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m-journal 2-2007

Projekteförderung

Osttimor

Mit Fotos und Filmen gegen Gewalt Mit Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit will die Frauenrechtsorganisation Fokupers in Dili, Osttimor, das Thema Gewalt gegen Frauen in die gesellschaftliche Diskussion bringen. Fokupers kümmert sich seit 1997 um Frauen und Mädchen, die sexualisierte Gewaltüberlebt haben, und engagiert sich für Witwen, die Familienangehörige durch die indonesische Besatzung verloren haben. Die Organisation bietet ihnen psychosoziale und juristische Hilfe und Unterkunft in einem Schutzhaus.

Um auch politische Veränderungen voranzutreiben, soll die Gewalt an Frauen und Mädchen umfassend – unter anderem mit Fotos und Filmen – dokumentiert werden. Außerdem produziert Fokupers Kampagnenmaterial, Broschüren und Handzettel zu dem Thema und publiziert einen monatlich erscheinenden Newsletter.

medica mondiale unterstützt diese Informationsarbeit mit 5.000 Euro in diesem Jahr.

Indien

 
Nimisha Desai während einer Gerichtsverhandlung unter freiem Himmel · Foto: © Sybille Fezer

Menschenrechtspreis für Nimisha Desai „Ohne das energische Engagement und den mutigen Einsatz von Nimisha Desai wäre die Frauenbewegung in Indien nicht das, was sie heute ist. Daher verdient Nimisha Desai den Menschenrechtspreis der Stadt Weimar und die damit verbundene Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit.“ Dieser Empfehlung von Monika Hauser, Gründerin von medica mondiale, folgte im Juli der Stadtrat von Weimar. Die indische Frauenrechtlerin und Leiterin der Organisation Olakh erhält am 10. Dezember, am Tag der Menschenrechte, den Weimarer Menschenrechtspreis.

Nimisha Desai kämpft seit über 20 Jahren gegen die oft unermessliche Gewalt gegen Frauen in Indien. Als alleinerziehende Mutter erfuhr die heute 45-Jährige am eigenen Leib die Diskriminierung und den Ausschluss aus der Gesellschaft. „Ein Teil meiner Anstrengungen besteht darin, den Frauen eine Identität als menschliche Wesen zu geben“, sagt die studierte Wirtschafts- und Verhaltenswissenschaftlerin.

Mit der Gründung der Frauenorganisation Olakh (dt. Identität) entsteht 1993, „ein Raum für Frauen, den sie gemeinsam teilen, in dem sie lernen und in dem sich ihre Identität mit Stolz und Ehre entwickeln und stärken kann“, so die Organisation. Mit heute zehn festen und rund 20 freien MitarbeiterInnen bietet Olakh unter anderem eine Auffangstation für Frauen, einen Telefonnotruf und Seminare zur gewaltfreien Streitschlichtung.

Zurzeit entsteht mit Unterstützung von medica mondiale ein Projekthaus, in dem alleinstehende Frauen juristische Beratung und Beistand bei der Umsetzung ihrer Rechte erhalten, „ein sicherer Platz für Frauen in Momenten der Hilflosigkeit und Isolation“, so Olakh.

 

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© medica mondiale e.V. ·  02.10.2007