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10. Januar 2018

Wie arbeiten lokale Frauenrechtsorganisationen in Krisengebieten?

Wie arbeiten MenschenrechtsverteidigerInnen in politisch instabilen oder von Konflikten geschwächten Ländern? Staaten reagieren auf Kritik von Menschenrechtsorganisationen oft mit Repressionen. Rechte zum Schutz existieren nicht oder werden nicht umgesetzt. Besonders stark davon betroffen sind Mitarbeiterinnen von Frauenrechtsorganisationen. Was können sie tun, wenn der Raum, in dem sie sich bewegen, eingeschränkt wird? Und wie können sie trotzdem weiter arbeiten?

Für kleinere Organisationen ist es besonders wichtig, sich gegenseitig zu kennen. Zu wissen, dass man nicht alleine für Frauenrechte kämpft, stärkt die Organisationen und ihre MitarbeiterInnen. Außerdem können sie so in Zukunft enger zusammenarbeiten und den oft schwierigen Umständen trotzen.

Austausch von Frauenrechtsorganisationen fördern

Dazu trägt medica mondiale bei, zum Beispiel durch regelmäßige Fachtage in der Region der Afrikanischen Großen Seen. Kürzlich kamen 50 Menschen von mehr als 20 Organisationen aus den medica mondiale-Projektländern Burundi, Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo), Ruanda und Uganda zu einem zweitägigen Fachtag nach Bujumbura, der Hauptstadt von Burundi. Darunter waren MitarbeiterInnen von Projekten, die von medica mondiale gefördert werden wie SEVOTA aus Ruanda oder FOWAC aus Uganda. Außerdem eingeladen waren kleinere Organisationen aus der Region.

Stärkende Gruppen trotz Repression

Die Teilnehmerinnen des Fachtags stellten in Vorträgen und Gruppenarbeiten praktische Ansätze ihrer Arbeit vor und beantworteten Fragen: Welche Schwierigkeiten tauchen bei der Menschenrechtsarbeit vor Ort auf? Was müssen wir beachten, wie können wir Repressionen umgehen?

Eine Jugendgruppe aus der DR Kongo berichtete von Schwierigkeiten mit lokalen Autoritäten, die die Existenz ihrer Gruppe bedrohten. Um diesen Leuten aus dem Weg zu gehen, hält die Gruppe ihre Treffen jetzt in einer Kirche ab. Dort können sie in einem geschützten Raum zum Beispiel über Reproduktive Gesundheit sprechen.

Wenn sie auf der Straße unterwegs sind, um junge Mädchen für Frauenrechte zu sensibilisieren, geben sie vor, an einem Schulprojekt zu arbeiten, damit sie von den lokalen Autoritäten in Ruhe gelassen werden. So können sie, trotz der Repressionen arbeiten und mit Frauen, die Gewalt überlebt haben, stärkende Gruppen aufbauen.

"In den Gruppen lernen die Frauen sich wieder gegenseitig zu vertrauen und über ihre Probleme und Erfahrungen zu sprechen. Das stärkt." Inga Neu zieht ein positives Resümee: „Die Stimmung war sehr lebendig, es gab viel Gewusel, viele Unterhaltungen, einen tollen Ausstauch. Viele TeilnehmerInnen fahren gestärkt nach Hause und können diese Stärke hoffentlich in ihre Arbeit einfließen lassen.“ Der nächste Fachtag soll in einem Jahr stattfinden.

Unterstützen Sie jetzt unsere Menschenrechtsarbeit in der Afrikanischen Großen Seen Region. Vielen Dank!