung sexualisierter Gewalt während des Krieges in Bosnien und Herzegowina“.

Die Studie befasst sich insbesondere mit den Erfahrungen von Zeuginnen, die als Opfer sexualisierter Gewalt vor dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (International Crime Tribunal for former Yugoslavia - ICTY) und der Kriegsverbrecherkammer in Sarajewo ausgesagt haben. Sie räumt mit gängigen Klischees auf und enthält wichtige Anhaltspunkte für die zukünftige Arbeit an Internationalen Strafgerichtshöfen.

Im Rahmen der Veranstaltung diskutieren die Koautorin der Studie Gabriela Mischkowski, die Gründerin und geschäftsführendes Vorstandsmitglied von medica mondiale Dr. Monika Hauser, der ehemalige Richter an den UN-Tribunalen für das frühere Jugoslawien sowie für Ruanda Prof. Wolfgang Schomburg und die Konfliktberaterin und Mediatorin Prof. Dr. jur. Andrea Budde gemeinsam darüber, welche Konsequenzen sich aus der Studie ziehen lassen.

Im Mittelpunkt der Diskussion stehen eine Bilanz und ein Ausblick: Wie erfolgreich ist die bisherige Strafverfolgung sexualisierter Kriegsgewalt im ehemaligen Jugoslawien? Was ist zu verbessern? Wie muss eine gute Ausbildung zukünftiger RichterInnen, AnklägerInnen und ErmittlerInnen aussehen, damit sie mit den traumatisierten Opfern respektvoll umgehen können? Welche Konsequenzen lassen sich daraus für andere Prozesse vor dem Internationalen Strafgerichtshofableiten? Ebenso wie für ein mögliches Verfahren gegen den kongolesischen Hutu-Milizführer Ignace Murwanashyaka in Deutschland?

Die Friedrich-Ebert-Stiftung und medica mondiale laden Sie herzlich ein, sich zu informieren und mit zu diskutieren:

am Donnerstag, 29. April 2010
18:00 - 21:30 Uhr
Friedrich-Ebert-Stiftung, Haus 2
Hiroshimastraße 28, 10785 Berlin

Im Anschluss steht Gabriela Mischkowski, Koautorin der Studie, MedienvertreterInnen gern für Interviews zur Verfügung.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen - und bitten um eine kurze Bestätigung der Teilnahme an forum.dm@fes.de oder per Fax: 030/269 35-9239

Verwandte Themen

Studie: Gabriela Mischkowski, Gorana Mlinarevic: "...and that it does not happen to anyone anywhere in the world" - The trouble with rape trials: Views of witnesses, prosecutors and judges on prosecuting violence during the war in Bosnia and Herzegovina", medica mondiale, Cologne, December 2009 (in englischer Sprache)

Deutsche Zusammenfassung und Schlussfolgerungen der Studie