Wir handeln
Wir machen mit Aktionen und Kampagnen auf die Situationen von Frauen und Mädchen in Kriegs- und Krisengebieten aufmerksam. Wir brechen das Schweigen, wo Gesellschaft und Politik Wahrheiten ignorieren.
Wir wollen wissen, wo die Interessen und Rechte von Frauen und Mädchen in Kriegs- und Krisengebieten verletzt werden. Dazu vernetzen wir uns mit anderen Organisationen, denn eine starke Menschenrechtsarbeit braucht starke Bündnispartnerinnen: So arbeiten wir unter anderem mit amnesty international, dem deutschen Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und dem Frauensicherheitsrat zusammen.
Zum Beispiel:
Sexualisierte Gewalt im Nachkriegsdeutschland
Helfen Sie uns, das Schweigen zu brechen: Es ist Zeit zu sprechen.
60 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges erhalten wir vermehrt Zuschriften von Frauen, die sexualisierte Kriegsgewalt in dieser Zeit überlebt haben. Aus Scham und wegen des gesellschaftlichen Drucks haben betroffene Frauen jahrzehntelang geschwiegen. So waren auf allen Seiten der Fronten sehr viele Frauen zusätzlich zu anderen traumatischen Kriegserfahrungen Vergewaltigungen und anderen Formen sexualisierter Gewalt ausgesetzt. Jetzt im Alter, brechen die Erinnerungen erneut auf, viele Jahrzehnte nach den Ereignissen, so wie das häufig bei älteren traumatisierten Menschen geschieht. Es ist Zeit, zu sprechen.
medica mondiale erinnert deshalb mit
verschiedenen Aktionen in diesem Jahr an die Verbrechen gegen Frauen vor rund 60 Jahren und schlägt die Brücke zur heutigen Situation von Frauen im Krieg.
Frauen und Mädchen stehen Rechte zu. Doch eine Rechtsprechung, die die Bedürfnisse und die Lebensrealität von Frauen und Mädchen berücksichtigt, muss immer wieder hart erkämpft werden. Wir beobachten die Arbeit der internationalen Tribunale und mischen uns ein.
Zum Beispiel:
Rechtshilfe für inhaftierte Frauen und Mädchen in Afghanistan
Rechtshilfefonds für weibliche Gefangene
18 Monaten hatten Mitarbeiterinnen von medica mondiale regelmäßig Besuche im Frauengefängnis von Kabul gemacht, bei denen sie psychologischen Rat, Zugang zu medizinischen Untersuchungen und ad hoc juristischen Rat lieferten. Im Herbst 2003 führte medica mondiale einen
Rechtshilfefonds ein. Der Rechtshilfefonds wurde als Antwort auf den überwältigenden Mangel an geordneter Rechtsvertretung für weibliche Gefangene gebildet. Verteidigerinnen für die Frauen, denen „Verbrechen“ wie häusliche Flucht oder Ehebruch vorgeworfen wurden, fehlten vollständig.
Unsere Lobbyarbeit im Umfeld von Verurteilungen für solche so genannten moralischen Verbrechen weckte das internationale Interesse. Das Thema 'weibliche' Gefangene zog nunmehr fast ebenso viel internationale Aufmerksamkeit auf sich wie früher die Diskussion um das Tragen der Burka.
Wir müssen eine funktionierende und nachhaltige Arbeit vor Ort innerhalb des Rechtssystems leisten und eng mit den Frauengruppen und den gesellschaftlichen Gruppen arbeiten. Nur so können sich die gesellschaftlichen Vorstellungen über die Rolle des Staates im Leben von Frauen verändern. Die Mitarbeiterinnen des Rechtshilfefonds arbeiten darauf hin, indem sie Kontakte zu allen relevanten Ministerien aufbauen. Sie leisten intensive Bildungsarbeit auf allen Ebenen.
Zum Beispiel:
Hilfe für weibliche Tsunami-Opfer
Bedürfnisse von Frauen und Mädchen werden nicht berücksichtigt

© dpa
In Indonesien waren Frauen schon über 15 Jahre sexueller Gewalt und Ausbeutung ausgesetzt, ehe die furchtbare Tsunami-Katastrophe von Weihnachten 2004 die Küstengebiete zerstörte. Doch weder die einheimischen Helfer noch die internationalen Organisationen hatten die geschlechtsspezifischen Faktoren im Blick, wie den Frauen und Mädchen vor Ort
angemessene Hilfe und Schutz nach der Naturkatastrophe geleistet werden konnte. Männer waren verantwortlich für die Herausgabe von Lebens- und Hilfsmitteln in den Lagern und erpressten Frauen zur Prostitution, Männer schlichen sich in Notschlafräume ein, um Frauen zu vergewaltigen. Die Lagerstrukturen wurden stringent nach männlichen Vorstellungen und Bedürfnissen gestaltet und nicht nach denen der Frauen und Mädchen.
Auch der Schutz für Frauen vor Gewalt während der Rettungs- und Wideraufbauarbeiten war bei internationalen, humanitären Organisationen kein Thema, wie der vorliegende
Bericht
aufzeigt.
medica mondiale unterstützt in Indonesien die
Partnerorganisation „Flower Aceh“.
Aide-Mémoire 2005: Bericht und Aufforderung zum Handeln an die UN
Hier muss jedes gezielte Katastrophenmanagement Standards entwickeln und umsetzen, um Überfälle, Vergewaltigungen, Raub, Zwangsprostitution und Benachteiligung von Frauen von vornherein zu vermeiden. medica mondiale hat mit dem Frauensicherheitsrat im März 2005 ein sog. Aide-Mémoire zum Thema „Gender und Natural Disaster/ The gendered impacts of natural desasters“ verfasst. Das Aide-Mémoire ist ein politisches Instrument der Menschenrechtsarbeit. Es wird von Organisationen bei der UN Kommission für Menschenrechte als Hinweis, Diagnose, strategische Empfehlung und Appell zur Überwindung von Missständen eingereicht.
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© medica mondiale e.V. · 21.11.2006

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