INTERNATIONALER TAG DER MENSCHENRECHTE
In Afghanistan gelten Menschenrechte immer noch nicht für Frauen
Hauser: „Afghanischer Regierungsapparat nachlässig und ignorant“ – Bundesregierung zum Handeln aufgefordert
Köln, 8. Dezember 2006. Zum Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember erinnert medica mondiale an die Bedeutung der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ vom 10. Dezember 1948 für die Rechte der Frauen weltweit und verweist besonders auf die nach wie vor menschenverachtende Situation der Frauen in Afghanistan.
Die Organisation, die seit vier Jahren verschiedene Hilfsprojekte für Frauen und Mädchen vor Ort entwickelt und steuert, erklärte heute (8. Dezember 2006) in Köln, dass das afghanische Gesetz zwar offiziell für Männer und Frauen gleiche Rechte vorsehe – in der Praxis jedoch werde die Situation für Frauen „quasi täglich gefährlicher“.
So nähmen Angriffe auf Frauen permanent zu. medica mondiale-Geschäftsführerin und Gründerin Dr. Monika Hauser: „Die Ermordung der Frauenbeauftragten der Provinz Kandahar Safia Ama Dschan im September stellt nur die tragische Spitze des Eisberges dar. Ob Regierungsvertreterinnen oder andere Frauen und Mädchen – die Spirale von Gewalt und Unterdrückung dreht sich weiter in Afghanistan.“
Hauser sagte, von der Umsetzung der UN-Resolution 1325 sei man in Afghanistan „noch sehr weit entfernt“. Diese Resolution hat zum Ziel: Prävention von Gewalt gegen Frauen, den Schutz von Frauen vor Gewalt und die gleichberechtigte Beteiligung von Frauen an Wiederaufbau-Prozessen in Kriegs- und Krisengebieten. Die medica-mondiale-Gründerin forderte die Bundesregierung auf, den Verantwortlichen im afghanischen Regierungsapparat „unmissverständlich klar zu machen, dass ihr Land nach wie vor zu einem der frauenverachtendsten der Welt“ gehöre. „Wer die Frauenrechte seines Landes so nachlässig und ignorant behandelt dies die Verantwortlichen in Afghanistan tun, dem kann man nicht glauben, an Demokratie und Menschenrechten wirklich interessiert zu sein. Es ist höchste Zeit, ihnen dieses auch deutlich zu sagen!“, so Hauser.
Sie forderte außerdem, die Internationale Gemeinschaft müsse die weitere Geldvergabe an Afghanistan endlich an die Umsetzung von Frauenrechten und dem Schutz von Frauen koppeln.
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© medica mondiale e.V. · 08.12.2006

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