Viele Geflüchtete haben vor, während oder nach ihrer Flucht traumatische Erlebnisse wie Krieg, Verlust, Leid oder sexualisierte Gewalt überlebt. Für Menschen mit Gewalterfahrung ist daher ein Schutz vor weiteren Ohnmachtserfahrungen entscheidend. Eine empathische und kompetente Unterstützung ist maßgeblich, um sie im Hier und Jetzt zu stärken.

Auf der anderen Seite arbeiten viele Fachkräfte in der Flüchtlingsarbeit unter hektischen, belastenden Bedingungen. Deshalb braucht es zur Veränderung des Asylsystems den Willen der Politik. Doch darüber hinaus können Fachkräfte durch Stärkung und Vernetzung unterstützt werden ihre Arbeit langfristig auszuüben. Mit unseren Fortbildungen leisten wir dazu einen Beitrag.

Fortbildungsangebot:

Zweitägige Fortbildung zum stress- und traumasensiblen Umgang mit geflüchteten Menschen

 

Zielgruppe:

Hauptamtliche Fachkräfte (wohnhaft in NRW), die mit geflüchteten Menschen arbeiten.

Sie lernen bei der Fortbildung:

  • wie sich Trauma und Gewalt im Kontext von Flucht und Migration auswirken können. Dazu werden Ihnen Grundlagen zu den Themen Trauma, Ursachen sowie Folgen geschlechtsspezifischer und sexualisierter Gewalt vermittelt.
  • wie Sie Stress und Trauma erkennen und darauf kompetent reagieren können.
  • wie Sie erste Anzeichen von Überforderung bei sich und anderen erkennen und darauf mit Selbstfürsorge reagieren.
  • Personen zu stabilisieren und stärken, die Stress- und Traumasymptome zeigen.
  • den stress- und traumasensiblen Ansatz (STA) in Ihrer täglichen Arbeit umzusetzen.

Weitere Informationen und Termine

Termin: 04./05. Dezember 2017

Ort: Jugendherberge Riehl, Köln (Infos zur Anfahrt)

Uhrzeit: 10-18 Uhr (mit Pausen)

Verpflegungskosten: 50€

Referentinnen:

Karin Griese (Soziologin und Traumaberaterin, Leiterin des Fachbereichs Trauma-Arbeit bei medica mondiale)

Daniela Halfmann (Ethnologin, zertifizierte systemische Coachin (SG) und Fachberaterin für Psychotraumatologie (in WB)

Ilona Schulz (Dipl.-Sozialpädagogin, Systemische Supervisorin DGSv, TZI-Diplomierte).

Anmeldung zur Fortbildung

Zur Anmeldung laden Sie bitte zunächst dieses PDF herunter. Wenn Sie das Dokument abgespeichert haben, können Sie es bequem und einfach ausfüllen. Das vollständig ausgefüllte Anmeldeformular senden Sie bitte an seminare@medicamondiale.org.

Wir können nur Anmeldungen per Anmelde-PDF berücksichtigen.

Die zur Verfügung stehenden Plätze sind begrenzt.

Dreitägige Fortbildung zu Stress- und Traumasensibilität in der Flüchtlingsarbeit

-Schwerpunkt Selbstfürsorge-

Diese Fortbildung ist bereits ausgebucht

Weitere Termine für Fortbildungen mit dem Schwerpunkt Selbstfürsorge geben wir hier bekannt.

Zielgruppe:

Hauptamtliche Fachkräfte (wohnhaft in NRW) mit eigener Flucht- und/oder Migrationserfahrung und/oder mit Personalverantwortung.

Sie lernen bei der Fortbildung:

  • wie Sie die eigene Selbstfürsorge bei Ihrer Arbeit nicht aus dem Blick verlieren.
  • wie Sie die ersten Anzeichen von Überforderung bei sich und anderen erkennen und darauf mit Selbstfürsorge reagieren können.
  • wie Sie Ihre persönliche Widerstandskraft (Resilienz) sowie die Ihrer Kolleg*innen präventiv fördern.
  • wie Sie Achtsamkeitsübungen direkt in Ihrer täglichen Arbeit anwenden können.
  • die Grundprinzipien einer stress- und traumasensiblen Haltung kennen.
  • wie sich Trauma und Gewalt im Kontext von Flucht und Migration auswirken können.
  • Maßnahmen zu entwickeln, die Gewaltbetroffene stärken.

Vier Fragen zum Peer-to-Peer Ansatz in der Traumaarbeit:

Was sind Peer-to-Peer Ansätze in der Trauma-Arbeit?

Peer-to-Peer bedeutet „von Gleich zu Gleich“. Gerade nach traumatischen Erfahrungen hilft Betroffenen die Solidarität von Menschen, die Ähnliches erlebt haben. Dabei geht es darum, Erfahrungen und hilfreiche Informationen zu teilen und sich gegenseitig zu stärken. Das kann in regelmäßigen Gruppenangeboten erfolgen oder durch individuelle Begleitung.

Warum eignet sich Peer-to-Peer für die Arbeit mit Geflüchteten?

Selbst nach schwersten Erfahrungen können Menschen immer noch viel geben. Frauen mit Fluchthintergrund, die schon länger in Deutschland leben, bringen neben ihren Belastungen auch Bewältigungsstrategien mit. Sie können neuankommende Frauen durch ihr gelebtes Beispiel ermutigen und ihnen Vertrauen in die eigenen Stärken vermitteln. So wirkt Peer-to-Peer psychosozial enorm stabilisierend und stärkt die Widerstandskraft Betroffener deutlich. Umso wichtiger ist es, die Erfolge dieser Unterstützung nicht durch strukturelle Probleme zu gefährden. Auch gelungene Selbsthilfe ist nicht genug, wenn Menschen weiter vor Krieg und Verfolgung fliehen müssen und in den Zufluchtländern mit ihren Problemen allein gelassen werden.

Wie funktioniert Peer-to-Peer-Unterstützung in der Praxis?

Geflüchtete Frauen mit vergleichbaren Themen und Problemen treffen sich in einem geschützten, von Regeln der Vertraulichkeit und gegenseitiger Achtung geprägten Rahmen. Um Stress- und Traumadynamiken in der Gruppe aufzufangen, empfehlen wir ein Team von mindestens zwei Leiterinnen – eine Trauma-Expertin und eine Frau mit zurückliegender Fluchterfahrung, die sich stabil genug fühlt, ihre Erfahrungen zur Verfügung zu stellen.

Welche Rahmenbedingungen sind dafür notwendig?

Die Gruppentreffen sollten in ihrer Struktur immer gleich aufgebaut sein. Das vermittelt den Teilnehmerinnen Sicherheit im Sitzungsablauf und im Umgang miteinander. Alle Frauen werden mit ihren Stärken und Fähigkeiten in die Gespräche einbezogen. Aber auch äußere Faktoren, wie Räume, Übersetzung, Kinderbetreuung und nachhaltige Finanzierung, sind wichtig für das Gelingen.

11 Tipps für die Arbeit mit Geflüchteten

Kompakte Grafik 11 Tipps im Umgang mit Geflüchteten
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Die Fortbildungen werden vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen finanziell unterstützt.