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Länderinformation

Indien und Kaschmir

In den nordöstlichen Provinzen Assam, Manipur und Tripura gerät die zivile Bevölkerung seit Ende der 1970er Jahre immer wieder ins Feuer zwischen bewaffneten Separatistenbewegungen und staatlichen „Sicherheits“kräften. Vergewaltigungen von Frauen und Kindern durch „Sicherheits“kräfte wurden zumindest bis Ende der 90er Jahre gemeldet. Der seit 1947 andauernde Konflikt um den Status von Kaschmir, bei dem bislang 38.000 Menschen getötet wurden, nahm ab 1989 an Intensität zu. Sowohl indische „Sicherheits“kräfte als auch militante Separatistengruppen aus Kaschmir begehen immer wieder gezielt Vergewaltigungen bei Durchsuchungs- und Vergeltungsaktionen.

Im Kontext politisch geschürter kommunaler Unruhen, größtenteils durch die nationalistische Bewegung zur Hinduisierung Indiens, spielt sexualisierte Gewalt gegen Frauen und Mädchen eine große Rolle. Zuletzt geschah dies in extremem Ausmaß Februar/März 2002 während eines Progroms gegen die muslimische Bevölkerung im Bundesstaat Gujarat. Als Mittel des Terrors und der Demütigung wurden dort gezielt öffentliche Vergewaltigungen, besonders auch Gruppenvergewaltigungen von jungen Mädchen, eingesetzt. Im Kontext des traditionell-patriarchalen Wertesystems aller ethnischen und religiösen Gruppierungen Indiens verstärkt dies u.a. die Tendenz, Mädchen im Kindesalter zu verheiraten, da sie nach einer Vergewaltigung als nicht mehr „heiratbar“ gelten.

 

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© medica mondiale e.V. ·  11.10.2006