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Pressemitteilungen

medica mondiale unterstützt Wiederaufbau von „Flower Aceh“

70.000 Euro für Frauenprojekt in Aceh/Indonesien

Köln, 12.1.2005. Mit einem Soforthilfeprogramm in Höhe von 70.000 Euro unterstützt medica mondiale den Wiederaufbau des Frauenzentrums „Flower Aceh“ in Aceh/Indonesien.

Die Gründerin der Organisation, Suraiya Kammaruzzaman. Foto: privatFlower Aceh wurde 1989 gegründet und leistet medizinische, psychologische und materielle Unterstützung für Frauen, die im Zuge der militärischen Aufstandsbekämpfung unter der Regierung Suharto vergewaltigt und sexuell gefoltert wurden. Das ungeheure Ausmaß der sexualisierten Militärgewalt in Aceh wurde in der kurzen Atempause 1998 nach dem Sturz Suhartos weltweit bekannt. Danach folgten erneut Kämpfe und Vergewaltigungen bei Militäroperationen oder im Polizeigewahrsam. Die Arbeit von Flower Aceh wurde 2001 mit der Verleihung des Yap Thiam Hien-Menschenrechtspreises an die Gründerin der Organisation, Suraiya Kammaruzzaman, international anerkannt.

Mit dieser konnte medica mondiale vor wenigen Tagen per Telefon Kontakt aufnehmen. Gabriela Mischkowski, Asien-Referentin von medica mondiale, fasst die Eindrücke des Gespräches so zusammen:

„Suraiya war in den Flüchtlingslagern und erschüttert von der Lage dort wie überhaupt von der Situation in Banda Aceh. Es liegen immer noch Leichen herum, auch auf den Hauptstraßen, der Gestank ist unerträglich. In den Lagern außerhalb der Hauptstadt fehlt es an allem. Kleine Kinder laufen ohne Kleidung herum, sind erkältet, können kaum sauber gehalten werden; bei vielen zeigen sich bereits Hautkrankheiten. Es fehlt an Trinkwasser. Das verseuchte Wasser muss abgekocht werden, aber es gibt weder Feuermaterial, Gaskocher noch Töpfe dazu,. Die sanitären Bedingungen sind katastrophal, waschen kann man sich nur an offenen Wasserstellen.

Für die Frauen und Mädchen bedeutet dies, sie müssen sich in der Öffentlichkeit ausziehen, was sie als Erniedrigung empfinden. Es gibt keine Intimsphäre. Überhaupt, sagt Suraiya, interessiert sich hier keine der Hilfsorganisationen für die spezifischen Bedürfnisse von Frauen, zum Beispiel im Hinblick auf Hygiene oder schwangere Frauen. Die Frauen brauchen auch dringend Unterwäsche. Mittlerweile sind viele internationale Organisationen da mit viel Geld, aber Suraiya hatte den Eindruck, sie wissen gar nicht, wohin damit.

Flower Aceh will jetzt erst einmal einen Bedarfsplan erstellen und hat bereits mit UN- und anderen Hilfsorganisationen Kontakt aufgenommen, um eine geschlechtsspezifische Hilfspolitik anzumahnen. Sie bittet dabei um unserer Unterstützung. Die Mitarbeiterinnen von Flower Aceh haben alle überlebt. Sie hatten Glück, denn als das Wasser morgens das Haus von Flower erreichte, war noch keine von ihnen da. Im Inneren ist jetzt alles zerstört. Sie arbeiten alle bis zum Umfallen, obwohl einige von ihnen alles verloren haben, viele von ihnen auch Familienangehörige. Deshalb bittet sie uns darum, ihnen mit einem kleinem Teil der Hilfsgelder für das Nötigste helfen zu können.“

medica mondiale will in einem ersten Schritt die Renovierung des Hauses und die Anschaffung von Möbeln und Computern ermöglichen. Außerdem sollen Klientinnen und Mitarbeiterinnen des Frauenzentrums mit dem Notwendigsten an Nahrung, Kleidung und medizinischen Gütern versorgt werden.

medica mondiale bittet hierfür dringend um link Spenden.

-> Hintergrundinformationen zum Projekt „Flower Aceh".
->> Weitere Informationen über die Unruheregion aus der Zeitschrift „Indonesien-Information" von „Watch Indonesia!" (Arbeitsgruppe für Demokratie, Menschenrechte und Umweltschutz in Indonesien und Osttimor e.V.)

 

 

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Advanced inquiries and arrangement of interviews:
medica mondiale e.V.
E-mail Stephani Streloke
(Press and Public Relations)
Hülchrather Straße 4
50670 Köln/Cologne (Germany)
Tel.: +49/221-93 18 98-0/-25
Fax: +49/221-93 18 98-1

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© medica mondiale e.V. ·  11.10.2006