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15. Oktober 2012

Afghanistan-Tagung: „Hoffnung auf Frieden und Angst um die Frauenrechte“

"Hoffnung auf Frieden und Angst um die Frauenrechte in Afghanistan – Gefährdet Gewalt gegen Frauen den Friedensprozess?" – so lautet der Titel einer Tagung, die medica mondiale in Kooperation mit der "Evangelischen Akademie im Rheinland" vom 30. November bis 1. Dezember in Bad Godesberg veranstaltet. Vor dem Hintergrund des bevorstehenden Truppenabzugs im Jahr 2014 diskutieren ExpertInnen aus Afghanistan und Deutschland über die Chancen für einen gerechten Frieden in Afghanistan. Nach wie vor leben die meisten afghanischen Frauen und Mädchen in einem Klima der Gewalt und werden ihre Stimmen auf politischer Ebene nicht gehört.

Obwohl die 2004 in Kraft getretene Verfassung die Gleichberechtigung von Frauen und Männern festschreibt, ist der Alltag der afghanischen Frauen weiterhin von Gewalt und Rechtlosigkeit in Familie und Gesellschaft geprägt. Der Druck auf Frauen, die sich für ihre Rechte einsetzen, wächst. Auch in die internationalen Diskussionen über die Zukunft ihres Landes wurden Frauen bislang kaum einbezogen. Zentrale Fragen der Tagung lauten: Welche Chance hat ein nachhaltiger Frieden in Afghanistan, wenn Frauen und Mädchen weiter unterdrückt und ihrer Rechte beraubt werden? Ist eine Befriedung Afghanistans überhaupt möglich, wenn die Hälfte der Bevölkerung aus friedensrelevanten Prozessen ausgeschlossen wird?

Geplant sind dazu Beiträge von Thomas Ruttig, Direktor Afghanistan Analysts Network aus Kabul/Afghanistan, Erik Kurzweil, stellvertretender Referatsleiter des Arbeitsstabs Afghanistan/Pakistan beim Auswärtigen Amt, der Journalistin und Frauenrechtsaktivistin Ute Scheub sowie von Dr. Monika Hauser, Gründerin und geschäftsführendes Vorstandmitglied von medica mondiale e.V..

Insbesondere bietet sich die Gelegenheit, mit drei afghanischen Vertreterinnen ins Gespräch zu kommen. Die Frauen, die sich in der Politik und in Hilfsorganisationen in ihrem Heimatland engagieren, berichten über ihre persönlichen Erfahrungen und Einschätzungen:

Fawzia Koofi, Frauenrechtlerin und Politikerin aus Afghanistan. Seit 2005 ist sie Abgeordnete im afghanischen Parlament für ihre Heimatprovinz Badakhshan. 2005 wurde sie zur ersten weiblichen Vize-Sprecherin des Parlaments gewählt. 2014 will Koofi für die Präsidentschaft kandidieren.

Zarghona Ahmadzai, Psychologin aus Afghanistan. Seit 2002 ist sie für die afghanische Frauenrechtsorganisation Medica Afghanistan als psychosoziale Beraterin tätig. Nach ihrem Studium an der Kabuler Universität arbeitete sie zunächst als Dozentin für Hochschulen der Stadt, dann mehrere Jahre im Kabuler Psychiatrischen Krankenhaus.

Sajia Begham, Juristin und Genderexpertin aus Afghanistan. Von 2003 bis 2007 war sie für Medica Afghanistan als Referentin für Politik und Frauenrechte tätig. Zur Zeit der Taliban-Herrschaft eröffnete sie in einer Wohnung eine versteckte Schule für Mädchen. Derzeit studiert sie in Deutschland.

Die Tagung wird ausgerichtet von der Evangelischen Akademie im Rheinland und der Frauenrechtsorganisation medica mondiale. Für die Teilnahme an der Tagung können sich Interessierte hier online anmelden.

Journalistinnen und Journalisten sind zur Teilnahme und Berichterstattung herzlich willkommen. Die Teilnahme ist für sie kostenlos. Um vorhergehende Anmeldung wird gebeten.

Vor Beginn der Tagung findet um 13.00 Uhr ein Pressegespräch mit Fawzia Koofi, Zarghona Ahmadzai und Dr. Monika Hauser statt. Dazu wird noch gesondert eingeladen.

Kontakt und Anmeldung für die Presse:

Stefanie Keienburg
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Hülchrather Str. 4
50670 Köln
Tel.: 0221-931898-22
Mail: skeienburg(at)medicamondiale.org 

! A k t u e l l e  Ä n d e r u n g ! 

 

(Stand 29.11.) Die afghanische Politikerin Fawzia Koofi ist leider erkrankt und kann deshalb nicht an der Tagung "Hoffnung auf Frieden und Angst um die Frauenrechte" teilnehmen.

Während des Pressegespräches am 30.11.2012 wird nun Sajia Behgam, die ebenfalls als Referentin aus Afghanistan an der Tagung teilnimmt, für Fragen zur Verfügung stehen.