Fortbildungsreihe zu Kriegsgewalt und Trauma

Im Mai ist medica mondiale mit einem neuen Fortbildungsprogramm zum Thema Kriegsgewalt und Trauma gestartet. In einführenden und vertiefenden Workshops möchte medica mondiale die Kompetenz all jener erweitern, die in ihrem Arbeitsfeld oder ehrenamtlichem Engagement mit traumatisierten Frauen und Mädchen aus Kriegs- und Krisengebieten zu tun haben – sei es vor Ort oder in Deutschland. Darüber hinaus werden länderbezogene Film- und Themenabende angeboten.

Die Fortbildungen und Themenabende richten sich unter anderem an Fachkräfte der humanitären und der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit, an SozialarbeiterInnen, Gesundheitsfachkräfte, PsychologInnen, MultiplikatorInnen sowie allgemein Interessierte, die sich bislang nur wenig mit dem Thema befasst haben. Die Fortbildungen sind mit praktischen Beispielen aus der Arbeit von medica mondiale in Ländern wie Bosnien-Herzegovina, Kosova, Afghanistan, Liberia oder der Demokratischen Republik Kongo angereichert.

Programm

A  Einführende Fortbildung – Kriegsgewalt an Frauen, Trauma und Burnout

Durch Vorträge und Kurzfilme werden Hintergründe und Ausmaß sexualisierter Kiregsgewalt sowie die vielschichtigen Folgen für Frauen und Mädchen vermittelt.
Warum wird Gewalt an Frauen als Kriegsstrategie eingesetzt? Welche Folgen haben Vergewaltigungen für Frauen und Mädchen in verschiedenen Ländern? Was ist ein Psychotrauma? Welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es für betroffene Frauen vor Ort und in Deutschland? Was kann ich selbst tun? Neben Beantwortung und Diskussion dieser Fragen erhalten die TeilnehmerInnen auch einen Überblick über die psychischen Belastungen, die aus der Arbeit mit betroffenen Frauen resultieren können.

Dauer: 1 Tag
Für Menschen, die sich in Beruf, Studium, Ehrenamt und Alltag mit Gewalt gegen Frauen und Mädchen in Kriegs- und Konfliktregionen auseinandersetzen.

 

B  Praxisorientierte Fortbildung – Umgang mit den Folgen von Kriegsgewalt und Trauma

Für Frauen und Mädchen, die Gewalt im Krieg erfahren haben, ist es essentiell, dass Fachkräfte und auch die Menschen in ihrem Umfeld wissen, wie sich traumatische Erfahrungen akut und auch langfristig auswirken und wie sie die Betroffenen – auch ohne therapeutische Kenntnisse – bei der Verarbeitung unterstützen können.
Was sind individuelle, was sind kollektive Traumafolgen? Wie kann ich Traumasymptome erkennen? Wie kann ich im Rahmen meiner Möglichkeiten zu Sicherheit und Stabilisierung von Frauen beitragen? Die Diskussion von Fallbeispielen und Übungen in Kleingruppen unterstützen die Umsetzung in die Praxis.

Dauer: 1 Tag
Für TeilnehmerInnen, die in ihrem Arbeitsfeld oder in ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit direkt mit betroffenen Frauen zu tun haben, oder indirekt im Rahmen von Projektplanung oder -organisation, Öffentlichkeitsarbeit etc.


C  Praxisorientierte Fortbildung – Vorbeugung von Burnout und Stellvertretender Traumatisierung

Die Auseinandersetzung mit Gewalt und Traumatisierung berührt oft mehr, als es Menschen im Beruf oder Alltag zunächst wahrnehmen. Dadurch besteht die Gefahr, eigene Belastungsgrenzen zu überschreiten und im schlimmsten Fall emotional „auszubrennen“ oder selbst Traumasymptome zu entwickeln. Die TeilnehmerInnen erfahren, was bei Überlastung im Körper passiert, wie erste Symptome zu erkennen sind und wie sie sich schützen können. Die Fortbildung beinhaltet u.a. praktische Übungen zur Selbst fürsorge und hilft den TeilnehmerInnen auch, die eigene Belastung einzuschätzen.

Dauer: 1 Tag
Für TeilnehmerInnen, die in ihrem Arbeitsfeld oder in ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit direkt mit betroffenen Frauen zu tun haben, oder indirekt im Rahmen von Projektplanung oder -organisation, Öffentlichkeitsarbeit etc.

D  Film- und Themenabende

Filme und anschauliche Berichte von medica mondiale-Mitarbeiterinnen geben Einblick in die aktuelle Lebenssituation von Frauen und Mädchen in Kriegs- und Konfliktgebieten wie zum Beispiel in Afghanistan, Liberia und der Demokratischen Republik Kongo. Wie sieht die Unterstützung von Frauen im Land, die von Gewalt betroffen sind, konkret aus? Welche Herausforderungen bietet die Arbeit vor Ort? Welche Perspektiven gibt es? Im Anschluss bieten die Themenabende Raum für Austausch und Diskussion.

Weitere Informationen

Die Trainerinnen

In Zusammenarbeit mit Fachfrauen vor Ort hat medica mondiale ein ganzheitliches Konzept entwickelt, das Frauen bei der Bewältigung ihrer traumatischen Erfahrungen unterstützt. Die Trainerinnen sind Mitarbeiterinnen und Beraterinnen von medica mondiale. Sie sind auf Traumafachberatung spezialisiert und greifen auf langjährige Arbeits- und Trainingserfahrung mit medica mondiale zurück.

Informationen zu den Trainerinnen


Kontakt:

Nuria Schaefer
medica mondiale e.V.
Hülchrather Str. 4
D-50670 Köln
Deutschland/Germany
Tel: +49-(0)221-931898-43
Fax: +49-(0)221-931898-1
seminare(at)medicamondiale.org
www.medicamondiale.org


Bezuschusst werden die Fortbildungen und Themenabende von der Inwent gGmbH aus Mitteln des BMZ. 

Filmabend Afghanistan

Am 6.12.2009 veranstaltet medica mondiale einen Film- und Themenabend zur Lebenssituation von Frauen und Mädchen in Afghanistan, Alte Feuerwache, Köln, 19:00 Uhr

Termine, Preise und Anmeldung

Hier finden Sie alle Termine im Überblick sowie Informationen zu Teilnahmegebühren und Anmeldefristen. Anmelden können Sie sich mit unserem Anmeldecoupon - einfach direkt am Bildschirm ausfüllen, anschließend ausdrucken und unterschrieben an uns zurücksenden.

Interview

Karin Griese, Fachreferentin für Trauma-Arbeit und Koordinatorin der Fortbildungsreihe, erläutert, worum es bei den Fortbildungen geht, welche Themen und Inhalte vermittelt werden und für wen die Trainings und Infoabende gedacht sind.