![]() |
|
"In der Traditionsfalle" - medica mondiale legt Bericht über inhaftierte Frauen in Kabul vor |
|
|
Forderung nach stärkerem Druck auf konservative
afghanische Kräfte durch die Internationale Gemeinschaft Im Gefängnis "Kabul Welayat" (einer baufälligen Baracke) sind Frauen und Mädchen - teilweise mit ihren Kindern - zumeist unschuldig in- haftiert: Einige sind konkreter Verbrechen beschuldigt, andere sitzen in Untersuchungs- haft - und eine große Anzahl sind Frauen und Mädchen, die selbst Opfer von Gewalt sind und zum Beispiel wegen der Flucht aus Gewaltbeziehungen oder vor Zwangs- verheiratung des "Ehebruches" angeklagt sind. Die meisten sitzen ein, weil sie gegen Regeln "verstoßen" haben, die jedoch laut internationalen Menschenrechtskonventionen gar keine Regelverstöße darstellen. Zwar hat die afghanische Regierung diese Konventionen unterzeichnet - die afghanische Realität der Frauenunterdrückung und Gewalt gegen Frauen führt jedoch dazu, dass traditionelles Feudalrecht nach wie vor das individuelle Menschenrecht der Frauen bricht. Deshalb muss - so die Forderung von medica mondiale - die Internationale
Gemein- schaft dringend die fortschrittlichen Kräfte in der afghanischen
Regierung stärker unterstützen. Die Frauen brauchen angemessene
juristische Unterstützung, sie brauchen die Grundlagen für einen
fairen Prozess, und das juristische Prozedere muss dringend internationalen
Menschenrechts-Standards angepasst werden. Dazu braucht auch das Gefängnispersonal
und die Polizei eine angemessene Ausbildung. Das afghanische Justizsystem
basiert in seiner Anwendung immer noch auf herkömmlichen Definitionen
von Verbrechen und deren Bestrafung. Diejenigen, die in diesen Bereichen
arbeiten, dürfen diesem System, das geschriebenen Gesetzen widerspricht,
nicht länger vertrauen.
Wir freuen uns über Ihre Berichterstattung. |
|
|
Informationen und Rückfragen:
medica mondiale finanziert seine Arbeit überwiegend über Spendenmittel.
Helfen Sie uns, damit wir handeln können! |
|
| © medica mondiale e.V. · 26.03.2003 |