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Flower Aceh

Nach dem Tsunami – Hilfe für die HelferInnen

TeilnehmerInnen des Workshops präsentieren ein großes selbstgemaltes Bild
TeilnehmerInnen des Workshops bedanken sich bei den Trainerinnen mit einem selbstgemalten Bild

In den ersten Monaten des letzten Jahres, unmittelbar nach dem Tsunami, konzentrierten sich die MitarbeiterInnen von Flower Aceh, der Partnerorganisation medica mondiales, auf unmittelbare Nothilfemaßnahmen und den Wiederaufbau ihres Projekthauses. Sie organisierten und verteilten beispielsweise Babynahrung und Kleidung für Schulkinder in 15 verschiedenen Flüchtlingsunterkünften und unterstützten Schwangere außerhalb der Hauptstadt. Bereits bei ihrem Besuch im März in Köln berichtete uns die Geschäftsführerin von Flower Aceh, dass die MitarbeiterInnen psychisch und physisch völlig erschöpft seien und dringend selbst Unterstützung brauchten. Die dafür nötige Zeit haben sie sich jedoch erst Ende des Jahres genommen.

Dank der Spenden unserer UnterstützerInnen – insbesondere der MitarbeiterInnen der Allianz AG – konnten wir in den ersten beiden Dezemberwochen eine Fortbildung für den Umgang mit traumatisierten Menschen durchführen: An einem ruhigen Ort außerhalb von Banda Aceh kamen insgesamt 46 MitarbeiterInnen von Flower Aceh in zwei Gruppen für jeweils vier Tage zusammen. Sie haben in der Mehrzahl alle Symptome von burn-out und Sekundärer Traumatisierung. Diese Fortbildung bedeutete für sie auch eine Woche ohne Sorgen, ohne ständig konfrontiert zu sein mit Zerstörung, militärischen Übergriffen, Hunger, ungerechter Verteilung der Hilfslieferungen und so vielen traumatisierten Menschen, die alles, aber auch wirklich alles außer ihrem eigenen Leben verloren haben.

Inhalt der Fortbildung waren die Einführung in die Theorie und Praxis von Traumarbeit, sekundärer Traumatisierung, burn-out und die unterschiedlichen Herangehensweisen, je nachdem ob es sich um ein akutes oder ein chronisches Trauma handelt. Dazu kamen Körperübungen, Sensibilisierungen, Spiele, kurze Meditationen und Phantasiereisen. Auf diese Weise lernten die TeilnehmerInnen, sich zu erden, ihre Körper wieder zu spüren und auch vorsichtig ihren Gefühlen wieder Raum geben zu können. Ganz wichtig dabei war, dass sie alle Übungen für sich selber, aber auch in der späteren Arbeit mit den KlientInnen anzuwenden lernten.

Ihren Bericht über die Seminare beendete die medica mondiale-Trainerin Gerhilt Haak mit den Worten: „Das alles nehmen sie nun mit nach Aceh – zusammen mit ganz vielen Blumensamen und ­zwiebeln, die sie einpflanzen werden für einen neuen Frühling in Aceh. Und mit ihnen reist eine große Dankbarkeit für medica mondiale und alle SpenderInnen.“ Diesen Dank geben wir gern an Sie alle weiter.

-> Kein Schutz für Frauen vor Gewalt während der Rettungs- und Wideraufbauarbeiten
->
Hintergrundinformationen zu "Flower Aceh"
-> Pressemitteilung vom 24.3.2005 zur Soforthilfe durch medica mondiale
-> Pressemitteilung vom 12.1.2005 zur unmittelbaren Hilfe nach dem Tsunami

 

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© medica mondiale e.V. ·  11.10.2006