m-journal 2-2005
Projektefonds: Über 100 HelferInnen im Sudan geschult
„Alle waren bis zum letzten Trainingstag mit großem Engagement dabei“, berichtete Amira Khair, Projektkoordinatorin in Süd-Darfur/Sudan, die uns im Juni 2005 in Köln besuchte. Amira koordiniert das Projekt, das medica mondiale gemeinsam mit der sudanesischen Menschenrechtsorganisation „Khartoum Center für Human Rights and Environmental Development“ (KHRECD) ins Leben gerufen hat. Über 100 Frauen und Männer, die in den Flüchtlingslagern arbeiten, wurden mit einem speziellen Aufklärungsprogramm über sexualisierte Gewalt an Frauen, über Trauma und Menschenrechte sensibilisiert. Das Ziel: Sie sollen traumatisierte Frauen in Flüchtlingslagern unterstützen.
Die Nachricht, dass es ein solches Training geben sollte, hatte sich in Nyala wie ein Lauffeuer verbreitet und eine überwältigende Nachfrage ausgelöst: Im November 2004 nahmen 87 Männer und Frauen an dem Seminar teil. Da die TeilnehmerInnen aus verschiedenen Berufsgruppen stammten, hatten viele beruflich noch nie etwas mit dem Thema zu tun. „Ich war sehr berührt von der Offenheit der Teilnehmer und Teilnehmerinnen, uns an ihren persönlichen Erfahrungen teilhaben zu lassen,“ schilderte Amira ihre Eindrücke. Ein spezielles Training erhielten außerdem 20 MedizinerInnen und RechtsanwältInnen, die mit Flüchtlingen arbeiten.
Den ersten Einsatz hatten 20 ausgewählte Trainings-TeilnehmerInnen anschließend im Camp Kalma. Es ist mit über 100 000 Flüchtlingen das größte Flüchtlingslager der Region. Mit mehr als 400 Frauen, Mädchen und Angehörigen konnten die geschulten Helferinnen und Helfer Gespräche führen und dadurch eine erste Entlastung bieten. Viele wurden in Krankenhäuser oder in andere Hilfseinrichtungen in die nächstgelegene Stadt gebracht.
„Kornoks“ als erste Anlaufstelle
Der erste Einsatz zeigte, dass die medizinische Versorgung für Frauen im Camp dringend verbessert werden muss. Inzwischen wurden drei so genannte „Kornoks“ aufgestellt – Holzhütten, die den HelferInnen als Treffpunkt dienen. mm plant, einen dieser Kornoks zu einer medizinischen Erstversorgungs-Station für Überlebende sexualisierter Gewalt einzurichten.
Das Projekt wird zum Teil aus Mitteln des Südtiroler Landtags finanziert. Weitere Spenden sind aber dringend notwendig. Die „Ersthelferinnen“ sollen nach einem zweiten Vertiefungsseminar im Herbst dieses Jahres nochmals in das Flüchtlingslager gehen, um mit weiteren Überlebenden sexualisierter Gewalt Kontakt aufzunehmen, ihnen Gespräche anzubieten und sie bei Bedarf an die „Kornoks“ und andere Hilfseinrichtungen zu vermitteln.
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© medica mondiale e.V. · 13.02.2007



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