Bewegung in Streit um Ausstellung „Flucht, Vertreibung, Integration“ gekommen
Plakat zur Ausstellung
© JahnDesign
Köln, 4. Mai 2006. In der Auseinandersetzung um die Ausstellung „Flucht, Vertreibung und Integration“ im Bonner Haus der Geschichte kommt jetzt Bewegung. In einer bundesweit viel beachteten Protestaktion hatten wir kritisiert, dass das Thema Massenvergewaltigungen während Flucht und Vertreibung in der Ausstellung völlig ignoriert werde. Dies sei eine weitere Diskriminierung der damaligen Opfer.
Dem Protest hatten sich prominente UnterstützerInnen angeschlossen, so zum Beispiel die PsychoanalytikerInnen Prof. Margarete Mitscherlich und Prof. Horst Eberhard Richter, außerdem die ehemalige Bundestagspräsidentin Prof. Rita Süssmuth und die frühere Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, aber auch verschiedene Historikerinnen.
Über den Protest hinaus hatte medica mondiale den Projektleiter im Haus der Geschichte aufgefordert, die Ausstellung für die weiteren Stationen Berlin und Leipzig um diesen Themenbereich zu ergänzen. Zahlreiche Presseveröffentlichungen und ein nachfolgendes großes LeserInnen-Echo hatten zuletzt offensichtlich den Druck auf die Ausstellungsmacher erhöht. Jetzt endlich erklärten sie, Nachbesserungen vornehmen zu wollen.
Die nächste Zeit wird zeigen müssen, inwieweit die inhaltlichen Forderungen von medica mondiale tatsächlich umgesetzt werden. Dr. Monika Hauser: „Wichtig ist es, die Verbrechen gegen Hunderttausende Frauen zu benennen und dem historisch belegten Faktum deutscher Geschichte einen angemessenen Raum zu geben. Die grausame Systematik sexualisierter Gewalt in Zeiten von Krieg, Flucht und Vertreibung – auf allen Seiten der Fronten – muss deutlich werden. Das sind wir den Frauen schuldig.“ medica mondiale hat dem Projektleiter inzwischen eine Reihe von Vorschlägen gemacht sowie verschiedene Materialien und Dokumente, darunter ein authentisches Tagebuch, zur Verfügung gestellt.
Besucherinnen können sich ab 18. Mai 2006 im Deutschen Historischen Museum Berlin (und ab 30. November 2006 im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig) ein Bild davon machen, was daraus geworden ist.
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© medica mondiale e.V. · 14.11.2006

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