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m-journal 2-2007

Afghanistan braucht unser Engagement!

Nicht der Moment für Abschiede – medica mondiale ist weiterhin im Einsatz für afghanische Frauen · Foto: © Ursula Meissner

Nicht zu Fuß unterwegs sein! Routinen vermeiden – Abfahrtszeiten und Routen immer wieder ändern! Nur in Restaurants und Geschäfte mit Wachpersonal gehen! Dies sind nur einige der vielen sehr ernst gemeinten Ratschläge, die ANSO, ein Sicherheitsbüro für Nichtregierungsorganisationen in Afghanistan, dem internationalen Personal von Hilfsorganisationen gibt.

Überlandreisen dürfen schon lange nicht mehr mit dem PKW unternommen werden, so erzählt uns Charlemagne Gomez, eine von derzeit zwei internationalen Mitarbeiterinnen von medica mondiale Afghanistan. Doch durch die aktuellen Sicherheitsmaßnahmen sei der Alltag noch mühseliger und beschwerlicher geworden. Inzwischen ist kein Viertel in Kabul mehr sicher, erklärt ANSO, das Risiko entführt zu werden, sei überall in der Stadt hoch. Grund für medica mondiale, Neuentsendungen nach Afghanistan vorerst auszusetzen.

Das Engagement für die afghanischen Frauen geht dennoch weiter, das vorhandene internationale Personal bleibt vor Ort. „Noch hat die zugespitzte Sicherheitslage nur wenig Einfluss auf die tägliche Arbeit“, sagt Charlemagne Gomez, „aber wir spüren die gespannte Stimmung im Land.“ Schwierig sei die Situation besonders für die afghanischen Mitarbeiterinnen von medica mondiale: Die Sorge, dass die internationalen Kolleginnen gehen könnten, sei ihnen anzumerken – auch wenn klar ist, dass sie die Arbeit weiterführen werden. Aber die schlechte Sicherheitslage betrifft aktuell eher die AusländerInnen, denn die afghanischen Frauen leben bereits seit Jahren mit immer weniger Freiheiten.

Aber Charlemagne Gomez kann auch Positives vermelden: „Die Arbeit für die Rechtsanwältinnen hat sich gewaltig
vereinfacht.“ Bei den Gerichten hätten sich die Abläufe enorm verbessert. Drohungen von Familienangehörigen seien selten und in der Regel mit Gesprächen aus dem Weg zu räumen, so dass die Anwältinnen viel für ihre Klientinnen erreichen können. Für Charlemagne Gomez ist daher klar: „Die Arbeit geht weiter, muss weiter gehen – ungeachtet der schwierigen Situation, weil die Frauen uns brauchen.“

 

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© medica mondiale e.V. ·  02.10.2007