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Pressemitteilungen

PRESSEMITTEILUNG

Zum Internationalen Tag der Menschenrechte

medica mondiale fordert Einsatz gegen die brutalen Vergewaltigungen in der DR Kongo

Berlin, 10. Dezember 2007. Anlässlich des Internationalen Tages der Menschenrechte hat medica mondiale das mangelnde Engagement der internationalen Gemeinschaft in der Demokratische Republik (DR) Kongo scharf kritisiert. Angesichts der allgegenwärtigen Gewalt gegenüber Frauen fordert die Organisation wirksamen Schutz für die Frauen und ein Ende der Straffreiheit für die Täter.

Besonders im Osten der Demokratischen Republik Kongo in der Region Kivu ist die Situation für Frauen dramatisch: Mädchen und Frauen werden dort täglich zu Hunderten mit unvorstellbarer Brutalität von Mitgliedern aller kriegführenden Parteien vergewaltigt. „Das Ziel dieser Vergewaltigungen ist schlicht die Zerstörung der Frauen", so die Geschäftsführerin und Gründerin von medica mondiale, Monika Hauser. Als Angriffs- und Vergeltungswaffe seien die Vergewaltigungen in die Kriegsstrategien eingebettet. Diese systematischen Menschenrechtsverletzungen träfen Frauen und Mädchen jeden Alters: Sowohl 80jährige Großmütter sind Ziel von Vergewaltigungen begleitet von schlimmsten Misshandlungen wie auch fünfjährige Mädchen, teilweise sogar Säuglinge. Niemand biete diesem Zerstörungsfeldzug Einhalt, die Frauen seien der Brutalität schutzlos ausgeliefert.

„Besonders belastend für die Frauen dabei ist, dass die Gewalt auch nach einer Vergewaltigung andauert", sagte Monika Hauser. „Die überlebenden Frauen werden von ihren Familien und Dorfgemeinschaften oft wie Dreck behandelt – sie werden als ‚Beschmutzte' ausgestoßen und als solche sind sie weiterer Gewalt ausgesetzt."

Es sei mehr als bedauerlich, dass die dramatische Situation für Frauen in der DR Kongo beim EU-Afrika-Gipfel offensichtlich keine Rolle gespielt habe. Denn die EU und die afrikanischen Staaten dürften keine Gelegenheit verpassen, um mit aller Kraft auf die Regierung in Kinshasa einzuwirken, damit die Bagatellisierung und Banalisierung dieser Gewalt durch kongolesische Politiker endlich ein Ende finde. „Es ist unerträglich, dass diese Gewalt als zum Krieg dazugehörig bezeichnet wird und keinen weltweiten Aufschrei und sofortiges Handeln zur Folge hat", betonte die Gründerin von medica mondiale. Die Vergewaltigungen und Misshandlungen müssten dokumentiert werden, die Regierung des Landes müsse den Betroffenen Schutz bieten und es müssten endlich Exempel in der Strafverfolgung statuiert werden. „Es gibt bislang quasi Straffreiheit für derartige Verbrechen in der DR Kongo", so Monika Hauser, „die überlebenden Frauen sagen uns immer wieder: Die Straflosigkeit ist das Schlimmste."

Die medizinische Versorgung müsse unbedingt ausgebaut werden, aber es fehle auch an der dringend notwendigen psychologischen Unterstützung. „Aus unserer langjähriger Arbeit in Bosnien-Herzegowina und Kosovo wissen wir, dass die betroffenen Frauen mit psychosozialer Begleitung ihre Kraft und Stärke durchaus wieder entdecken und sogar ausbauen können", erklärte die Geschäftsführerin.

medica mondiale unterstützt seit 2004 die kongolesische Frauenrechtsorganisation PAIF (Promotion et appui aux initiatives feminines) in der Region Kivu bei der medizinischen Erstversorgung und psychischen Stabilisierung überlebender Frauen. Mit Beginn kommenden Jahres weitet medica mondiale dieses Engagement aus. So soll in Kooperation mit PAIF in der ostkongolesischen Stadt Goma ein interdisziplinäres Zentrum als Anlaufstelle für Überlebende sexualisierter Gewalt aufgebaut und das Angebot psychosozialer Beratung und Unterstützung beim Ausbau von Selbsthilfestrukturen in den ländlichen Gebieten um die Stadt Kalehe ausgeweitet werden.

Angesichts der akuten Zuspitzung hat medica mondiale außerdem Nothilfe geleistet für Operationen von Verletzungen durch Vergewaltigungen sowie für den Kauf von Nahrungsmitteln und Medikamenten.

medica mondiale setzt sich ein für traumatisierte Frauen und Mädchen in Kriegs- und Krisengebieten und versteht sich als Anwältin für die Rechte und Interessen von Frauen, die sexualisierte Kriegsgewalt überlebt haben. Neben gynäkologischer Versorgung und psychosozialer Unterstützung leistet medica mondiale politische Menschenrechtsarbeit.

 

Abdruck kostenfrei – Belegexemplar erbeten. Wir freuen uns über Ihre Berichterstattung.

Weitergehende Anfragen und Interviewvermittlung:
medica mondiale e.V.
E-Mail Britta Amorin
(Presse- und Öffentlichkeitsarbeit)
Hülchrather Straße 4
50670 Köln/Cologne (Germany)
Tel.: +49/221-93 18 98-0/-25
Fax: +49/221-93 18 98-1

Spendenkonto: Sparkasse KölnBonn · Konto 45 000 163 · BLZ 370 501 98
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© medica mondiale e.V. ·  11.12.2007