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m-journal 2-2005

Bewegende Reaktionen bei Fachtagung „Zeit zu sprechen“

Auf bewegende Weise wörtlich nahmen viele der rund 200 Teilnehmerinnen das Motto der Auftaktveranstaltung zu unserer Kampagne „Zeit zu sprechen“: „60 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges – Sexualisierte Gewalt als Kriegserfahrung von Frauen damals und heute“ war der Titel der Fachtagung, zu der wir am 2. Juni in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn eingeladen hatten. In der anschließenden offenen Diskussion erinnerte eine Teilnehmerin daran, dass zu Recht vom Elend der Überlebenden von Kriegsvergewaltigungen gesprochen werde, aber nicht davon, dass Tausende durch diesen Akt der Gewalt umgekommen seien. Sie forderte, dass der Opfer gedacht werden müsse. Andere erwähnten, dass keiner der Väter, Großväter, Onkel, Ehemänner und Brüder, die im Krieg vergewaltigt haben, später dafür bestraft worden seien. Die Überlebenden aber, so eine Frau, „bekamen durch das Erleben von Vergewaltigung lebenslänglich“. „Meine Mutter“, so berichtete sie, „ist nach dem Krieg in der Psychiatrie gelandet und dort auch gestorben.“

Auch das Schicksal traumatisierter älterer Frauen, die in Krankenhäusern und Pflegeheimen leben müssen, berührte viele persönlich. Sie verlangten Änderungen im Medizinstudium und in der Pflegeausbildung, um Fachpersonal für die Traumatisierungen zu sensibilisieren, damit ältere Frauen nicht durch falsche Behandlungsmethoden nochmals traumatisiert werden.

Monika Hauser erinnerte in ihrem Schlusswort an all die Frauen in der Welt, die oft unter den widrigsten Umständen männlicher Gewalt etwas entgegensetzten, und das „mit bewundernswerter Kraft und Kreativität“.

 

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© medica mondiale e.V. ·  13.02.2007